458 Vereine haben an der freiwilligen Umfrage teilgenommen – ein erfreulich hoher Rücklauf. Die Mehrheit davon ist im Bereich Sport (36 %) oder in Kultur und Musik (23 %) aktiv.
Auffällig ist: In vielen Vereinen besteht die Mitgliederbasis zum grössten Teil aus Schweizer Staatsangehörigen oder Personen, die hier geboren wurden oder schon lange in der Schweiz leben. Nur wenige Vereine gaben an, eine stark durchmischte Mitgliederschaft zu haben. Berücksichtigt werden muss dabei, dass Migrations- und Diasporavereine bewusst nicht angeschrieben wurden – im Zentrum standen Vereine, die nicht spezifisch für Menschen mit Migrationsgeschichte gegründet wurden.
Viele Vereine stehen vor Herausforderungen: Sie finden allgemein nur schwer neue Mitglieder, und fast die Hälfte schätzt es als schwierig ein, gezielt Menschen mit Migrationsgeschichte anzusprechen. Genannt wurden Hindernisse wie Sprachbarrieren, fehlende Netzwerke, unterschiedliche Erwartungen an Freizeitgestaltung, geringe Sichtbarkeit, Zeit- und Kostenfaktoren sowie Unsicherheiten im Umgang mit kultureller Vielfalt. Auch strukturelle Aspekte – etwa religiöse Vorgaben, der Umgang mit Verbindlichkeit oder gewohnte Vereinsabläufe – können für Neumitglieder ungewohnt oder abschreckend sein.
Ungefähr 20 % der teilnehmenden Vereine zeigte Interesse an zusätzlichen Informationen. Die FIBL stellte diesen Vereinen eine Übersicht an Informations- und Unterstützungsangebote zur Verfügung, die dabei helfen, mehr Personen mit Migrationsgeschichte in ihrem Verein zu integrieren.
Fazit - Integration im Verein gelingt dort am besten, wo Menschen spüren: Hier sind wir willkommen, hier dürfen wir mitgestalten. Offenheit, klare Informationen, sichtbare Einladungskultur und die Bereitschaft, auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen, machen Vereine zu echten Orten der Begegnung. Wenn Vereine Vielfalt nicht als Zusatzaufwand, sondern als Bereicherung für ihr Vereinsleben verstehen, entstehen neue Verbindungen, stärkere Gemeinschaften – und die Chance, dass noch mehr Menschen ihren Platz finden.