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Alte Mühle, Dorfstrasse 18
Die Mühle von Zwingen wird erstmals 1400 in einem Lehensbrief für Thüring VIII. von Ramstein erwähnt. Erbaut wurde sie vermutlich im späten 14. Jahrhundert für den Basler Fürstbischof und blieb bis zur französischen Annexion des Bistums 1792 ein fürstbischöfliches Lehen. Für sie zinspflichtig war jeweils der Vogt. Der Müller durfte zudem zwei Ställe und Scheunen im Vorhof des Schlosses nutzen. 1678 und 1778 brannte die Mühle ab.
Angetrieben wurde die Mühle – wie die Säge im Oberdorf – vom auf Brislacher Boden von der Lüssel abgezweigten Mühlekanal, nicht aber von der angrenzenden Birs. Ein früher errichteter Damm schützte vor Hochwasser. Mit dem Eisenbahnbau in den 1870er-Jahren musste der Mühlekanal die neuen Gleise unterqueren. Nach der Einstellung des Betriebs um 1950 kauften die SBB die Wasserkraftrechte. Der Kanal wurde anschliessend trockengelegt und aufgefüllt.
Die Mühle steht leicht zurückgesetzt hinter einem eingefriedeten Garten und bildet zusammen mit dem Mühlihüsli und der Freifläche zur Birs ein Gegengewicht zum Schloss auf der gegenüberliegenden Uferseite. Der verputzte Steinbau besitzt einen annähernd quadratischen Grundriss, zwei Geschosse sowie drei Dachgeschosse unter einem hohen, geknickten Satteldach mit Quergiebel. Die Nordfassade zeigt eine fast symmetrische Fensterordnung mit nach oben kleiner werdenden Öffnungen und einer mittigen, von einem Klebdach geschützten Eingangstür.
Umbauten von 1978/79 veränderten das Erdgeschoss stark, sodass die frühere Trennung von Gewerbe- und Wohnbereich nicht mehr ablesbar ist. In der nordwestlichen Ecke verbindet seitdem eine Holzlaube die Mühle mit dem westseitigen Anbau des ehemaligen Wasserhauses. Dieses, ursprünglich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und Standort des Mühlrads, wurde in den 1970er-Jahren um zwei Geschosse aufgestockt, erhielt ein geknicktes Satteldach als Quergiebel und wurde zu Wohnraum umgebaut. Eine Laube zieht sich über das Flachdach, dahinter liegt die weiss verputzte Fachwerkwand der hinzugefügten Geschosse. Durch diese Eingriffe erhielt die Westfassade den Charakter einer zweiten Schauseite.
Trotz der starken Veränderungen besitzt das Gebäude mit seinem vor 1800 entstandenen Kern noch bedeutende ältere Bausubstanz, insbesondere in den Aussenmauern und Fenstergewänden. Es zeugt von der historischen Bedeutung des wasserbetriebenen Gewerbes am verschwundenen Mühlebach und verdeutlicht die enge Verbindung zwischen Lehnsherr und Müllerbetrieb in unmittelbarer Nähe zum Schloss Zwingen.
Kantonal geschützt seit 1978.