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PFAS: Kanton Basel-Landschaft beschliesst interdirektionale Arbeitsgruppe und veröffentlicht Ergebnisse des Milchmonitorings
Der Regierungsrat hat eine interdirektionale Arbeitsgruppe PFAS eingesetzt, um die mit PFAS in Zusammenhang stehenden Aufgaben interdirektional sowie im Abgleich zu den Arbeiten auf Bundesebene zu koordinieren und zu bearbeiten. Neu liegt ein PFAS-Monitoring Rohmilch der beiden Basler Kantone vor: Von 204 untersuchten Milchbetrieben lagen 31 Proben über dem von der Europäischen Union empfohlenen Richtwert. Die Ergebnisse bewegen sich im nationalen Durchschnitt. Die heute gültigen Bestimmungen erlauben weiterhin die uneingeschränkte Abgabe, Verarbeitung und den Konsum der Milch.
Die Stoffgruppe PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) wurde aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften in zahlreichen Industrieprozessen und Alltagsprodukten eingesetzt und ist heute aufgrund ihrer Stabilität und Langlebigkeit in weiten Teilen der Umwelt (Grundwasser, Oberflächengewässern, Böden, Abfällen, Lebensmittelkette) nachweisbar. Neben diffusen Einträgen sind insbesondere Punktquellen wie beispielsweise Deponien, Abwasserreinigungsanlagen, belastete Standorte und industrielle Produktionen relevant. Da auch viele Konsumprodukte PFAS enthalten, gelangen PFAS auch via Haushalte in die Umwelt. Die Herausforderungen im Umgang mit PFAS beschränken sich deshalb nicht auf einzelne Fachbereiche, sondern betreffen Umwelt, Landwirtschaft, Gesundheit, Lebensmittel, Industrie und Konsum.
PFAS erfordern ein koordiniertes Vorgehen von Bund und Kantonen
Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat die Erarbeitung eines nationalen Aktionsplans beschlossen. Die Projektleitung liegt beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Ziel ist die Koordination bestehender Aktivitäten auf Bundes- und Kantonsebene und den Umgang mit PFAS schweizweit abzustimmen.
In Ergänzung dazu hat der Regierungsrat eine interdirektionale Arbeitsgruppe PFAS lanciert. Diese vereint Fachwissen aus zuständigen Dienststellen für Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz, Landwirtschaft und Standortförderung. Die Arbeitsgruppe soll die Wissensgrundlage im Kanton ausbauen, Belastungen frühzeitig erkennen, Grundlagen für den Umgang mit PFAS im Kanton schaffen, Massnahmen initiieren sowie die kantonalen Aktivitäten koordinieren. Gleichzeitig dient die Arbeitsgruppe als zentrale Anlaufstelle für betroffene Akteure.
Milchmonitoring liefert wichtige Datengrundlagen
Ein aus Sicht Landwirtschaft aktueller Baustein ist das PFAS-Monitoring in der Rohmilch, das in Zusammenarbeit mit dem Bauernverband beider Basel (BVBB) lanciert wurde. Im Frühjahr 2026 wurde die Milch von allen Milchproduzentinnen und Milchproduzenten der beiden Basel auf PFAS untersucht. Die Teilnahme erfolgte freiwillig. Bei 173 Milchproduzenten (85 Prozent) lagen die Messwerte unter dem von der Europäischen Union empfohlenen Richtwert, oder es konnten keine PFAS nachgewiesen werden. Bei 31 Proben (15 Prozent) wurde der Richtwert für Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) knapp erreicht oder überschritten.
Für Milch bestehen in der Schweiz derzeit keine gesetzlichen PFAS-Höchstwerte. Die Europäische Union empfiehlt bei Überschreitungen des Richtwerts in Milch eine vertiefte Ursachenabklärung. Entsprechend erhalten die betroffenen Betriebe beider Basel die Möglichkeit, eine Nachmessung durchführen zu lassen. Bestätigt sich die Belastung, können die möglichen Ursachen auf freiwilliger Basis gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen analysiert und Massnahmen zu deren Absenkung ergriffen werden.
Die Ergebnisse des Monitorings entsprechen insgesamt den Erfahrungen anderer Kantone und bewegen sich im nationalen Durchschnitt. Die heute gültigen Bestimmungen erlauben weiterhin die uneingeschränkte Abgabe, Verarbeitung und den Konsum der Milch.
PFAS – kurz erklärt |
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PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Chemikalien. Sie werden seit Jahrzehnten wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt, beispielsweise in Beschichtungen, Verpackungen, Textilien oder Feuerlöschschäumen. Viele PFAS sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und können sich über lange Zeit in Böden, Gewässern sowie in Pflanzen, Tieren und Menschen anreichern. Aufgrund dieser Eigenschaften werden PFAS häufig auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich auf der Webseite des Kantons Basel-Landschaft unter: https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/bau-und-umweltschutzdirektion/umweltschutz-energie/pfas |