Veterinärwesen

Aktuell

Bund und Kantone ergreifen Massnahmen gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe

Im Zürcher Unterland wurde am 23. November 2021 bei einer Geflügel-Hobbyhaltung ein Fall von Vogelgrippe (Aviäre Influenza Subtyp H5N1) festgestellt. Zur Verhinderung eines Eintrages der Seuche in weitere Geflügelhaltungen haben die Kantone zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) präventive Massnahmen umgesetzt. Das Virus ist hochansteckend für Geflügel, nach heutigen Erkenntnissen jedoch nicht auf den Menschen übertragbar.

Seit Ende Oktober haben die Fälle von Vogelgrippe (Aviäre Influenza) bei wildlebenden Wasservögeln in Europa stark zugenommen. Der Fall in einer Hobbyhaltung mit Hühnern und Wasservögeln im Zürcher Unterland im Gebiet des Rheins ist nun der erste in der Schweiz. Das grösste Übertragungsrisiko bei Hausgeflügel ist der direkte Kontakt zu wildlebenden Wasservögeln. Diese können das Virus ohne erkennbare Anzeichen in sich tragen. Derzeit treffen wildlebende Wasservögel auch an unseren Gewässern zur Überwinterung ein. Daher sind vorbeugende Massnahmen in der ganzen Schweiz wichtig. Jeder Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln ist zu verhindern.

Kontroll- und Beobachtungsgebiete entlang grosser Flüssen und um Seen

Um ein Übergreifen der Seuche von Wildvögeln auf Hausgeflügel zu verhindern, hat das BLV eine Notverordnung erlassen: Ab Montag, 29. November 2021, werden als präventive Massnahme die Uferstreifen im Abstand von 1 bzw. 3 Kilometern um alle grossen Gewässer im Schweizer Mittelland zu sogenannten Kontroll- und Beobachtungsgebieten. Im Kanton Basel-Landschaft betrifft dies die Ufergebiete der entlang des Rheins liegenden Gemeinden Allschwil, Augst, Binningen, Birsfelden, Füllinsdorf, Giebenach, Münchenstein, Muttenz sowie Pratteln.

In den 1-Kilometer-Kontrollgebieten gelten besondere Vorschriften für die Fütterung und den Auslauf des Geflügels. So dürfen Hühner, Gänse oder anderes Hausgeflügel nur noch unter Auflagen ins Freie. Die Tiere müssen so gefüttert und getränkt werden, dass die Futter- und Tränkestellen nicht für Wildvögel zugänglich sind, die Auslaufflächen sind mit einem Netz abzudecken. Falls dies nicht möglich ist, müssen die Tiere in geschlossenen Ställen oder in Aussenräumen mit dichtem Dach und vergitterten Seitenwänden gehalten werden. Wassergeflügel und Laufvögel müssen zudem getrennt vom übrigen Hausgeflügel gehalten werden. Geflügelmärkte und -ausstellungen sind in den Kontrollgebieten verboten. In den 3-Kilometer Beobachtungsgebieten müssen die Geflügelhalter ihre Tiere besonders gut beobachten, Todesfälle aufzeichnen und Krankheitssymptome und Seuchenverdacht ihrem Tierarzt oder dem Veterinärdienst melden.

Diese Massnahmen gelten mindestens bis Ende Januar 2022.

Das BLV weist darauf hin, dass die Einschränkungen des Auslaufs, welche durch die Verordnung des BLV sowie durch die Massnahmen der Kantone veranlasst werden, keine Kürzungen der Tierwohlbeiträge zur Folge haben

Aufruf an Geflügelhalter zur Beachtung der Allgemeinverfügung

In der Allgemeinverfügung betreffend Massnahmen zum Schutz des Haus- und Wildgeflügels vor der Weiterverbreitung der Aviären Influenza (Vogelgrippe) finden sich detaillierte Angaben über die im Kanton Basel-Landschaft geltenden Vorschriften.

Der Veterinärdienst bittet die Geflügelhalter, die Massnahmen konsequent umzusetzen und so einen Eintrag der Krankheit in den Hausgeflügelbestand zu vermeiden und bedankt sich für die Unterstützung bei der Bekämpfung der Vogelgrippe.

Registrierungspflicht für Geflügel

Für die Eindämmung der Vogelgrippe ist es wichtig, dass der Bund sowie die kantonalen Veterinärdienste alle Geflügelbetriebe kennen. Seit dem 1. Januar 2010 ist deshalb die Registrierung von Geflügelhaltungen obligatorisch. Dies gilt auch für Hobbyhaltungen. Geflügelhalter, die ihr Geflügel noch nicht gemeldet haben, werden daher aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen.

Keine Gefahr für den Menschen

Nach heutigem Wissensstand ist der aktuell zirkulierende Virusstamm nicht auf den Menschen übertragbar. Geflügelprodukte wie Poulet-Fleisch und Eier können nach wie vor ohne Bedenken konsumiert werden. 

Weitere Informationen

Allgemeinverfügung betreffend Massnahmen zum Schutz des Haus- und Wildgeflügels vor der Weiterverbreitung der Aviären Influenza (Vogelgrippe) im Kanton Basel-Landschaft

Ausdehnung der Kontroll- und Beobachtungsgebiete im Kanton Basel-Landschaft (Karte)

Verordnung des BLV vom 26. November 2021 über Massnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung der Aviären Influenza: https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/777/de

Informationen für Geflügelhaltende: https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierseuchen/uebersicht-seuchen/alle-tierseuchen/ai.html

Medienmitteilung des Bundes: https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/dokumentation/nsb-news-list.msg-id-86136.html

_____________________________________________________________________________________

Veterinärwesen

Das Veterinärwesen überwacht und vollzieht die Gesetzgebung in den Bereichen Tiergesundheit und Tierverkehr, bekämpft Tierseuchen, bearbeitet die gemeldeten Tierschutzfälle, kontrolliert die landwirtschaftlichen Primärproduktionsbetriebe, überwacht die Schlachtbetriebe und die Schlachtungen, vollzieht bei Problemen in der Fleisch- und Milchproduktion.

Die Hundestelle arbeitet im Bereich der eidgenössischen Tierschutz- und der kantonalen Hundegesetzgebung zur Minderung von Bissvorfällen von Hunden.

Die enge Verflechtung der verschiedenen Aufgaben machen das öffentliche Veterinärwesen zu einem wichtigen Baustein zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier (Veterinary Public Health (VPH) und „One Health“-Konzept).