Bericht zum Hochwasser von 2007 publiziert

02.02.2009
Die durch das Hochwasser vom 8./9. August 2007 verursachten Schäden im Baselbiet belaufen sich auf knapp 120 Millionen Franken. Dies ist dem Bericht über das Hochwasser zu entnehmen, den die Regierung heute Dienstag publiziert hat. Gleichzeitig mit dem Bericht sind auch die Antworten auf zwei parlamentarische Vorstösse (Interpellationen Rolf Richterich und Klaus Kirchmayr) veröffentlicht worden.

Als Folge der starken Niederschläge vom 8. August 2007 kam es im ganzen Kanton Basel-Landschaft zu erheblichen Überschwemmungen. Die Birs erreichte einen neuen Höchststand. Die durch das Hochwasser verursachten Schäden werden im heute veröffentlichten Bericht auf ca. 116,7 Millionen Franken beziffert. Diese Kosten umfassen alle bis dato erfassten Rechnungen.

Der Bericht kommt zum Schluss, dass sich die mit dem neuen Bevölkerungsschutzgesetz eingeführten Strukturen auf Stufe Gemeinden, Regionen und Kanton mit ihren Führungsstäben und Einsatzformationen insgesamt bewährt hätten. Es habe eine zeit- und lagegerechte Führung auf Stufe Kanton und Gemeinden sichergestellt werden können. Die getroffenen Entscheide und Leistungen hätten die nötige Wirkung an der Einsatzfront gezeigt.

Die Nachbearbeitung des Hochwasserereignisses durch eine kantonale Arbeitsgruppe hat zu den folgenden Empfehlungen geführt:
  • Organisatorische und technische Optimierung der Warnung und Alarmierung
  • Erstellen von einheitlichen und koordinierten Einsatz- und Eventualplanungen
  • Sensibilisierung der Behörden, Einsatzorganisationen und Bevölkerung für eigenverantwortliche Schutzmassnahmen
  • Beheben von erkannten Schutzdefiziten durch bauliche Hochwasserschutzmassnahmen
  • Schaffen von verbindlichen Rahmenbedingungen für die minimale Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit von Lifelines (zB. Spitäler, Elektrizitätswerke) sowie Steigerung der Umweltsicherheit bei Immissionen durch Naturereignisse
  • Prüfen von Anpassungen der Rechtsgrundlagen zur Minimierung von Schäden.
Wie im Bericht ausgeführt wird, lässt sich die Mehrheit der aufgeführten Empfehlungen in den nächsten drei bis vier Jahren realisieren. Bei den baulichen Hochwasserschutzprojekten sei von einem Planungs- und Ausführungshorizont von fünf bis zehn Jahren auszugehen. Die Umsetzung der Empfehlungen werde beim Kanton zusätzliche Personalressourcen und Finanzmittel beanspruchen. Auch die Gemeinden müssten Mittel für ihre Planungs- und Umsetzungsschritte bereitstellen.

Die Verantwortungsträger aller Stufen seien sich einig, dass im Verbund von Kanton, Gemeinden und Privaten  durch koordinierte und gezielte Massnahmen Hochwasserschäden minimiert werden könnten. Für alle Massnahmen so stellt es der Bericht klar, soll der Grundsatz der Zuständigkeitsfinanzierung gelten.

Auskunft:
Marcus Müller, Leiter Amt für Militär und Bevölkerungsschutz, Tel. 061 552 71 01, [email protected]

Hochwasserbericht: Bericht über das Hochwasser

Parlamentarische Vorstösse:
Interpellation 2007-209 von Rolf Richterich, FDP: Hochwasserereignis August 2007: Nie wieder?
Interpellation 2007-213 von Klaus Kirchmayr, Grüne Fraktion: Umweltverschmutzung bei Überschwemmungen

Liestal, 2. Februar 2009