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Vorstadtplatz 2, Stadthaus
Lage und Baugeschichte
Das Roggenbach-Haus steht direkt vor dem Obertor in der Vorstadt Laufen, giebelständig zum Vorstadtplatz. Es diente Fürstbischof Johann Konrad von Roggenbach (1656–1693) als Familiensitz und zugleich – soweit möglich – als Sitz des Landvogts von Zwingen bei der Stadt Laufen. Errichtet 1670–1672, bestand der Bau ursprünglich aus einem zweigeschossigen Hauptgebäude mit fünfzehn Räumen und zwei Ökonomiegebäuden. Der grosse Saal im 1. Obergeschoss erhielt eine Stuckdecke, die 1976 bei Restaurierungsarbeiten entfernt wurde. Nach Enteignung während der Französischen Revolution ging das Haus 1813 in Privatbesitz, 1869 testamentarisch an die Stadt zur Nutzung als Spital über. Bei Umbauten 1870 wurde ein weiteres Geschoss hinzugefügt, ein Laubengang durch einen Riegel ersetzt und der ursprüngliche Turm für sanitäre Anlagen genutzt. Seit 1952 dient das Gebäude als Verwaltungssitz.
2021 wurde das Stadthaus zuletzt saniert.
Beschreibung
Das fünfachsige Giebelhaus zeigt an der Traufseite sechs Achsen, Erdgeschossarkaden und Dachstockfenster. Innen durchzieht ein kreuzgewölbter, mittelaxialer Gang alle Geschosse, die zweiläufige Eichenhaupttreppe führt westlich zum Treppenhaus. Original erhalten sind u.a. der Eckraum im Erdgeschoss, der Saal im 1. Obergeschoss, einzelne Türblätter und Öfen, darunter ein Turmofen mit farbiger Stucknische.
Erwähnenswert ist der grosse Saal mit Grisaille-Fresken an allen Wänden, die Jagdszenen nach Merian-Tempesta-Stichen zeigen. Dekorative Elemente wie Rosenmotive verweisen auf die Bauherrin Maria Jacobea Münch von Rosenberg.
Würdigung
Das Roggenbach-Haus ist die einzige ex novo errichtete Herrschaftsarchitektur im Bezirk Laufen. Insbesondere die Ausstattung des Hauptsaals ist für die Region – einschliesslich Basel – aussergewöhnlich.
Kantonal geschützt seit 1977, zudem unter Bundesschutz.