Strassenbau- und Abwasserprojekt Bruggstrasse Ost, Reinach / Dornacherstrasse, Aesch
Strassenbau- und Abwasserprojekt Bruggstrasse Ost, Reinach / Dornacherstrasse, Aesch
Seit Mitte 2025 läuft in Reinach und Aesch die Ausführung von zwei kantonalen Bauprojekten parallel: der Ausbau und die Erneuerung der Bruggstrasse Ost (Reinach) sowie der Bau des unterirdischen Mischwasserbeckens Dornachbrugg (Aesch) inklusive Zuleitungen und Bauwerken.
Das Strassenprojekt des Tiefbauamts überschneidet sich räumlich mit dem Abwasserprojekt des Amts für Industrielle Betriebe. Die beiden Vorhaben sind aufeinander abgestimmt und werden gleichzeitig umgesetzt. Parallel sind zwei Bauequipen im Einsatz. Die Bauarbeiten dauern bis Mai 2028.
Ausbau und Erneuerung der Bruggstrasse Ost in Reinach – Projektbeschrieb
Die Bruggstrasse in Reinach ist für die Region eine wichtige Verkehrsachse. Hier treffen der motorisierte und der öffentliche Verkehr sowie der Velo- und Fussverkehr aus verschiedenen Richtungen aufeinander. Mit der Entwicklung neuer Quartiere steigt auch das Verkehrsvolumen. Zwischen der Autobahn A18 (Anschluss Reinach Süd) und dem Kreisel an der Birs stösst der intensiv genutzte Strassenabschnitt an seine Kapazitätsgrenze. Die Massnahmen des Um- und Neubaus bringen Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmenden, schaffen eine zukunftsfähige Infrastruktur und optimieren den Verkehrsfluss.
Visualisierung zum Ausbau und der Erneuerung der Bruggstrasse Ost in Reinach
Die Zahl der Fahrspuren erhöht sich von drei auf vier bzw. auf zwei pro Fahrtrichtung. Die Strasse erhält einen lärmmindernden Belag. Eine bestehende Kalksandsteinmauer wird durch eine Lärmschutzwand ersetzt.
Der kombinierte Fuss- und Veloweg wird durchgängig durch einen Grünstreifen von der Strasse getrennt. Es werden attraktive, sichere Anschlüsse zur geplanten Velobrücke Kägen über die A18 und zum Birs-Veloweg (Birsstadt-Projekt) hergestellt.
Die Bushaltestellen «Neu Reinach» und deren Zugänge werden gemäss Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) umgebaut, der Busverkehr zum Bahnhof Arlesheim/Dornach wird über eine zusätzliche Zufahrt im Kreisel priorisiert.
Bau des Mischwasserbeckens Dornachbrugg in Aesch – Projektbeschrieb
Wie in den meisten Baselbieter Gemeinden üblich, entwässern Aesch Nord und Reinach Süd die Wohngebiete im Mischsystem. Regen- und Abwasser vermengen sich in der Kanalisation. Bei starkem Regen steigt die Wassermenge in den Rohren sprunghaft an und übersteigt die Kapazität des Systems. Was zu viel ist, wird direkt in Birs eingeleitet. Damit gelangt aber auch viel Unrat in den Fluss, der sich in der Trockenzeit in der Kanalisation ablagern konnte.
Symbolbild eines runden Mischwasserbeckens. Das Bauwerk zwischen Dornacherstrasse und Birs liegt unterirdisch und wird nach Ende der Arbeiten bis auf kleine Hilfsbauten nicht mehr zu sehen sein.
Das Mischwasserbecken Dornachbrugg fängt diesen ersten Schmutzstoss in Zukunft auf. Sobald sich die Wetterlage entspannt, wird das Becken kontrolliert in Richtung ARA Birs (Abwasserreinigungsanlage in Birsfelden) geleert.
Das runde Becken (Durchmesser 20 Meter, Volumen knapp 2‘000 Kubikmeter) wird unterirdisch zwischen Birsuferweg und Dornacherstrasse in Aesch gebaut. Oberirdisch wird davon nur ein kleines Betriebsgebäude zu sehen sein.
Für den Anschluss an die Kanalisationen braucht es Zuleitungen bis zur Dornacherstrasse und zur Bruggstrasse.
An der Bruggstrasse entsteht zudem ein unterirdisches Entlastungs- bzw. Trennbauwerk. Dort wird die Richtung bestimmt, die das Wasser nimmt: zum neuen Mischwasserbecken, zur Kläranlage oder als letzte Möglichkeit dann doch noch zur Birs.
Bauphase 1b – Januar bis ca. Oktober 2026
Die zusätzliche Fahrspur der Bruggstrasse Richtung Dornach ist inzwischen ebenso gebaut wie der parallel laufende Fuss- und Veloweg. Die Personenunterführung zur Gstadstrasse wurde angepasst. Im Dezember 2025 haben 150 Schulkinder deren südliche Mauer zum Thema «Wasserwelten» bemalt. Auch die ersten Bauwerke für das zukünftige Mischwasserbecken sind bereits erstellt.
Anfang Januar 2026 begann eine neue Bauphase für das Doppelprojekt, insbesondere mit Arbeiten an der Dornacherstrasse. Für die Zuleitung zum Mischwasserbecken wurde unterirdisch ein Tunnel gebohrt und oberirdisch wurde die Baugrube mit Spundwänden gegen das Grundwasser abgedichtet. Die Bohrung führt zu einem dumpfen Geräusch, das Einschlagen der Spundwände war in der Nachbarschaft zu hören und auch zu spüren. Vertiefende Informationen zum Projekt.
Das Tiefbauamt wird in Phase 1b den grössten Teil des südlichen halben Kreisels erstellen, inkl. allen dazugehörigen Werkleitungen. Die Dornacherstrasse wird gleichzeitig in der Phase instand gestellt.
Auswirkungen von Bauphase 1b auf den Verkehr
Der Parkplatz Dornachbrugg Aesch ist seit 5. Januar 2026 gesperrt. In der Woche vom 12. Januar 2026 wurden in Nachtarbeit der Kreisel und die Verkehrsinsel vor der neuen Nepomukbrücke eingeebnet.
Seit dem 19. Januar 2026 ist das Verkehrssystem wie folgt:
Die Bruggstrasse Ost bleibt in beide Richtungen einspurig mit Tempo 30 km/h befahrbar.
Die Dornacherstrasse ist von der Bruggstrasse bis vor die Zufahrt Aerewohnsiedlung (Autoeinstellhalle) gesperrt. Der gesamte Verkehr zwischen der Bruggstrasse und der Dornacherstrasse nutzt die Fluhstrasse und den Akazienweg als Umleitung in beide Richtungen. Auf diesen beiden Strassen gilt ein Halteverbot.
Die Haltestelle „Aesch Sonnenweg“ der Buslinie 65 wird temporär zum Birsweg verschoben.
Der Fussverkehr wird signalisiert und ist in alle Richtungen möglich, der Veloverkehr wird signalisiert und via Akazienweg und Fluhstrasse umgeleitet.
Kontakte
Projekt Strassenbau
Bauleiter: Andreas Abt (Sutter Ingenieur- und Planungsbüro AG), 061 935 10 59, [email protected]
Bauleiter: Martin Becker (gsi Bau- und Wirtschaftsingenieure AG), 061 279 95 77, [email protected]
Projektleiter: Marco Müller (Amt für Industrielle Betriebe Baselland), 061 315 10 68, [email protected]
Fragen und Antworten
Warum läuft das Projekt erst jetzt, der Bau des neuen Quartiers war ja seit Jahren bekannt?
Sobald die Planung der Überbauung geklärt war, konnten wir unsere Planung für den Strassen-, den Velo- und den Fussverkehr beginnen und den benötigten Raum sichern. Ein solches Strassenbauprojekt wird immer auch mit weiteren Arbeiten koordiniert. Dazu gehört in diesem Fall die Abstimmung mit dem Abwasserprojekt des Amts für Industrielle Betriebe. Im Weiteren galt es, den Neubau von diversen Werkleitungen einzuplanen.
Die Bruggstrasse als vielbefahrene Verkehrsachse erhält eine weitere Spur. Beim Kreisel scheint es bei einem Nadelöhr zu bleiben. Was bringt die vierte Spur wirklich?
Der zweite Fahrstreifen in Fahrtrichtung Dornach ist für die Rechtsabbieger. Somit gibt es getrennte Fahrstreifen für den Verkehr geradeaus und den Abbiegeverkehr in die Dornacherstrasse. Dies bringt Entlastung für den gesamten Verkehr in diese Richtung.
Mit der Überbauung nimmt die Anzahl der Autos zu. Wie soll das funktionieren, wenn der Kreisel jetzt schon überlastet ist?
Die Entwicklung eines neuen Quartiers führt automatisch zu mehr Verkehr. Die zweite Spur in Richtung Dornach entlastet den gesamten Verkehr und optimiert die Situation, ähnlich wie bei der Motorfahrzeugkontrolle in Münchenstein. Ein Stau lässt sich dadurch zu Stosszeiten aber nicht gänzlich vermeiden.
In den Bauphasen 1a und 1b bis Oktober 2026 wird der Verkehr auf der Bruggstrasse auf nur je einer Spur pro Fahrtrichtung geführt. Wie hat sich der Verkehrsfluss bis jetzt entwickelt?
Der Verkehr fliesst gut. Da sich ein Teil des Autoverkehrs bei längeren Baustellen auf alternative Routen oder auf andere Verkehrsmittel verlagert, gab es in Phase 1a keine Verschlechterung des Verkehrsflusses. In Phase 1b ab 19. Januar 2026 vergrössert sich die Spurbreite von 3 Meter auf 3,50 Meter, was zur Verkehrssicherheit auf diesem Abschnitt beiträgt.
Sind weitere Strassenbauprojekte in der Region Reinach / Aesch während der Bauzeit bis Mai 2028 geplant?
Wir stehen sowohl im Austausch mit dem Bundesamt für Strassen, wie auch mit den Gemeinden und der BLT. Die geplanten Projekte der nächsten drei Jahre sind uns bekannt und werden beim Bauablauf berücksichtigt. Im Herbst 2026 startet das Nachbarprojekt Reinach Velobrücke Kägen über die A18. Diese Baumassnahmen dauern ebenfalls bis Frühling 2028. Nach Fertigstellung beider Projekte steht dem Fuss- und Veloverkehr eine attraktive und sichere West-Ostverbindung zwischen dem Bahnhof Arlesheim/Dornach und dem Gewerbegebiet Kägen zur Verfügung.
Die Bushaltestelle Richtung Dornach wird ca. 150 m Richtung Kreisel verschoben. Warum?
Die Haltestelle liegt heute am falschen Ort. Die Anwohnenden der Wohnsiedlung Aere sind künftig schnell bei der neuen Bushaltestelle. Die Anwohnenden des Gstadstrasse Quartiers auf der nord-/westlichen Seite nutzen die umgebaute Personenunterführung und gelangen so zur Haltestelle. Anwohnende im nord-/östlichen Gstadstrasse Quartier gelangen via Fussgängerquerung beim neuen Kreisel oder auf dem bestehenden Fussweg unter der neuen Nepomukbrücke zur Bushaltestelle.
Mit dem Ausbau der Bruggstrasse gibt es auch eine separaten Fuss- und Veloweg. Wann wird das Kägengebiet erschlossen?
Die Bauarbeiten der Bruggstrasse und das Bauprojekt «Fuss- und Veloweg Reinach-Kägen - Dornachbrugg inkl. neue Brücke über A18» sind aufeinander abgestimmt. Die Bauarbeiten beginnen im Herbst 2026 und dauern bis Frühjahr 2028.
Es wird ja eine zweite Brücke mit noch unbekanntem Standort geben. Es ist befremdlich, dass aktuell ein Grossprojekt umgesetzt wird, ohne den zweite Brückenstandort zu kennen.
Aktuell wird eine Machbarkeitsstudie für die Variante Süd als möglichen Brückenstandort zwischen Dornach und Aesch erstellt. Bis zur Umsetzung wird noch einige Zeit vergehen. Das aktuelle Projekt Bruggstrasse mit der zusätzlichen Fahrspur bringt aber bereits eine verkehrliche Verbesserung.
Wann ist es wieder möglich, von der Fluhstrasse in die Bruggstrasse zu fahren?
Die Fluhstrasse war in der ersten Bauphase eine Sackgasse. Seit Ende November 2025 kann aber wieder nach rechts in die Bruggstrasse abgebogen werden. Ab 19. Januar 2026 fliesst der Verkehr von der Dornacherstrasse zur Bruggstrasse via Akazienweg und Fluhstrasse. Eine Ausfahrt aus der Fluhstrasse in die Bruggstrasse ist ab dann in beide Richtungen möglich. Umgekehrt biegt auch der Verkehr von der Bruggstrasse aus beiden Richtungen in die Fluhstrasse ein.
Wie wird der Veloverkehr nach Abschluss des Projekts zum Bahnhof Dornach geführt?
Wie bisher über die neue Nepomukbrücke. Der Veloverkehr muss die Dornacherstrasse auf alle Fälle queren. Er nutzt die Furt beim Fussgängerstreifen als Einfahrt in den Kreisel. Mit dem Kanton Solothurn sind wir im Gespräch wegen der alten Nepomukbrücke.
Das Mischwasserbecken auf dem verwendeten Symbolbild ragt aus dem Boden heraus. Was passiert mit dem Parkplatz?
Das Mischwasserbecken Dornachbrugg wird unterirdisch gebaut, davon sieht man später fast nichts mehr. Es wird ein paar Öffnungen und ein kleines Betriebsgebäude geben. Anschliessend kann die Parzelle neu genutzt werden. Aktuell finden Gespräche mit der Gemeinde Aesch statt, welche diese Fläche aufwerten will. Die Fläche neben dem Bauplatz für das Mischwasserbecken ist eine Arbeitsfläche für Baumaschinen und Container. Auch die Parkplätze für die Minigolf-Anlage werden nicht beansprucht. Für die Recycling-Container wird es während der Bauzeit eine temporäre Lösung geben.
Ist die Postzustellung während der Bauzeit gewährleistet? Können die Abfuhrdaten der Gemeinden eingehalten werden?
Ja, die Postzustellung ist während der ganzen Bauzeit gewährleistet. Die Abfuhrdaten der Gemeinden sind von der Baustelle nicht tangiert.
Kommt es auf der Baustelle zu längeren Arbeitstagen, Wochenend- oder Nachtarbeiten?
In der Woche vom 12. Januar 2026 werden der Kreisel und die Verkehrsinsel unten an der Bruggstrasse eingeebnet, damit der Verkehr dort geradeaus zur neuen Nepomukbrücke fahren kann. Dies muss in Nachtarbeit geschehen. Später im Projekt kommt es insbesondere bei den Deckbelagsarbeiten (2028) zu Wochenendarbeiten. Bei den Betonierarbeiten vor allem im Kreiselbereich ist nicht ausgeschlossen, dass ausnahmsweise auch über den Mittag gearbeitet werden muss oder abends länger. Die unmittelbare Nachbarschaft wird vor solchen Arbeitsschritten schriftlich informiert. Bei allen anderen Arbeiten werden die Arbeitszeiten gemäss den gesetzlichen Vorgaben eingehalten.
Sind die Parkplätze für die Anwohnenden und Gewerbetreibenden während der gesamten Bauzeit nutzbar?
Seit Juni 2025 ist der Parkplatz an der Dornacherstrasse in Aesch eine Arbeitsfläche mit Bürocontainern und einem Geräte- und Materiallager.
Sind die Zugänge zu den Liegenschaften während der gesamten Bauzeit gewährleistet?
Die Zugänge zu den Liegenschaften sind während der gesamten Bauzeit immer gewährleitet.
Mit welchen Emissionen (Lärm, Staub, Erschütterung) ist zu rechnen?
Die zu erwartenden Störungen entsprechen den üblichen Emissionen, wie sie im Tiefbau und bei Strassenbauarbeiten entstehen. In der Bauphase 1b – hauptsächlich zwischen Januar und März 2026 – werden der Bau der unterirdischen Zuleitung für das Mischwasserbecken und das Einbringen der Spundwände an der Dornacherstrasse zu hören und teilweise auch zu spüren sein.
Weitere Informationen
Diese Webseite (www.bl.ch/bruggstrasse) wird regelmässig aktualisiert. Die Anwohnerinnen und Anwohner werden zudem mit Flugblättern informiert. Zusätzlich steht eine Baustellen-App zur Verfügung, die insbesondere über geänderte Verkehrsführungen informiert. Weiteres Infomaterial ist in der folgenden Rubrik «Dokumente» abgelegt, zum Beispiel ein Info-Flyer, der die beiden Projekte präsentiert. Ein weiterer Infokanal sind die regionalen Medien.