Veterinärwesen

Schweizweite Massnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe angeordnet

Nachdem die Vogelgrippe in einer privaten Tierhaltung im Kanton Zürich aufgetreten ist, verordnet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV in Absprache mit den Kantonen schweizweite Schutzmassnahmen.

In weiten Teilen Europas tritt das Vogelgrippe-Virus seit einiger Zeit vermehrt auf. Damit steigt das Risiko, dass Wildvögel die Seuche in die Schweiz bringen. Letzte Woche wurden die ersten zwei Krankheitsfälle in Seuzach im Kanton Zürich gemeldet. Aufgrund des Gefahrenpotenzials und der unsicheren Risikolage verfügt das BLV zusammen mit den Kantonen deshalb vorbeugende Massnahmen für die ganze Schweiz.

Vorschriften für Geflügelhaltende gelten in der ganzen Schweiz

Der gesamte Kanton Basel-Landschaft liegt Kontrollgebiet, welches die gesamte Schweiz umfasst.

Ab Montag, dem 28. November 2022, sind somit alle Geflügelhaltenden in der Schweiz aufgefordert, folgende Vorschriften zu befolgen:

- Beschränken Sie den Auslauf des Hausgeflügels auf einen vor Wildvögeln geschützten Bereich.

  Ist dies nicht möglich, stellen Sie sicher, dass Futter- und Wasserstellen für Wildvögel nicht zugänglich sind.

  Schützen Sie Auslaufflächen und Wasserbecken durch Zäune oder engmaschige Netze vor Wildvögeln.

- Halten Sie Hühner getrennt von Gänsen und Enten.

- Verhindern Sie das Einschleppen des Virus in die Tierhaltung über Personen und Geräte:

  Beschränken Sie deshalb den Zutritt zu den Tieren auf das Notwendigste und richten Sie eine Hygieneschleuse ein.

  Ziehen Sie saubere Schuhe und Kleider an und waschen und desinfizieren Sie die Hände vor dem Betreten.

- Geflügelmärkte und -ausstellungen sind verboten.

Diese Massnahmen gelten sowohl für Nutztier-, wie auch für Hobbyhaltungen mindestens bis am 15. Februar 2023.

Die Verordnung tritt in der Nacht vom Sonntag auf Montag, den 28.11.2022 um 00.00 Uhr in Kraft.

Der aktuell zirkulierende Virusstamm H5N1 ist nach heutigem Erkenntnisstand nur in äusserst seltenen Fällen und nur bei sehr engem Kontakt auf den Menschen übertragbar. Geflügelprodukte wie Poulet-Fleisch und Eier können ohne Bedenken konsumiert werden. Tot aufgefundene Wildvögel sollten aus Sicherheitsgründen generell nicht berührt werden. Sie sind der Wildhut, der Polizei oder dem Veterinärdienst zu melden. Seit 01.01.2010 besteht eine Registrierungspflicht für Geflügelhaltungen. Diese gilt auch für Hobbyhaltungen mit nur wenigen Tieren.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des BLV. Bei Fragen stehen wir Ihnen per Mail unter [email protected] oder telefonisch unter 061 552 20 00 zur Verfügung.

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Medienmitteilung vom 2. August 2022

Krebspest in der Lüssel: Aufhebung der Massnahmen

Ukrainische Flüchtlinge mit Hunden oder Katzen

Zahlreiche Menschen befinden sich auf der Flucht aus der Ukraine. Hunde und Katzen, die von ihren Besitzern mitgeführt werden, dürfen in die Schweiz einreisen, auch wenn nicht alle Einfuhrbedingungen erfüllt sind. Das ALV prüft dann im Einzelfall, welche Massnahmen getroffen werden müssen, um eine Ansteckung mit Tollwut bei Mensch und Tier sicher auszuschliessen und informiert die Tierhalter entsprechend.

Alle aus der Ukraine eingeführten Tiere müssen zwingend beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen gemeldet werden. Das Formular zur Meldung eingeführter Tiere sowie Informationen (auch in ukrainischer und englischer Sprache) finden Sie hier.

Wenn Sie ein Tier aus der Ukraine mitgebracht haben oder einer flüchtenden Person mit einem Tier Unterkunft geben, melden Sie sich bitte unverzüglich bei uns (E-Mail an: [email protected])

Registrierungspflicht für Geflügel

Für die Eindämmung der Vogelgrippe ist es wichtig, dass der Bund sowie die kantonalen Veterinärdienste alle Geflügelbetriebe kennen. Seit dem 1. Januar 2010 ist deshalb die Registrierung von Geflügelhaltungen obligatorisch. Dies gilt auch für Hobbyhaltungen. Geflügelhalter, die ihr Geflügel noch nicht gemeldet haben, werden daher aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen.

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Italien meldet Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen im Piemont, rund 135 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Um die Krankheit einzudämmen, sind auch Schweizer Schweinehaltende aufgefordert, keine Essensreste an Schweine zu verfüttern, den Zugang zu den Ställen und die Umzäunung zu kontrollieren und eine Hygieneschleuse einzurichten. Reisende sollen kein Wildschwein- oder Schweinefleisch aus den betroffenen Regionen einführen. Nach Jagdreisen müssen Kleidung und Fahrzeuge gereinigt und desinfiziert werden. 

Weitere Informationen des BLV: Afrikanische Schweinepest (ASP) (admin.ch)

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Veterinärwesen

Das Veterinärwesen überwacht und vollzieht die Gesetzgebung in den Bereichen Tiergesundheit und Tierverkehr, bekämpft Tierseuchen, bearbeitet die gemeldeten Tierschutzfälle, kontrolliert die landwirtschaftlichen Primärproduktionsbetriebe, überwacht die Schlachtbetriebe und die Schlachtungen, vollzieht bei Problemen in der Fleisch- und Milchproduktion.

Die Hundestelle arbeitet im Bereich der eidgenössischen Tierschutz- und der kantonalen Hundegesetzgebung zur Minderung von Bissvorfällen von Hunden.

Die enge Verflechtung der verschiedenen Aufgaben machen das öffentliche Veterinärwesen zu einem wichtigen Baustein zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier (Veterinary Public Health (VPH) und „One Health“-Konzept).