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Velovorzugsrouten Birsstadt
Die Region Birsstadt bietet aufgrund ihrer Topografie mit zwei Talachsen, der grossen Veloverkehrsnachfrage und der hohen Siedlungsdichte das Potenzial für Velovorzugsrouten. Der Kanton Basel-Landschaft möchte aus diesem Grund in der Birsstadt zwei Velovorzugsrouten mit hoher Priorität vorantreiben.
Karte der beiden Velovorzugsrouten in der Birsstadt (Bild: Lajo AG)In der Entwicklung der Mobilität wird das Velo in Zukunft als platzsparendes Verkehrsmittel eine wichtige Rolle einnehmen. Der Kanton Basel-Landschaft hat dieses Potenzial erkannt und fördert die Veloinfrastruktur. Das kantonale Radroutennetz wird in Basisrouten, Velohauptrouten und Velovorzugsrouten (VVR) eingeteilt, je nach lokalen Bedürfnissen und Nachfrage. Erste Velovorzugsrouten sollen nun in Gebieten mit dem grössten Verkehrspotenzial umgesetzt werden, in grosse Zentren oder Gebieten mit hoher Siedlungsdichte.
Die Region Birsstadt bietet aufgrund ihrer Topografie mit zwei Talachsen, der grossen Veloverkehrsnachfrage und der hohen Siedlungsdichte das Potenzial für Velovorzugsrouten. Der Kanton Basel-Landschaft möchte aus diesem Grund in der Birsstadt zwei Velovorzugsrouten mit hoher Priorität vorantreiben.
Der Kanton verfolgt die folgenden vier Hauptziele:
1. Sichere, flüssige und direkte Veloverbindungen für den Alltagsverkehr anbieten
2. Attraktive und komfortable Alternative und Ergänzung zum MIV und ÖV anbieten
3. Kapazität für den Veloverkehr erhöhen
4. Erfahrung in der Planung und Umsetzung für weitere Velovorzugsrouten sammeln
Terminplan / weiteres Vorgehen
Visualisierung der Velovorzugsroute (Bild: Atelier 231)In den Jahren 2020/21 führte der Kanton eine Variantenstudie für eine Velovorzugsroute in der Birsstadt durch. Sie bestätigte, dass sogar Potenzial für zwei Velovorzugsrouten besteht – eine östlich (VVR Birsstadt Ost) und eine westlich der Birs (VVR Birsstadt West).
Bereits früher wurde die zukünftige Velonachfrage im Rahmen der Erarbeitung des Agglomerationsprogramms der 4. Generation berechnet – mit demselben Ergebnis. Später wurden für die VVR Birstadt Ost sowie für die VVR Birsstadt West je eine Machbarkeitsstudie erstellt, die im Sommer 2024 abgeschlossen waren.
Als nächster Schritt sollen für beide Bestvarianten Vorprojekte ausgearbeitet werden. Für deren Finanzierung hat der Regierungsrat dem Landrat am 9. Dezember 2025 eine Vorlage zur Ausgabenbewilligung unterbreitet.
Häufige Fragen
Wozu braucht es Velovorzugsrouten?
Velovorzugsrouten sind breit genug, um im eigenen Tempo unterwegs zu sein, ohne andere Velofahrende zu behindern. Sie sind deshalb sicher und attraktiv. Strecken unter fünf Kilometern sind ideal für den Veloverkehr. Solche Distanzen bieten sich an, um sie mit dem Velo statt mit Auto oder ÖV zurückzulegen. Das Velo wird somit zu einer attraktiven Alternative.
Was sind die Vorteile von Velovorzugsrouten?
Eine Velovorzugsroute verknüpft Räume mit hohem Veloverkehrspotenzial und ermöglicht ein flüssiges und komfortables Befahren. Velofahrende fühlen sich auf einer Velovorzugsroute willkommen und sicher. Die Fahrt ist weitestgehend unterbruchsfrei, indem Stopps und Wartezeiten bestmöglich vermieden werden. Auf Velovorzugsrouten kann gut überholt werden. Sie bieten unterschiedlichen Nutzergruppen wie Pendelnden, Kindern oder Seniorinnen und Senioren mit unterschiedlichen Velotypen (z. B. E-Bike, Lastenvelo, Velo mit Anhänger) einen hohen Fahrkomfort.
Ist das nicht viel zu teuer – wurde die Wirtschaftlichkeit solcher Investitionen berechnet?
Die Baukosten sind vergleichsweise gering. In der Regel werden bestehende Strassen und Wege genutzt und Kunstbauten nur punktuell für Entflechtungen eingesetzt. Der Bau von Strassen oder ÖV-Anlagen ist deutlich teurer als die Realisierung von Velovorzugsrouten.
Weshalb werden nicht alle Velovorzugsrouten gleichzeitig geplant, um das Radroutennetz 2030 umzusetzen?
Aus der Umsetzung der ersten Velovorzugsrouten in der Birsstadt können wichtige Erkenntnisse für weitere Velovorzugsrouten im Radroutennetz 2030 gewonnen werden. Dadurch kann die kantonale Veloverkehrsinfrastruktur laufend verbessert werden. Einzelne Abschnitte der beiden Bestvarianten VVR Birsstadt Ost und VVR Birsstadt West wurden zudem dem Bund als A-Massnahmen im Agglomerationsprogramm der 4. Generation zur Mitfinanzierung eingereicht. Der Bund hat die Mitfinanzierung der Massnahmen zur Umsetzung der ersten Etappe sowohl für die VVR Birsstadt Ost als auch für die VVR Birsstadt West mit 40 Prozent zugesichert – unter der Bedingung, dass die ersten Bauetappe bis Ende 2028 begonnen wird.
Welche weiteren Velovorzugsrouten sind geplant?
Derzeit wird eine VVR für die Verbindung zwischen dem Bachgraben in Allschwil und dem Bahnhof Basel SBB projektiert. Das Vorprojekt für den Abschnitt auf baselbieter Boden wird bald fertiggestellt. Danach wird dem Landrat eine Vorlage über die weitere Projektierung und Realisierung dieser Velovorzugsroute unterbreitet. Das Radroutennetz sieht künftig Velovorzugsrouten im Rheintal, Ergolztal, Leimental sowie zwischen dem Leimental und dem Birstal (Birsstadt) vor.
Dokumente / Links
Kontakt
Jasmin Ganter, Projektleiterin, 061 552 54 56, [email protected]
Stand
8. Dezember 2025