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ÖV-Drehscheibe Bottmingen
Beim Bottminger Schloss muss der Bushof entsprechend den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) erneuert werden. Auch die Tramhaltestelle muss diesen Vorgaben entsprechend umgebaut werden. Zudem benötigen die Tramlinien 10 und 17 eine neue Tramwendeschlaufe – für den sicheren, flexiblen Betrieb und die Weiterentwicklung des Tramangebots. Seit 2019 plant der Kanton Basel-Landschaft gemeinsam mit der BLT und der Gemeinde Bottmingen den Umbau der ÖV-Drehscheibe. Die Erneuerung der ÖV-Drehscheibe Bottmingen verbessert die Verkehrssicherheit, ermöglicht ein barrierefreies Ein-, Aus- und Umsteigen und erhöht die Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig bietet der Umbau die Chance, das Zusammenspiel mit dem Dorfkern Bottmingens zu verbessern.
Mit dem Projekt werden die folgenden Hauptziele verfolgt:
- Die ÖV-Drehscheibe Bottmingen ist sicherer, attraktiver und leistungsfähiger.
- Die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes sind eingehalten.
- Eine höhere Aufenthaltsqualität und ein breiteres Dienstleistungsangebot stärken das Zentrum Bottmingens.
Information und Mitwirkung
Die Gemeinde Bottmingen hat zusammen mit dem Kanton Basel-Landschaft und der BLT am 27. März 2023 einen öffentlichen Anlass zur geplanten ÖV-Drehscheibe beim jetzigen Bushof und der Tramhaltestelle «Bottmingen Schloss» durchgeführt. Den Ergebnisbericht zum Anlass finden Sie hier. Anschliessend wurde das Vorhaben weiterentwickelt: Gemeinsam mit Fachleuten aus Städtebau und Landschaftsarchitektur haben der Kanton Basel-Landschaft, die BLT und die Gemeinde Bottmingen in einem Workshop-Verfahren Einbettung und Gestaltung der ÖV-Drehscheibe geklärt und Potenziale für die Entwicklung des Dorfzentrums ermittelt. Dabei wurden auch Rückmeldungen der Bevölkerung berücksichtigt, die im November 2023 im Rahmen eines mobilen Planungsbüros eingegangen sind. Im Sommer 2024 konnte die Bevölkerung zu einem konsolidierten Vorschlag in einer öffentlichen Mitwirkung Stellung nehmen. Im Rahmen dieser Mitwirkung hat der Kanton Basel-Landschaft am 10. Juni 2024 eine Informationsveranstaltung durchgeführt, in welcher der erarbeitete Synthesebericht der Bottminger Bevölkerung vorgestellt wurde. Zusätzlich hatten alle Interessierten am 15. Juni 2024 die Möglichkeit, in einem Mitwirkungs-Anlass die Situation vor Ort zu besichtigen, Projektpläne und Modelle anzuschauen und sich mit den Projektverantwortlichen und Planungsfachleuten auszutauschen.
Der resultierende Mitwirkungsbericht wurde im März 2026 – nach Abschluss des technischen Vorprojekts – fertiggestellt und kann hier heruntergeladen werden.
Nächste Schritte
Der Kanton Basel-Landschaft, der bisher die Federführung des Gesamtprojekts innehatte, ist ab der nächsten Projektphase ausschliesslich für das Teilprojekt Bushof verantwortlich. Die behindertengerechte Gestaltung der Tramhaltestelle und der Bau einer Wendeschlaufe werden durch die BLT geplant und durch den Bund finanziert.
Zum Teilprojekt Bushof hat der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft dem Landrat am 21. April 2026 eine Vorlage überwiesen – dieser entscheidet nun über die Finanzierung.
Die BLT ist aktuell daran, das Plangenehmigungsverfahren nach eidgenössischem Eisenbahnrecht für die Streckenerneuerung Ettingen – Zoo vorzubereiten und dabei auch den Abschnitt in Bottmingen zu koordinieren. Weil die Teilprojekte der ÖV-Drehscheibe Bottmingen eng miteinander verbunden sind, erfolgt die Planung auch weiterhin koordiniert.
Häufige Fragen
Warum muss der Bushof erneuert werden?
Der Bushof ist nicht mehr zeitgemäss und hat einen hohen Instandsetzungsbedarf: Die Haltekanten entsprechen nicht mehr den betrieblichen Anforderungen und erreichen die Mindesthöhe für einen selbstständigen und komfortablen Ein- und Ausstieg für alle Fahrgäste nicht. Hier besteht die gesetzliche Pflicht die Haltekanten möglichst bald zu erhöhen. Zudem gibt es sicherheitsrelevante Defizite – zum Beispiel ist der Zugang zu den Veloparkplätzen unzureichend und die Ein- und Ausfahrt über die Schlossgasse ist für Zufussgehende unübersichtlich. Ausserdem bieten die vier heutigen Buskanten zu wenig Kapazität für alle Buslinien.
Wieso werden Bushof, Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe nicht mehr gemeinsam geplant?
Die Teilprojekte Bushof, Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe wurden bis anhin gemeinsam geplant, damit alle Abhängigkeiten und auch Synergien eruiert werden konnten. Das Teilprojekt Bushof liegt weiterhin in der Verantwortung des Kantons. Die beiden Teilprojekte Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe werden durch die BLT geplant und durch den Bund finanziert. Weil die Teilprojekte eng miteinander verbunden sind, erfolgt die Planung auch weiterhin koordiniert.
Weshalb braucht es eine Tramwendeschlaufe im Raum Bottmingen? Diejenige bei Hüslimatt reicht doch.
Künftig soll das Fahrplanangebot des Trams zwischen Basel und dem Leimental im Sinne einer S-Bahn erweitert und beschleunigt werden. Die zusätzliche Wendemöglichkeit in Bottmingen ist Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Ganztagesbetrieb des S-Trams 17. In den Nebenverkehrszeiten wird jedes zweite Tram in Bottmingen wenden. Ein regelmässiges Wenden im Depot Hüslimatt ist betrieblich nicht möglich (u. a. Konflikte mit Depotbetrieb) und generiert hohe Betriebskosten. Und bei Sperrungen des Trambetriebs können mit der Wendeschlaufe in Bottmingen die gesperrten Abschnitte deutlich verkürzt werden (die stark ausgelastete Strecke Heuwaage – Hüslimatt ist heute die mit Abstand längste Strecke im Basler Tramnetz ohne Wendemöglichkeit). Dadurch wird die Zuverlässigkeit des Betriebs erhöht und die Erreichbarkeit des wichtigen Umsteigeknotens Bottmingen verbessert.
Warum soll die Tramwendeschlaufe im Zentrum von Bottmingen gebaut werden?
Alternativ zum Standort bei Bottmingen Schloss wurde auch eine Wendeschlaufe im Raum Stallen untersucht. Bei einer Wendeschlaufe im Raum Stallen müsste das Terrain bis auf die Höhe der heutigen Tramlinie aufgeschüttet sowie eine Zufahrtsstrasse gebaut werden. Die Anlage würde ein Naturschutzgebiet tangieren und voraussichtlich mit dem Gewässerraum in Konflikt stehen. Ausserdem hat der Standort Stallen betriebliche Nachteile (mehr Tramfahrten über die Schlossgasse, mehr Leerfahrten, ungeeignete Zu- und Wegfahrt bei Streckenunterbrüchen für die Ersatzbusse). Daher wurde auch geprüft, wie ein Standort der Wendeschlaufe bei Bottmingen Schloss ausgestaltet und in die Umgebung integriert werden könnte. Es zeigte sich, dass der Standort im Zentrum eine Chance für die Entwicklung und Aufwertung des Gemeindezentrums ist. Die Ergebnisse des Workshop-Verfahrens bestätigen dies.
Wurden Varianten von Bushof und Tramwendeschlaufe untersucht?
Es wurde ein umfassendes Variantenstudium durchgeführt. So wurde beispielsweise beim Bushof überprüft, ob die heutige Ausrichtung (parallel zum Tram) beibehalten werden kann. Hier zeigte sich, dass die Anlage sehr breit würde und mehr Flächen und Gebäude tangieren würde als die aktuelle Vorzugsvariante. Es wurden auch Varianten geprüft, bei welchen Bushof und Tramwendeschlaufe kombiniert würden. Aufgrund von noch grösserem Flächenverbrauch, Projektrisiken und betrieblichen Nachteilen mussten auch solche Varianten am Ende verworfen werden.
Welche Emissionen werden Bushof oder auch Tramwendeschlaufe zukünftig erzeugen?
Die Diesel- und Erdgasbusse des öffentlichen Verkehrs werden sukzessive durch Elektrobusse ersetzt. Das bedeutet keine Abgase mehr und eine spürbare Reduktion der Lärmemissionen. Die technologische Entwicklung in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass Erschütterungen und Lärmemissionen von Tramwendeschlaufen deutlich reduziert werden konnten. Das gilt insbesondere für Neuanlagen, welche mit Schmieranlagen (gegen Quietschen) und isoliertem Gleisunterbau mit Erschütterungsschutz versehen werden. Hinzu kommt, dass die Tramwendeschlaufe in Bottmingen nur in den Nebenverkehrszeiten - d. h. vor allem vormittags und nachmittags - benutzt wird.
Wie wird sichergestellt, dass die ÖV-Drehscheibe ein besserer, identitätsstiftender Ort?
Die Erneuerung der ÖV-Drehscheibe bietet Impulse für die Entwicklung Bottmingens. Um das Projekt optimal ins Dorfzentrum einzubetten und die Aufenthaltsqualität aufzuwerten, hat der Kanton mit der BLT und der Gemeinde Bottmingen zwischen Juni 2023 und Januar 2024 mehrere Workshops durchgeführt. In den Workshops haben die drei Projektpartner gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Städtebau und Landschaftsarchitektur einen konsolidierten Vorschlag erarbeitet. In die Workshops sind auch die Rückmeldungen der Bevölkerung eingeflossen, welche die Planerinnen und Planer im November 2023 im Rahmen des mobilen Planungsbüros entgegengenommen haben. Zum konsolidierten Vorschlag hat der Kanton Basel-Landschaft im Sommer 2024 eine öffentliche Mitwirkung durchgeführt. Der aus den Eingaben resultierende Bericht wurde im März 2026, nach Abschluss des Vorprojekts ÖV-Drehscheibe Bottmingen, publiziert.
Wie wird die betroffene Grundeigentümerschaft einbezogen?
Es ist zu unterscheiden zwischen Grundeigentümerschaft, welche direkt (territorial) vom Projekt betroffen sind und solcher, die durch Auswirkungen des Projekts betroffen sind (Nachbarschaft). Mit den Direktbetroffenen braucht es in direkten Gesprächen, die jeweils vor Ort und in kleinem Rahmen geführt werden, einvernehmliche Lösungen. Die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer in der Nachbarschaft können sich gegenwärtig im Rahmen von Austauschtreffen einbringen. Ziel ist es hier, die Anliegen und Bedenken möglichst frühzeitig zu berücksichtigen.
Die Tramverbindung Margarethenstich wurde 2017 von der Bevölkerung in einer Abstimmung abgelehnt. Warum taucht sie nun wieder auf?
Seit der Referendumsabstimmung 2017 hat sich die Ausgangslage deutlich verändert. Mittlerweile wurden die Finanzierungen für den Doppelspurausbau Spiesshöfli (bereits gebaut), die Beschleunigung Basel–Ettingen und den Perronzugang Margarethen beschlossen, die zusammen mit der Margarethenverbindung als Gesamtkonzept «S-Tram Leimental» wirken. Bei der nun vorgesehenen Finanzierung wurde das Ergebnis der Referendumsabstimmung gegen den damaligen Kostenteiler (2/3 BL, 1/3 BS) berücksichtigt. Wie für grenzüberschreitende Traminfrastrukturen üblich und in der Vereinbarung über die BVB und BLT von 1982 (sog. Staatsvertrag) explizit vorgesehen, wird nun das Territorialprinzip angewendet. Massgebend ist zudem, dass seitens Basel-Stadt nach wie vor der Auftrag zur Realisierung besteht und ein rechtskräftiges Bauprojekt für die Margarethenverbindung vorliegt. Fachlich ist die Margarethenverbindung, u. a. wegen des grossen Nutzens zu geringen Kosten, unbestritten.
Wurden Alternativen zur Margarethenverbindung geprüft und wann soll sie realisiert werden?
Ja, es wurden verschiedene Alternativen geprüft. Die Margarethenverbindung schnitt punkto Kosten/Nutzen mit Abstand am besten ab.
Dokumente
Medienmitteilung (22. April 2026)
Landratsvorlage «Bottmingen, ÖV-Drehscheibe, Teilprojekt Erneuerung und Umgestaltung Bushof, Ausgabenbewilligung für die Projektierung und Realisierung» (21. April 2026)
Mitwirkungsbericht (19. März 2026)
Syntheseplan ohne Tramwendeschlaufe
Syntheseplan mit Tramwendeschlaufe
Synthesebericht
Broschüre zur Mitwirkung
Medienmitteilung (11.Juni 2024)
Präsentation Informationsanlass vom 10. Juni 2024
Medienmitteilung Open Office (2. November 2023)
Ergebnisbericht zu Informations- und Dialoganlass (26. April 2023)
Beilage zu Ergebnisbericht zu Informations- und Dialoganlass (26. April 2023)
Medienmitteilung Gemeinde Bottmingen (28. März 2023)
Projektinformation (27. März 2023)
Kontakt
Alain Aschwanden, Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur, Gesamtverkehrsplanung, Projektleiter, 061 552 54 53, [email protected]
Projektstand
April 2026