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Polizei BL: Kriminalstatistik 2010 / Verkehrsunfallstatistik 2010

28.03.2011
  • Anzahl Verkehrsunfälle so tief wie seit 1979 nicht mehr
  • 6 Prozent weniger Straftaten / Leichter Rückgang der Einbrüche
Die Polizei Basel-Landschaft hat heute Montag, 28. März 2011, im Rahmen einer Medienkonferenz ihre Kriminal- und Verkehrsunfall-Statistiken für das Jahr 2010 präsentiert. Die Bilanzen fallen hervorragend aus.

Aus der Kriminalstatistik 2010 für den Kanton Basel-Landschaft geht hervor, dass der Kanton BL nach wie vor ein sicheres Pflaster ist. Die Anzahl Straftaten ging um 6 Prozent auf 14'372  (2009: 15’305) zurück. Die Wahrscheinlichkeit, im Kanton BL Geschädigte/r eines Deliktes zu werden, liegt klar unter dem nationalen Durchschnitt; auch in allen umliegenden Kantonen liegt dieser Wert höher. Nachdem vor Jahresfrist eine erhebliche Zunahme der Einbrüche hatte vermeldet werden müssen, ging die Anzahl der Einbrüche im Jahr 2010 wieder leicht zurück. Die Jugenddelikt gingen insgesamt ebenfalls zurück. Da jedoch gleichzeitig bei den minderschweren Gewaltdelikten erhebliche Zunahmen zu verzeichnen waren, besteht nach wie vor grosser Präventionsbedarf.

Auf den Strassen des Kantons Basel-Landschaft ereigneten sich im Jahr 2010 17 Prozent weniger Verkehrsunfälle als im Jahre 2009. Die Anzahl der Verkehrsunfälle (1294) entspricht dem tiefsten Wert seit 1979, also seit 31 Jahren. In der gleichen Zeitspanne hat sich die Menge der immatrikulierten Motorfahrzeuge verdoppelt. Hingegen gab es mehr Unfälle auf Fussgängerstreifen. Auch die Zahl der verletzten Personen (762) fiel gegenüber dem Vorjahr erfreulicherweise um 16 Prozent geringer aus. Leider fanden wiederum neun Menschen auf unseren Strassen den Tod – gleich viele wie im Vorjahr.

Kriminalstatistik 2010
Die Anzahl erfasster Straftaten hat im Kanton Basel-Landschaft 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 6 % (rund 900 Fälle) abgenommen, was den gesamtschweizerischen Rückgang von rund 2 % noch übertrifft. Die deutlichste Reduktion von über einem Drittel der Delikte ergab sich bei den Straftaten gegen die sexuelle Integrität. Gemessen an der Kriminalitätshäufigkeit (Straftaten pro 1000 Einwohner) bleibt Basel-Landschaft mit der so genannten Häufigkeitszahl von 48,2 klar sicherster Kanton der Nordwestschweiz. Die Häufigkeitzahl verringerte sich - wie die Anzahl Straftaten - um 6 Prozent.

Insgesamt wurden 14’372 (im Vorjahr 15’305) Straftaten erfasst. Wie in den Vorjahren richteten sich 91 % aller Delikte gegen Bestimmungen des Strafgesetzbuches, wobei knapp drei Viertel dieser Delikte gegen das Vermögen erfolgten. Diebstähle und Sachbeschädigungen machten dabei den überwiegenden Teil aus. 7 % aller erfassten Straftaten erfolgten gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Die polizeiliche Aufklärungsrate liegt insgesamt bei 28 Prozent (im Vorjahr 29%).
Der Anteil an ausländischen Tatverdächtigen an Verstössen gegen das Strafgesetzbuch lag bei 43 % (2009: 45 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei 11 % (Vorjahr 10%) um nicht in der Schweiz wohnhafte Tatverdächtige („Kriminaltouristen“) handelt.

Im Vergleich zum Vorjahr sind Gewaltdelikte, insbesondere schwere Gewaltstraftaten, zurückgegangen. Bei 7 % (Vorjahr 8%) aller Straftaten wurde Gewalt angewendet oder zumindest angedroht. Schwere Gewalt wurde in 27 Fällen (2009: 34) angewandt. Mehr als vervierfacht haben sich dagegen Angriffe (Art. 134 StGB). Raubdelikte blieben auf hohem Niveau stabil. Nach wie vor waren 85 % aller Gewaltstraftäter männlich, während 45 % (Vorjahr 42 %) der Gewaltopfer weiblich waren. 42 % der Gewaltstraftäter (2009: 47 %) waren Ausländer.

Die von jugendlichen Straftäterinnen und Straftätern begangenen Delikte sind gesamthaft um 20 % zurückgegangen. Dieses grundsätzlich positive Bild wird dadurch getrübt, dass leichte Gewaltdelikte wie einfache Körperverletzungen (+ 29 %) und Angriffe (+ 91 %) deutlich zugenommen haben. Eine Tendenz hin zu schwereren Gewaltstraftaten konnte jedoch nicht festgestellt werden. Es bleibt festzuhalten, dass der Anteil jugendlicher Gewaltstraftäterinnen und -täter (18 %) und jugendlicher Opfer (20 %) deutlich über deren Anteil an der Kantonsbevölkerung liegt. Den entsprechenden Präventionsbemühungen muss deshalb unverändert Beachtung geschenkt werden.

Einbruchdiebstähle sind 2010 um 46 auf 1’585 Fälle zurückgegangen (- 3 %). Diese Zahl liegt weiterhin unterhalb des Mittelwertes der vergangenen 15 Jahre. Wie im Vorjahr erfolgte die Mehrheit der Einbrüche (57 %) in den Wohnbereich. In der Kriminalstatistik ist die Bedeutung der Einbruchdiebstähle hoch, zählt doch jeder Einbruchdiebstahl dreifach (Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch).

Polizeiliche Interventionen wegen Häuslicher Gewalt beschäftigten die Polizei nach wie vor stark (durchschnittlich rund 2.5 Einsätze pro Tag). Die Anzahl erfasster Straftaten blieb dabei praktisch konstant. Ein Rückgang bei schweren Gewaltstraftaten wurde mit einer deutlichen Zunahme von Tätlichkeiten kompensiert, wobei sich nicht feststellen lässt, ob dies einer erhöhten Neigung zur Stellung eines Strafantrages zuzuschreiben ist. Häusliche Gewalt erfolgte in der Hälfte aller Fälle (Vorjahr: 43 %) durch Personen in einer Paarbeziehung. Durch die Polizei ausgesprochene Wegweisungen gewaltausübender Personen erhöhten sich von 78 auf 109 Fälle (+ 40 %).

> Kriminalstatistik 2010  [PDF]

Verkehrsunfallstatistik 2010
Im Jahre 2010 wurden im Kanton Basel-Landschaft 1294 polizeilich registrierte Verkehrs-unfälle verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Abnahme von 257 Fällen (-17%). Damit wurde seit 1979, bei einer guten Verdoppelung der im Kanton immatrikulierten Motorfahrzeuge, der tiefste Wert erreicht. Auch die Gesamtzahl der Verunfallten war im Berichtsjahr erheblich geringer als im Vorjahr: es verunfallten 762 Personen, d. h. 142 weniger (-16%), davon fanden 9 Personen den Tod (gleich viele wie im Vorjahr). Die Zahl der Verunfallten ist die tiefste seit 1993.

Positiv entwickelt hat sich die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Fussgängern. Sie nahm um 7% auf 81 Fälle mit insgesamt 87 Verunfallten (-7 %) ab. Diese Zahlen liegen leicht unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Leider waren 3 Tote zu verzeichnen und die Zahl der Unfälle auf Fussgängerstreifen nahm von 30 auf 35 Fälle (+17%) zu, gegenüber einer Abnahme bei den übrigen Unfallorten von 57 auf 46 (-19%).

Bei den Verkehrsunfällen mit Kindern setzte sich die rückläufige Tendenz seit 2004 fort mit einer Abnahme um 10% auf 46 Unfälle, dem tiefsten Stand der letzten zehn Jahre. 43 Kinder verunfallten dabei. Glücklicherweise wurde kein Kind getötet. Einer deutlichen Zunahme der Unfälle mit Kindern als Fussgänger (von 17 auf 28 Fälle) steht eine klare Abnahme der Unfälle mit Fahrrädern (von 15 auf 9 Fälle) entgegen. Die Zahl der als Fussgänger verunfallten Kinder bewegte sich ziemlich im Durchschnitt (29) der letzten zehn Jahre.

Die Verkehrsunfälle mit Senioren nahmen um 24% auf 231 Fälle ab mit einer gleichermassen geringeren Zahl von 64 Verunfallten. Darunter waren allerdings 11% mehr Schwerverletzte zu verzeichnen.

Ebenso erfreulich abgenommen haben die Verkehrsunfälle mit jungen Erwachsenen: 314 Fälle (-21%) mit 103 Verunfallten (-25%). Der Rückgang bei den Schwerverletzten ist mit 45% besonders hervorzuheben.

Bei den Verkehrsunfällen mit Zweirädern hat die Gesamtzahl der Unfälle um 21% auf 235 Fälle abgenommen. Dies ist der tiefste Wert der letzten 10 Jahre. Abgenommen haben vor allem die Fälle mit Personenschaden (-25%). Bei 222 Verunfallten (-24%) nahm die Zahl der Toten und Schwerverletzten um 15 (-7%) ab. Namentlich in den Kategorien Fahrrad (-25%), Motorrad < 125 cm3 und Motorrad > 125 cm3 (je -35%) gab es deutlich weniger verunfallte Personen.

Nachdem im Jahr 2009 die Verkehrsunfälle auf Autobahnen erheblich angestiegen waren, stabilisierte sich die Situation im Jahre 2010 auf 324 Unfälle (-1%) mit 180 Verunfallten (-8%). Die Unfälle auf der Autobahn A2 nahmen ab (-6% und 12% weniger Verunfallte), während die Unfälle auf der Autobahn H2 deutlich zunahmen (+38%), allerdings mit einer geringen Zunahme der Verunfallten (+6%). Die Zunahme der Unfälle dürfte mit den Baustellen auf der H2 im vergangenen Jahr zusammenhängen.

Die steigende Tendenz der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss wurde gestoppt. Die Zahl der Unfälle ging um 13% auf 160, diejenige der Verunfallten um 20% auf 73 zurück. Die Zahlen liegen leicht unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Nach wie vor war bei 12% der Verkehrsunfälle und bei 10% der Verunfallten bei einem Beteiligten Alkohol im Spiel.

> Verkehrsunfallstatistik 2010 [PDF]

Die ausführlichen, detaillierten Statistiken sind ab sofort auf der Homepage www.polizei.bl.ch im Bereich Statistiken einsehbar.

Weitere Informationen.

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