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Kulturgipfel 2026 - Kultur gemeinsam ermöglichen
Ob Konzert, Lesung oder Ausstellung – Kultur schafft Begegnung, Identität und Zusammenhalt. Am Kulturgipfel 2026 diskutierten Gemeinden und Kanton, wie die kulturelle Vielfalt trotz finanzieller Herausforderungen gesichert und weiterentwickelt werden kann. Im Mittelpunkt standen Verantwortung, Zugang und Teilhabe für die Menschen im ganzen Kanton Basel-Landschaft.
Esther Roth, Leiterin Amt für Kultur, zu den drei Säulen der kulturellen Grundversorgung.Kultur ermöglichen: Räume und Verantwortung
Nadine Jermann, Präsidentin des Verbands Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), begrüsste rund 40 Gäste in der Kirche Theresia in Allschwil und betonte die Bedeutung des Kulturgipfels als etabliertes Austauschgefäss zwischen Gemeinden und Kanton.
«Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten können wir Kultur nur stärken, wenn wir Ressourcen bündeln, Verantwortung teilen und gemeinsam an guten Lösungen arbeiten», so Jermann.
Andreas Bammatter, Gemeinderat von Allschwil, schloss sich den Begrüssungsworten an. Er verwies auf die Entwicklung der Kirche Theresia, die in einem mehrjährigen Prozess – getragen von Gemeinde, Kirche und Kulturschaffenden – zu einem kulturermöglichenden Ort gewandelt wurde. Heute bietet sie den Raum für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Veranstaltungen wie den Kulturgipfel.
Drei Säulen der kulturellen Grundversorgung
Ins Thema führte Esther Roth, Leiterin Amt für Kultur. Sie stellte die kulturelle Grundversorgung im Kanton Basel-Landschaft nicht als Minimalstandard vor, sondern als flexibles Modell mit den drei Säulen: Angebot, Zugang und aktive Teilhabe.
«Kultur soll nicht nur konsumiert werden können, sondern Menschen befähigen, selbst mitzugestalten», betonte Roth.
Kulturelle Grundversorgung bedeutet demnach mehr als Finanzierung: Sie umfasst das kulturelle Angebot, den niederschwelligen Zugang für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie die Möglichkeit, sich selbst kulturell zu engagieren. Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass diese Aufgabe nur im Zusammenspiel von Kanton, Gemeinden und Kulturschaffenden erfüllt werden kann.
Drei Praxisbeispiele öffneten den Blick über den Kanton hinaus.
Solidarität im Leimental: Kulturpool als Kooperationsmodell
Benno Graber, Gemeinderat in Ettingen und Vertreter des Kulturpools Leimental plus, zeigte auf, wie Solidarität zwischen Gemeinden funktioniert, wenn Beiträge gebündelt und nach klar definierten Kriterien vergeben werden. Der «regionale Zusammenschluss bringt einen echten Mehrwert – fachlich, administrativ und im Diskurs» erklärte Graber. Die Bündelung der Mittel ermögliche eine professionelle Prüfung der Gesuche, reduziere administrativen Aufwand und fördere den fachlichen Austausch zwischen den Gemeinden.
ThurKultur: Klare Zuständigkeit, mehr Wirkung
David Zimmermann, Gemeindepräsident von Braunau TG sowie Präsident des Kulturpools ThurKultur, präsentierte den Ansatz des Thurgauer Kulturpools. Klare Zuständigkeiten, pro Kopf finanzierte Beiträge sowie eine Verdoppelung der Gemeindebeiträge durch den Kanton schaffen Planungssicherheit. «Entscheidend sei weniger die Höhe der Beiträge, sondern vielmehr die Klarheit der Prozesse und Zuständigkeiten», so Zimmermann.
Regionalkonferenz Bern-Mittelland: Stabilität durch Leistungsverträge
Dr. Géraldine Boesch, Leiterin Fachbereich Kultur, Regionalkonferenz Bern-Mittelland, erläuterte das Modell der Institutionsförderung. Vierjährige Leistungsverträge für regional bedeutende Institutionen ermöglichen Planungssicherheit, verlangen jedoch Transparenz, Controlling und kontinuierliche Vermittlung – insbesondere zwischen der Stadt Bern und den umliegenden Gemeinden», so Boesch.
Prozesse vereinfachen statt nur Budgets diskutieren
In den anschliessenden Gesprächsrunden standen Zuständigkeiten, Vergabekriterien und vereinfachte Gesuchsverfahren im Fokus. Gewünscht wurden klarere Rollen, schlankere Abläufe und mehr Austausch über Kriterien und Fachwissen – besonders für neu gewählte Verantwortliche.
Abschied und Ausblick
Zum Abschluss würdigte Doris Vögeli, Vorstandsmitglied des Verbands Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) und zuständig für Kultur und Sport, die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kanton.
«Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden ist zentral für die Kultur. Kultur ist der soziale Kitt für eine funktionierende Gesellschaft», betonte Vögeli.
Esther Roth bedankte sich bei Doris Vögeli für ihr Engagement in den vergangenen Jahren. Das Ressort Kultur und Sport im VBLG übernimmt künftig Johannes Sutter, Gemeindepräsident von Arboldswil.
Der Abend klang bei einem Apéro in der Kirche Theresia aus – mit vielen weitergeführten Gesprächen, neuen Kontakten und dem spürbaren Willen, den eingeschlagenen Dialog fortzuführen.
Fazit: Kultur braucht Kooperation
Der vierte Kulturgipfel in Allschwil zeigte deutlich, weshalb sich der kontinuierliche Austausch zwischen Gemeinden und Kanton lohnt. Nicht einzelne Modelle standen im Vordergrund, sondern die gemeinsame Verantwortung für eine tragfähige kulturelle Grundversorgung.
Kultur entfaltet ihre Wirkung dort, wo Angebote zugänglich sind, wo Menschen teilhaben können und wo Zuständigkeiten klar geregelt sind. Die Diskussionen machten deutlich: Vereinfachte Prozesse, transparente Kriterien und gegenseitiges Vertrauen sind ebenso entscheidend wie finanzielle Mittel.
Der Kulturgipfel 2026 im Kanton Basel-Landschaft fand am 5. Februar in der Kirche Theresia in Allschwil statt. Er setzte ein klares Zeichen: Kulturpolitik ist kein Nebenschauplatz, sondern eine gemeinsame Aufgabe – getragen von Kanton, Gemeinden und Kulturschaffenden.
Links:
- Kulturpool Leimental
- ThurKultur
- Regionalkonferenz Bern-Mittelland
- Konferenz der kantonalen Kulturbeauftragten (KBK)
- Verband Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG)
- Swisslos-Fonds Basel-Landschaft
- Amt für Kultur Basel-Landschaft
- Termine Kulturgipfel ab 2027
Text: Claudia Puzik; Fotos: Eva Flury