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Kurzbericht 2010 der Fachstelle Kindes- und Jugendschutz

18.02.2011

Die Aufgaben der Fachstelle für Kindes- und Jugendschutz liegen im Bereich des freiwilligen Kindesschutzes, welcher den zivil- und strafrechtlichen Kindesschutz ergänzt und unterstützt. Als Fachstelle ist sie weder fallführend, noch eine Behörde im Sinne des Verwaltungsverfahrens. Die drei Tätigkeitsschwerpunkte sind die Triage von Problemsituationen, die Koordination im Netzwerk Kindesschutz unseres Kantons sowie die Öffentlichkeitsarbeit zu Kindesschutzthemen.

Als telefonische Anlaufstelle für Fragen zu vermuteten oder festgestellten Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen, beispielsweise durch Vernachlässigung oder körperliche und sexuelle Übergriffe, familiäre Probleme etc. triagiert die Fachstelle Kindes- und Jugendschutz die anrufenden Privat- oder Fachpersonen an geeignete fallführende Stellen weiter. Zu Bürozeiten unter der Woche erhielten 2010 insgesamt 191 Personen Auskünfte zu geschilderten Situationen und Hinweise zu möglichen Schutzmassnahmen für das betroffene Kind. Allenfalls tätigt die Fachstelle für die angemessene Beratung zu komplexen Situationen weitere Abklärungen. Dafür kann die Fachstelle insbesondere auf die Unterstützung der vom Regierungsrat gewählten Mitglieder der interdisziplinären Fachkommission für Kindes- und Jugendschutz zurück greifen, welche über juristisches, psychologisches, kinderpsychiatrisches, vormundschaftsrechtliches und weiteres Fachwissen verfügen. Hauptziel der Triage ist, der anrufenden Person rasch und kompetent einen Vorschlag für das weitere Vorgehen zu vermitteln. Die anfragende Person wird so lange begleitet, bis der Kontakt mit einer geeigneten fallführenden Stelle hergestellt ist. Im Jahre 2010 ist die Anzahl der Anfragen gegenüber dem  Vorjahr um rund einen Drittel gestiegen. 186 weitere Kontakte mit anderen Stellen und Behörden sowie mit den anfragenden Personen resultierten daraus (2009: 86 Kontakte).

Im abgebildeten Diagramm sind die Situationen quantifiziert, welche die Anrufenden als Gefährdung für ein Kind angegeben haben.
> Grafik 1 [PDF]

Die Verteilung der Meldepersonen ist in etwa konstant: die meisten Anfragen kamen auch 2010 von Eltern (Mütter oder Väter), nämlich insgesamt 41%. Die zweitgrösste Gruppe der Meldepersonen stammt mit rund einem Viertel aus dem Schulbereich, gefolgt von Nachbarn und Bekannten (10%).
> Grafik 1 [PDF]

Bezogen auf die Altersstruktur der von den Meldepersonen genannten 246 Betroffenen im Jahr 2010 betrafen zwei Drittel der Meldungen Buben und Mädchen aus der Altersgruppe der 7-14- Jährigen.

"Koordinierend" und Impuls gebend wirkt die Fachstelle dort, wo Kindesschutzanliegen in andere Fachgebiete oder in die Beantwortung von bundes- oder kantonalrechtlichen Anfragen eingebracht werden. 2010 war dies beispielsweise im Rahmen der Arbeitsgruppe zur Einführung der Neuorganisation im Vormundschaftswesen, in der Arbeitsgruppe für ein kantonales Jugendhilfekonzept oder thematisch bei der Stellungnahme zu einem Vorschlag für ein nationales Kindesschutzprogramm und im Vernehmlassungsverfahren zum schweizerischen Staatenbericht zur Kinderrechtskonvention. Damit Kindesschutzanliegen nicht in den Hintergrund geraten, haben zudem einige inner- und überkantonale Vernetzungstreffen mit Fachaustausch stattgefunden insbesondere mit den Nachbarkantonen Solothurn und Basel-Stadt; und auch ganz konkret wurde gehandelt, etwa wenn für die Notfallstation im Spital ein einfaches Faxformular geschaffen wurde, das an die zuständigen Stellen versandt werden kann, wenn der Verdacht auf eine Gefährdung des Kindswohls besteht oder wenn eine Umfrage zum Wissen über Sexualität bei BerufswahlschülerInnen durchgeführt und ausgewertet wird in Zusammenarbeit mit der Ausbildungsinstitution. Auch vertritt die Fachstelle Kindesschutzanliegen konstant in der gemeinsamen Bedarfsplanungskommission BS/BL für die stationäre Jugend- und Behindertenhilfe. Im Zusammenhang mit neuen Erkenntnissen aus der Forschung oder Gesetzesänderungen ist die Fachstelle zudem für PraktikerInnen im Kanton Bezugspunkt und verlässliche Drehscheibe für Kindesschutzanliegen und -wissen.

Und schliesslich engagiert sich die Fachstelle in der Vermittlung von Information über Kindesschutzbelange. Damit sind klassische Informationsveranstaltungen wie Referate und Workshops beispielsweise für Eltern und Lehrpersonen zum Thema Internetsicherheit/Medienkompetenz gemeint oder Weiterbildungsveranstaltungen für Lehr- und andere Fachpersonen zur Prävention von sexueller Gewalt und Ausbeutung von Kindern. Wichtige Weiterbildungsthemen 2010 waren Jugendsexualität im Wandel (3D-Tagung), Kinder als Opfer von Partnerschaftsgewalt, Stärkung von SozialpädagogInnen und KinderärztInnen im Umgang mit Verdachtssituationen, Basiskenntnisse betr. Kindesschutz BL für Studierende an der Fachhochschule Nordwestschweiz. In gesamthaft 20 Veranstaltungen konnten ungefähr 2'000 Personen über die genannten Themen orientiert und dabei für Kindesschutzanliegen sensibilisiert werden. Mit Vorbereitung und Aufbereitung des Informationsmaterials zeigt sich dieser Bereich arbeitsmässig als der aufwändigste.

Auskunft:
Dominik Hächler und Helga Berchtold, Fachstelle Kindes- und Jugendschutz, 061 552 59 30
oder per E-Mail: kindesschutz@bl.ch

Liestal, 18. Februar 2011

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