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3a) Anwendung
| Navigation im Lernzyklus: Übersicht & Einstieg | Vorbereitung | Grundlagen | Anwendung | Auswirkungen | Reflexion | Unterrichtsbeispiel «Fake News» |
| Beachten Sie vor dem Durchlesen des Zyklus und/oder der Verwendung der vorgestellten Plattformen und Onlinetools bitte unbedingt diese wichtigen Hinweise. |
Wenn wir im Unterricht aufzeigen und ausprobieren, wie KI lernförderlich und reflektiert eingesetzt werden kann, können wir erreichen, dass diese Technologie als Unterstützung statt als Abkürzung verwendet wird. Dadurch stärken wir die Handlungskompetenzen und das kritische Denken. Diese Kompetenzen werden auch in der Berufswelt der Zukunft wichtig sein.
Bevor KI verwendet wird, überlegen wir uns, ob die KI wirklich benötigt wird oder ob wir auch selber denken oder im Internet suchen können.
Severin Brunold und Peter Mandak haben dazu einen didaktischen Vorschlag entwickelt:
Ein lernförderlicher Umgang mit KI basiert auf eigenen Gedanken (Schritt 1). Je nach Aufgabe kommen weitere Schritte hinzu, man kann aber auch gewisse Schritte auslassen. Je nach Ziel der Aufgabe gibt es mehr Einzelarbeit oder kooperative Phasen. Die Notizen werden von Hand erstellt. Für die Beantwortung offener Fragen im Unterricht reichen in der Regel die 4 grundlegenden Schritte aus.

Modell 4 Schritte zum lernförderlichen Arbeiten mit KI als PDF
Vorschau über verschiedene konkrete Anwendungsszenarien.Der Einsatz von KI ist in ganz verschiedenen Arbeitsprozessen beim Lernen möglich. Abhängig vom Anwendungsszenario kommen zwei weitere Schritte hinzu. Es bestehen für eine Reihe von Unterrichtssituationen bereits Beispiele.
Die Materialien sind als komplettes Dossier (PDF) mit allen aktuell verfügbaren Szenarien oder als einzelne Seiten unter Lernförderliches Arbeiten mit KI abrufbar.
In den nachfolgenden Register finden Sie zusätzliche Inspiration zum Anwenden von KI im Unterricht. Klicken Sie auf den jeweiligen Registertitel.
KI zum Lernen (Tools und Prompts)
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Schulspezifische KI-Plattformen |
Für den Einsatz an Schulen eignen sich Plattformen, die Wert legen auf den Datenschutz und Klassenräume bereitstellen, in denen die Lernenden KI in einer kontrollierten Umgebung nutzen können. Beispiele von solchen Plattformen sind Fobizz, schulKI, Schabi (Schule am Bildschirm) oder cornelsen.ai. Diese Plattformen bieten nebst den geschützten Klassenräumen zahlreiche KI-Tools für Lehrkräfte (wie das Erstellen von Arbeitsblättern oder Podcasts) sowie Assistenten für die Textkorrektur oder Feedbacks an (siehe Beispiele auf der Seite Anwendung). |
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Allgemeine KI-Chatbots |
Alternativ zu den schulspezifischen Plattformen können auch allgemeine KI-Chatbots wie lumo, Perplexity, ChatGPT oder Mistral verwendet werden, die man ohne Registrierung nutzen kann: Lumo ist die KI der Schweizer Firma Proton, die sehr hohen Wert legt auf den Datenschutz. Perplexity ist nicht nur ein KI-Chatbot, sondern auch eine KI-Suchmaschine, die stets die Quellen angibt und sich bestens für Recherchen eignet. ChatGPT ist das leistungsfähigste der beschriebenen Modelle. Mistral ist die europäische Alternative zu ChatGPT. |
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Bilder generieren |
Um Bilder generieren zu können, muss man sich bei den meisten Tools anmelden. Mit der SBL-Lizenz kann Adobe Firefly kostenlos genutzt werden. |
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Bilder interpretieren |
Google Lens und ChatGPT können Dinge interpretieren, die man sehen kann: Sie wissen nicht nur, wo man den Pullover kaufen kann, den man auf einem Plakat sieht, sie können auch Pflanzen bestimmen, Texte übersetzen oder bei den Hausaufgaben helfen. Vor der Nutzung sollte mit den SuS thematisiert werden, was für Bilder hochgeladen werden dürfen (Recht am eigenen Bild und Urheberrecht). |
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Feedback geben |
KI kann ein hilfreiches Feedback zu den selbst geschriebenen Texte geben: Prompt: Unterstütze mich beim Lernen. Gib mir ein kritisches Feedback zum folgenden Text. Berücksichtige den Inhalt, die Struktur und die Sprache. Prompt: Gib mir ein Feedback zu folgendem Text. Beachte den Inhalt (Sachliche Richtigkeit, Verständnis, Argumentation), die Struktur und die Sprache (Sprachstil und Sprachkorrektheit). Sag mir anhand von konkreten Beispielen, was ich gut mache und was ich besser machen kann. |
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Inspiration holen |
KI kann uns auch inspirieren. Dennoch sollten wir nicht ständig die KI fragen. Häufig ist es besser, wenn wir selber denken bzw. einen eigenen Lösungsweg suchen: Prompt: Hilf mir bei meinem Vortrag in Geschichte. Mein Thema lautet […]. Mach mir drei Vorschläge für einen packenden Einstieg. |
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Texte überarbeiten und korrigieren |
Für die Überarbeitung eignen sich Tools wie DeepL Write oder Scribbr besser als ChatGPT. Sie weisen eindeutig aus, was sie im Text verbessern (damit man aus seinen Fehlern auch lernen kann). |
Unterrichtsvor- und Nachbereitung
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Inspiration für den Unterricht |
Prompt: |
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Lückentexte erstellen |
Prompt: |
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Aufgaben generieren |
KI kann uns Übungen generieren: zur Grammatik, in der Mathematik und in vielen weiteren Bereichen. Die Vorschläge der KI sind jedoch stets als Rohfassung zu betrachten und müssen jeweils kontrolliert und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden: Prompt: |
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Audiodateien erstellen |
Mit Fobizz oder ElevenLabs können mittels Text to Speech Audiodateien für den Sprachunterricht erstellt werden. Auch das Produzieren von Podcasts ist möglich. |
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Binnendifferenzierung (1) |
KI kann Texte rasch in ein anderes Sprachniveau umschreiben: Prompt: Oder Aufgaben einfacher oder schwieriger gestalten: Prompt: |
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Fragen zu einem Text oder Video generieren |
Perplexity kann Videos im Internet "anschauen" oder Internetseiten lesen und Fragen zu diesen stellen: Prompt: |
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Bewertung |
Die schulspezifische KI-Plattform Fobizz bietet mit der Funktionen Textkorrektur die Möglichkeit, dass die KI eine Bewertung zu einem Text gibt. Dabei kann man eigene Kriterien festlegen oder Musterlösungen vorgeben. Dies eignet sich primär für formative Lernkontrollen. Bei summativen Prüfungen ist stets das Urteil der Lehrperson relevant. |
KI im Unterricht mit Lernenden nutzen: konkrete Beispiele und Projekte
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Recherche |
KI eignet sich, um gute Literatur zu finden. Entweder nutzt man die KI-Suchmaschine Perplexity oder aktiviert bei den anderen KI-Chatbots die Internetsuche. Wichtig ist, nicht nur die KI-Antwort zu lesen, sondern stets die Quellen anzuschauen und zu überprüfen. Spezifische Quellen findet man mit folgendem Prompt: Prompt: Trotz KI bleiben analoge Quellen wie Bücher und Zeitschriften relevant, da diese (im Gegensatz zu vielen Webseiten) eine Qualitätskontrolle durchlaufen haben. |
| Internetseiten beurteilen |
Da Internetseiten schon immer unterschiedliche Qualitäten aufweisen und es immer mehr KI-generierte Webseiten gibt, ist es wichtig, die Quellen zu bewerten. Gute Webseiten haben laut der Universität Ulm folgende Merkmale:
Auch KI kann helfen, eine Quelle zu beurteilen. Prompt: |
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Bilder auf ihre Echtheit überprüfen |
Immer mehr Bilder und Kurzvideos im Internet und in den sozialen Medien sind KI-generiert. Man kann im Internet nach Bildern zu einem Thema suchen (z.B. zum Thema Tsunami) und beurteilen, welche Bilder echt und welche KI-generiert sind. Welches sind Bilder von echten Tsunamis? Leider kann man heute nicht mehr zuverlässig zwischen echten und KI-generierten Bildern und Kurzvideos unterscheiden. Wer sicher gehen möchte, verwendet nur Bilder, die in renommierten Zeitungen mit Qualitätsjournalismus erschienen sind. |
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Faktencheck |
Man kann die KI anleiten, Belege für eine Aussage zu finden oder sie prüfen lassen, ob ein Bild echt ist. Dazu soll die KI unterschiedliche Quellen verwenden: Prompt: |
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Interview mit berühmten oder historischen Persönlichkeiten |
Über ein Interview mit einer historischen oder berühmten Person kann man beispielsweise mehr über das Leben in einer bestimmten Zeit erfahren. Diese Funktion bieten die schulspezifischen KI-Plattformen direkt an, sie kann aber auch mit Hilfe von einem eigenen Prompt in einem KI-Chatbot durchgeführt werden: Prompt: |
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Fehlersuche |
Die Lernenden finden und korrigieren mit Hilfe von KI wie DeepL Write selber Fehler in einem Text und korrigieren diese von Hand auf einer ausgedruckten Textversion. |
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KI als Tutor nutzen |
Lernende können sich mithilfe von KI selber etwas beibringen. Dafür eignen sich sehr gut technische Sachen (z.B. wie man etwas in einem bestimmten Programm macht), aber auch fachliche Fragen. Wichtig ist, so lange nachzufragen, bis man es versteht: Prompt: Prompt: |
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Aufsätze mit Feedback für die Lernenden |
Mit KI-Assistenten wie Feedback für Schüler:innen von Fobizz oder FelloFish können Lehrpersonen Aufsätze schreiben lassen, bei denen die Lernenden ein KI-Feedback erhalten (basierend auf den Kriterien, welche die Lehrperson festgelegt hat). Dadurch erhalten die Schüler:innen einen Anreiz den Text zu verbessern. Und die Lehrperson kann die Texte inklusive der Feedbacks, der Kurzbewertung und der Überarbeitung einsehen. |
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Fake-News |
Leider kann KI auch verwendet werden, um Fake-News zu erstellen. Zwar kann man auch im Unterricht unter Anleitung Fakes erstellen lassen. Viel wichtiger ist jedoch eine Diskussion über die Auswirkungen von Fake News, gefälschten Bildern und Videos. Hier haben wir ein Beispiel für eine Unterrichtseinheit zum Thema Fake-News erstellt. |
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Weitere Ideen |
Die Seite von Education 21, sowie das Ideenset von IKKI liefern zahlreiche Ideen, wie KI im Unterricht eingesetzt werden kann. |
KI bei Projekten und schriftliche Arbeiten
Die folgenden Punkte basieren auf dem Buch Kompass vom hep-Verlag:
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Vorbereitung |
Bei Projekten und Arbeiten ist es wichtig, den Lernenden anhand von konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie man mit KI arbeitet (good practice) und wie nicht. Lehrpersonen sollen genau aufzeigen und begründen, was sie haben möchten und was nicht. Hierbei ist es hilfreich, sich an den bestehenden Weisungen und Konzepten der Schule zu orientieren. |
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Ideen für Rahmenbedingungen und Kriterien |
Bei Projekten und schriftlichen Arbeiten soll der Fokus nicht auf den Texten liegen, sondern auf einem kreativen oder praktischen Produkt beziehungsweise dem praktischen Teil. Das können Videos, Interviews, Experimente oder etwas (analoges) Gestalterisches sein. Grössere Projekte können mit einer mündlichen Prüfung kombiniert werden, bei der die Lernenden aufzeigen können, dass sie das Thema verstanden haben. Weiter kann man eine gewisse Anzahl an Bücher vorschreiben. Dem entsprechend ist die Mediothek/Bibliothek ein sehr guter Ausgangspunkt für ein Projekt. Beim Arbeiten mit KI sollten bei allen Projekten und Arbeiten folgende Regeln gelten:
Alternativ kann man die Texte für ein Projekt auch in einer kontrollierten Umgebung (z.B. Classroom App auf dem iPad) im Unterricht schreiben lassen und/oder Zwischenschritte einfordern und bewerten. So kann man erkennen, bei welchen Lernenden es problematische Arbeitsweisen gibt und entsprechend reagieren. |
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Inspiration |
Die KI kann uns Vorschläge machen für ein konkretes Thema, für eine Gliederung oder ein methodisches Vorgehen: Prompt: |
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Recherche |
KI eignet sich bestens, um gute Literatur zu finden. Entweder man nutz die KI-Suchmaschine Perplexity oder aktiviert bei den anderen KI-Modellen die Internetsuche. Prompt: Wichtig ist, die relevanten Quellen zum Thema selber gut zu lesen und zu prüfen. So erhält man ein vertieftes Verständnis, was beim Schreiben hilft und auch bei der mündlichen Prüfung (Diskussion) über die Arbeit. Nebst digitalen Quellen sollen auch analoge wie Bücher oder Zeitschriften genutzt werden. |
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Schreiben |
Der Lerneffekt ist am grössten, wenn die Arbeit weitgehend selber geschrieben ist. Lässt man sich Teile der Arbeit von KI schreiben, fehlt es häufig an der nötigen Tiefe, da Begriffe nur angesprochen statt ausgeführt werden. Zudem gibt die KI zum Teil falsche Quellen an oder die Informationen in der Antwort lassen sich gar nicht in der Quelle finden. Häufig stehen in den Quellen weitere relevante Informationen. Beim Schreiben mit KI ist es also wichtig, das Thema so genau wie möglich einzugrenzen, so lange nachzufragen bis die Inhalte verständlich sind, dass die angesprochenen Punkte auch ausgeführt werden und man muss stets prüfen, ob die Informationen auch in der Quelle vorkommen. Lehrreicher ist es aber, die Quellen selber zu lesen und den Text selber zu schreiben. |
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Überarbeitung |
Für die Überarbeitung der Texte eignen sich Tools wie DeepL Write, die einem anzeigen, was sie ändern (damit man durch die Überarbeitung auch etwas lernt). Eine weitere Möglichkeit stellt das Language Tool dar. |
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Dokumentation des Arbeitsprozesses |
Bei grösseren Projekten spielt nebst dem Produkt und einer allfälligen mündlichen Prüfung auch der Prozess eine Rolle und kann oder soll auch bewertet werden.
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