Der Weltmeistertitel des Zunzger Schützen Adrian Schaub überstrahlt ein intensives und erfolgreiches Baselbieter Sportjahr 2025, in dem vor allem auch viele Medaillen von Nachwuchsathletinnen und -athleten hervorstechen.
Dass mit dem Zunzger Pistolenschützen Adrian Schaub ein grosser Repräsentant des Baselbieter Sports heranwächst, hatte sich schon nach dessen Europameistertitel 2022 im polnischen Wroclaw und dem Sieg beim Europacupfinal 2024 in Thun abgezeichnet. Nun setzte er mit seiner Goldmedaille an der Weltmeisterschaft in Kairo am 15. November 2025 mit der Standardpistole über 25 Meter den höchstmöglichen Titel in dieser Disziplin obendrauf. Eine Woche später wurde er in seiner Wohngemeinde feierlich empfangen und auch von Regierungsrätin Monica Gschwind gewürdigt. Schaub setzt damit eine Tradition von Baselbieter Schützenweltmeistern fort, die 1962 von Erwin Vogt ebenfalls in Kairo eröffnet und von Theo Ditzler, Erich Bürgin, Charles Jermann, Gaby Bühlmann und zuletzt der Bubendörferin Michèle Bertschi 2023 geprägt wurde.
Starker Nachwuchs
Einen Weltmeistertitel im Nachwuchs durfte Olivia Suter vom TV Liestal feiern. Mit dem Schweizer Team gewann sie im Juni 2025 in Leipzig gemeinsam mit Israel die Goldmedaille und wurde zum Ende des Jahres mit einem Baselbieter Förderpreis ausgezeichnet. Genauso wie die Orientierungsläuferin Carla Castelli aus Reigoldswil, die in Tschechien Jugend-Europameisterin über die Langdistanz wurde.
Der Baselbieter Nachwuchs war generell sehr erfolgreich im Sportjahr 2025. Am Europäischen Jugendolympiafestival (EYOF) in Skopje/Maz holte sich Schwimmerin Anastasia Hak (Binningen) die Silbermedaillen über 100 und 200 m Rücken. Dazu kam die Bronzemedaille von Noah Hasler im Weitsprung (7,28 m). Das vielversprechende Gelterkinder Leichtathletiktalent verbesserte seine persönliche Bestleistung mit neuem Schweizer U20-Rekord im Februar 2025 in St. Gallen auf beachtliche 7,64 Meter. Vier Leichtathletinnen knackten 2025 vier zum Teil schon lange bestehende Baselbieter Kantonalrekorde: Meret Stückelberger über 400 m (54,37 Sekunden), Lisa Frank über 400 m Hürden (60,28 Sekunden), Celine Jansen im Kugelstossen (13,57 Meter) und Marina Zanoni im Hochsprung (1,80 Meter).
Eines der sportlichen Highlights in der Region war die UEFA Women’s EURO 2025 mit dem prickelnden Eröffnungsspiel der Schweiz im Basler St. Jakob-Park gegen Norwegen und der Qualifikation des Teams von Pia Sundhage für die Viertelfinals. Das Turnier begeisterte die Bevölkerung und gab dem Frauen- und Mädchenfussball in der Schweiz einen Schub. Mit insgesamt 657'291 Zuschauenden wurde ein Rekord für EM-Endrunden der Frauen aufgestellt. Mit dem Double-Gewinn des FC Basel 1893 durfte die Fussballregion auch im Männerfussball wieder einmal ausgiebig feiern.
Joseph und Polsini
Zwei Spitzenathleten aus der Region standen auch 2025 im Fokus: Hürdensprinter Jason Joseph (LC Therwil) gewann in Rom erstmals ein Rennen über 110 m Hürden in der Diamond League, egalisierte zweimal seinen Schweizer Rekord von 13,07 Sekunden und löste in seinem Abonnement einen weiteren Schweizer Meistertitel. Die internationalen Grossanlässe verliefen indes eher glücklos. An der Hallen-EM scheiterte er im Halbfinal, die Hallen-WM verpasste er verletzungsbedingt und an der Outdoor-WM in Tokio blockierte er beim Start in den Final der weltbesten Acht.
Tino Polsini machte mit seinem ersten Weltcupsieg beim Final-Event in Uster auf sich aufmerksam, wurde Schweizer Sprint-Meister und holte bei den nationalen Titelkämpfen im Nacht-OL Silber. Er war als Ersatzläufer auch Teil des Schweizer Teams an der Wald-WM in Finnland und bestritt danach die Sprint-EM, bei der er aber nicht in die Medaillenränge kam. Mit der Goldmedaille in der Mixed-Staffel an den World Games kann er aber trotzdem eine erfreuliche Bilanz seines OL-Jahres ziehen.
Zwei «Eidgenössische»
Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest im Glarnerland haben sich Lars Voggensperger (Schönenbuch) und Adrian Odermatt (Liesberg) vom Schwingklub Binningen ihren jeweils zweiten eidgenössischen Kranz geholt. Neukranzer wurde Sascha Streich vom Schwingklub Muttenz. Und beim «Eidgenössischen» der Turnerinnen und Turner im Juni in Lausanne holten sich zwei Baselbieter Vereine Turnfestsiege: der TV Ormalingen (Indiaca Kategorie A) und der TV Sissach (Aerobic, 3er-5er), der sich Ende Jahr auch den Baselbieter Sportpreis 2025 sichern konnte.
Und ausserdem…
- Das Tischtennistalent Enya Hug (TTC Rio Star) gewann im Mixed Doppel an der U13-Europameisterschaft in Schweden die Bronzemedaille.
- Die Therwil Flyers erreichten die Finalserie um die Schweizer Baseballmeisterschaft gegen die Zurich Barracudas, gewannen nach zwei Niederlagen zum Auftakt die folgenden drei Spiele der Best-of-5-Serie und sicherten sich so den 17. Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte.
- Auch diese Baselbieter Sportlerinnen und Sportler holten 2025 einen Schweizer Meistertitel in der Elite-Kategorie: Jason Joseph (Leichtathletik, 60 m Hürden Halle; 110 m Hürden Outdoor), Lucas Meister (Handball, Kadetten Schaffhausen), Tino Polsini (Orientierungslauf, Sprint), Edgar Huber (BMX), Adrian Schaub (Schiessen, Standardpistole), Sandro Lötscher (Schiessen, Sport- und Schnellfeuerpistole), Tanja Spiess (Schiessen, Sportpistole), Celine Walser (Squash, Team, Squash Uster), Florian Vogt (Ski alpin, Bari-Cup).
- Tennisprofi Mika Brunold (Reinach) spielte eine sehr beständige Saison auf der ATP Challenger Tour mit zwei Halbfinal- und drei Viertelfinalqualifikationen und arbeitete sich erstmals in seiner Karriere in die Top 300 der ATP Weltrangliste vor.
- Sm’Aesch Pfeffingen stiess bis in den Schweizer Cupfinal vor, unterlag dort jedoch gegen den nationalen Branchenleader Neuchâtel UC mit 0:3. Auf die neue Saison 2025/2026 gab Trainer Timo Lippuner sein Amt an Sotiris Gkotsis ab. Nach 129 Länderspielen erklärte Sm’Aesch-Capitaine Madlaina Matter ihren Rücktritt aus dem Schweizer Nationalteam.
- Einige Baselbieter Spitzensportlerinnen und -sportler erklärten im Jahr 2025 ihren Rücktritt: Box-Weltmeister Arnold Gjergjaj (Pratteln), Tennisspielerin Joanne Züger und Badminton-Profi Joel König.