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Webartikel vom 07.07.2026, Energiestatistik 2024
Solarstromproduktion verdoppelt sich
Der Energieverbrauch im Kanton Basel-Landschaft blieb im Jahr 2024 mit rund 7’393 Gigawattstunden (GWh) gegenüber 2022 praktisch stabil (+0,1%). Gleichzeitig stieg die Solarstromproduktion von 117 GWh auf 248 GWh an. Rund 2'340 Wohngebäude wechselten zwischen 2022 und 2024 von einem fossilen zu einem erneuerbaren Heizsystem.
Im Jahr 2024 wurden im Kanton Basel-Landschaft rund 7’393 GWh Energie verbraucht (Bruttoverbrauch). Gegenüber 2022 blieb der Verbrauch damit praktisch unverändert (+6 GWh bzw. +0,1%). Den stärksten Rückgang verzeichnete die Elektrizität (–136 GWh bzw. –9,3%), gefolgt vom Treibstoffverbrauch (–70 GWh bzw. –3,3%). Erdgas (–54 GWh bzw. –4,8%) und Heizöl (–18 GWh bzw. –1,7%) gingen ebenfalls zurück. Die im Kanton produzierten erneuerbaren Energien stiegen hingegen gegenüber 2022 um 25% an (von 1’180 GWh auf 1’475 GWh).
Die nahezu stabile Entwicklung des Energieverbrauchs erfolgte vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerung: Im Jahr 2024 lebten im Baselbiet rund 5’600 Personen mehr als noch 2022 (+1,9%, mittlere Wohnbevölkerung). Der Energieverbrauch pro Einwohner/in sank entsprechend weiter und lag 2024 bei rund 78% im Vergleich zum Verbrauchsniveau von 2010.
Die längerfristige Perspektive zeigt entsprechend einen deutlichen Rückgang: Zwischen 2010 und 2024 reduzierte sich der Bruttoenergieverbrauch von 8’730 GWh auf 7’393 GWh (–15,3%). Insbesondere die beiden fossilen Energieträger Heizöl (–45,0%) und Erdgas (–35,9%) verzeichneten über diesen Zeitraum einen starken Rückgang.
Photovoltaik-Ausbau beschleunigt sich weiter
Im Jahr 2024 wurden im Kanton Basel-Landschaft rund 248 GWh Elektrizität aus Photovoltaik-Anlagen produziert. Dies ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2022 (117 GWh). Seit 2022 wurden im Baselbiet rund 4’100 neue Photovoltaik-Anlagen installiert. Ende 2024 waren damit insgesamt 10’363 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 216 Megawatt Peak (MWp) in Betrieb.
Die gesamte Elektrizitätsproduktion im Kanton stieg zwischen 2022 und 2024 deutlich von 459 GWh auf rund 661 GWh. Den grössten Anteil liefert weiterhin die Wasserkraft (rund 387 GWh), gefolgt von der Photovoltaik. Die thermische Stromerzeugung aus Blockheizkraftwerken trug rund 26 GWh bei. Durch den starken Ausbau der Photovoltaik liegt der Anteil der Eigenproduktion von Elektrizität im Kanton damit bei rund 36% (2022: 24%).
Wärmepumpen weiter auf dem Vormarsch
Im Jahr 2024 standen im Kanton Basel-Landschaft rund 66'780 Wohngebäude. Rund 59,6% davon wurden fossil beheizt: 30,7% mit Erdgas und 28,9% mit Heizöl. Der Anteil der Wärmepumpen stieg von 17,8% (2022) auf 22,9% im Jahr 2024. Die Anteile von Fernwärme (8,7%) und Holz (5,2%) blieben weitgehend konstant.
Der Kanton Basel-Landschaft hat sich zum Netto-Null-Ziel bis spätestens 2050 bekannt (keine Treibhausgas-Emissionen mehr bis 2050, siehe auch Klimastrategie BL). Für den Gebäudepark bedeutet dies, dass die rund 39’800 fossilen Heizsysteme (Stand 2024) bis 2050 durch erneuerbare Quellen ersetzt werden müssen. Dies entspricht einem Wechsel bei durchschnittlich rund 1’530 Gebäuden pro Jahr.
Zwischen 2022 und 2024 lag die Anzahl Wechsel unter diesem Wert: Bei rund 2’340 Gebäuden wurde die fossile Heizung durch eine erneuerbare ersetzt (bzw. 1’170 pro Jahr). Auch die Anzahl der mit Elektrizität (–166 Gebäude) und Holz (–131 Gebäude) beheizten Gebäude reduzierten sich leicht. Gleichzeitig kamen über diese beiden Jahre knapp 3'500 Wärmepumpen hinzu und weitere 185 Gebäude wurden an ein Fernwärmenetz angeschlossen.
Methodische Grundlagen der Energiestatistik
Die Energiestatistik ist eine Synthesestatistik, bei der die Ergebnisse aus vielen unterschiedlichen Quellen gewonnen werden und sowohl auf Erhebungen als auch Schätzungen beruhen. Bei den leitungsgebundenen Energieträgern (Elektrizität, Erdgas, Fernwärme) werden die Verbräuche bei den Elektrizitäts- und Gaswerken sowie den Lieferanten von Fernwärme erhoben. Ebenfalls erhoben werden die Energiezahlen von Betreibern von grossen oder speziellen Anlagen (Energiegewinnung aus Industrieabfällen, Stromproduktion mittels Wärmekraftkoppelungsanlagen etc.). Geschätzt werden hingegen die Verbräuche von nicht leitungsgebundenen Energieträgern (Heizöl, Holz, Umweltwärme) für die Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser sowie der Verbrauch von Treibstoffen im Verkehr.
Die Schätzung wird seit 2010 auf das kantonale Gebäude- und Wohnungsregister (kGWR) abgestützt. Dank diesem Register ist der Gebäudepark bekannt, für den es den Energieverbrauch zu schätzen gilt. Mit den ebenfalls bekannten Erdgasverbräuchen werden spezifische Werte pro Gebäude berechnet, mit denen der Energiebedarf der mit Heizöl, Holz oder Wärmepumpen beheizten Gebäude hochgerechnet wird. Die Struktur der Energiestatistik wurde gegenüber früheren Jahrgängen jedoch nicht geändert : Auf der Bruttoseite wird die Energie so dargestellt, wie sie in den Kanton importiert wird oder im Kantonsgebiet aus verschiedenen Quellen gewonnen wird. Auf der Endenergieseite wird sie so dargestellt, wie sie vom Konsumenten bezogen wird. In der dazwischenliegenden Umwandlungsstufe wird die Erzeugung von Elektrizität und Fernwärme im Kantonsgebiet dokumentiert (siehe auch Energieflussdiagramm). Seit 2010 wird auch die in Wärmeverbünden erzeugte und verteilte Wärme als Fernwärme ausgewiesen.
Masseinheiten
Als Masseinheit des Energieverbrauchs wird in der kantonalen Energiestatistik die Gigawattstunde (GWh) verwendet. Eine GWh entspricht einer Million Kilowattstunden (kWh). In der Schweizerischen Gesamtenergiestatistik wird der Energieverbrauch in Terajoule (TJ) angegeben. Eine GWh entspricht 3,6 TJ. Die Angaben in GWh können durch Multiplikation mit 3,6 in TJ umgerechnet werden. Eine GWh entspricht ungefähr dem Energiegehalt von 100’000 Litern Heizöl.
Beispiele:
1 kWh = eine Stunde bügeln
1 MWh = ca. 7’000 km elektrisch Autofahren
1 GWh = Jährlicher Elektrizitätsbedarf von ca. 200 Haushalten
Megawatt Peak
Die Leistung von Photovoltaik-Anlagen wird in der Energiestatistik in Megawatt Peak (MWp) erfasst. Die Peakleistung oder auch Spitzenleistung (englisch peak = Spitze) bezeichnet die elektrische Höchstleistung einer Photovoltaik-Anlage bei optimaler Einstrahlung der Sonne. Dadurch wird die elektrische Leistung von Photovoltaik-Anlagen vergleichbar.
Kontakt
Luca Hüsler
Fachbereichsleiter Raum und Umwelt
T 061 552 57 85
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Amt für Daten und Statistik BL
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