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Christkath. Kirche St. Katharina, Viehmarktgasse 63
Lage und Baugeschichte
St. Katharina ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Barockkirchen des Laufentals, deren Bausubstanz auch durch spätere Renovationen nicht angetastet wurde. Sie steht am nördlichen Ausgang der mittelalterlichen Stadt Laufen, direkt beim Untertor. Ihre Nordmauer verläuft über der ehemaligen Stadtmauer. Aufgrund dieser Lage ist die Kirche nicht exakt Ost-West ausgerichtet, sondern weicht um einige Grad ab.
Im Mittelalter bestand in Laufen eine der hl. Katharina geweihte Kapelle, die nach dem Basler Erdbeben 1356 erneuert und 1364 geweiht wurde. Nach Reformation und Gegenreformation wurde sie 1611 wiederhergestellt und diente zeitweise als Hauptgotteshaus. 1698–1699 entstand an ihrer Stelle ein Neubau mit umfangreicher Ausstattung durch lokale Handwerker und Künstler; später folgten weitere Ausstattungen, Stuckarbeiten (1754/55) und Reparaturen. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche einen neuen Turm, im 19. Jahrhundert verschiedene Renovationen sowie eine neue Orgel. In Folge des Kulturkampfs ging die Kirche 1907 vollständig an die christkatholische Gemeinde über. Renovationen erfolgten 1970/71, 1985 und 2016/17 (Dachstuhl und Innenraumreinigung).
Beschreibung
Die Katharinenkirche ist ein längsrechteckiger Bau mit eingezogenem 3/8-Chor, einfachem Satteldach und einem westlichen Portikus. Der Bau folgt im Wesentlichen dem Standort der mittelalterlichen Vorgängerkapelle. Rundbogenfenster prägen die Süd- und Nordseite; zwischen Chor und Untertor ist der barocke Glockenturm eingezwängt.
Der Innenraum ist in Empore, flachgedecktem Schiff und tonnengewölbtem Chor eingeteilt. Prägend sind die reichhaltigen Stuckaturen (Moosbrugger, 1755), Apostelkreuze, Kreuzweg (1745) sowie Kanzel und Nebenaltäre (um 1700) mit tordierten Säulen und teils farbiger Fassung. Der Hochaltar im Chor (1707) zeigt die hl. Katharina, flankiert von weiteren Heiligen, und birgt barocke Reliquiare. In den Annexräumen liegen Sakristei und Emporen mit Gemälden des 18.–19. Jh.
Die Empore erhielt im frühen 19. Jh. ihre heutige Form; die Orgel stammt im Gehäuse von 1812, 1977 baute der Orgelbauer Josef Neidhart ein neues Orgelwerk ein (revidiert 2011). Das Geläut umfasst vier Glocken (1843, 1959). Zu den erhaltenen Kultgeräten gehören u. a. Reliquiare, Leuchter sowie liturgisches Silber aus dem 18. Jh.
Würdigung
Die Katharinenkirche in Laufen ist der bedeutendste Barockbau des Bezirks. Äusserlich wirkt sie zwar zurückhaltend, doch ihre frühneuzeitliche Innenausstattung erreicht ein hohes kunsthandwerkliches Niveau. Sie steht damit im Vergleich zu bedeutenden Bauten der Region, etwa dem Dom von Arlesheim, und lässt sich auch mit süddeutschen oder innerschweizerischen Werken – insbesondere dem Moosbrugger-Stuck – in Beziehung setzen. Dies zeigt das kulturelle Potential des Fürstbistums Basel, das nicht nur in Hauptwerken wie dem Arlesheimer Dom, sondern auch in einer Stadtkirche eines seiner Verwaltungssitze sichtbar wurde.
Kantonal geschützt seit 1967, zudem unter Bundesschutz.