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Chessiloch
Chessiloch
Während des ersten Weltkrieges waren Grenzsoldaten am rechten Birsufer in der Nähe der Eisenbahnbrücke im Gebiet "Chessiloch" stationiert. Da die Juralinie eine der wichtigen Verbindungen zu den Grenztruppen in der Ajoie war, ist diese Bahnlinie sowie die "Chessiloch"-Brücke streng bewacht worden. Während den Kriegsjahren haben rund 60 verschiedene Einheiten hier ihren Dienst absolviert. Mitglieder dieser Einheiten begannen in der Folge, die bestehenden Felswände und Felsvorsprünge mit verschiedenen Wappen und symbolischen Figuren zu bemalen. So entstanden während der Mobilisationszeit rund 60 gemalte oder in Stein gehauene Denkzeichen.
Über Jahre hinweg, insbesondere während des zweiten Weltkrieges und bei den jüngsten politischen Auseinandersetzungen um die Zukunft des Laufentals wurde der Wappenfels mit weiteren Malereien erweitert oder teilweise die bestehenden Wappen übermalt.
Nach dem Kriegsende im Jahre 1918 wurden die beweglichen Wappensteine nach Bern in das Depot des Historischen Museums gebracht. Nachdem die Laufentaler bei den Verantwortlichen im Hinblick auf eine geplante Erinnerungsfeier des Kriegsbeginns von 1914 interveniert haben, sind im Jahre 1934 die Wappensteine an Ort und Stelle wieder aufgestellt worden. Die Gesamtanlage ist für die Erinnerungsfeier neu gestaltet und renoviert worden.
Seit der Restaurierung im Jahre 1934 findet zur Erinnerung an den Wachdienst in den beiden Weltkriegen jährlich ein "Chessilochschiessen" statt. Damit gehört die Wappenfelsanlage "Chessiloch" zu den Zeugnissen der geistigen Landesverteidigung. Sie ist ein Erinnerungsort, wo der Réduit-Gedanke und die Behauptung der nationalen Eigenheit eine anschauliche, künstlerische Umsetzung gefunden hat.
Neben den zahlreichen Kantonswappen und Emblemen der diensttuenden Einheiten sind auch landschaftliche Darstellungen von Bern, Luzern, Kloster St. Gallen zu finden sowie grossfigurige Bilder aus der schweizerischen Mythologie: Wilhelm Tell, Helvetia und Wachsoldat. Daneben sind in der Frühzeit auch skulptierte Figuren von General Wille, Oberst Sprecher, Generalstabschef De Loys und vom Zirkel der schweizerischen Stundentenverbindung Zofingia geschaffen worden.
Gesamtschweizerisch ist die Wappenfelsanlage "Chessiloch" als einzigartig einzustufen und gehört zu den bedeutendsten militärhistorischen Kulturdenkmälern. Einzigartig ist der Einbezug der Wappenfelsanlage als geschichtlicher Markierungsort bis in die jüngste Zeit.
Im Verlauf der Zeit wurden die Wappen und Malereien immer wieder restauriert, wie bspw. 1998. Die auf den natürlichen Felsgrund gemalten Wappen unterliegen einem ständigen Abbau- und Abwitterungsprozess. Die üppige Vegetation, die Hitze und der Frost setzen dem Kulturdenkmal stets wieder zu und machen eine periodische Restauration unumgänglich. 2014 wurden zum Anlass des 100-jährigen Bestehens der Anlage die Wappenfelsen von der Gemeinde Grellingen restauriert. Die bemalten Felsen wurden von Flechten, Dreck und Kalkausblühungen befreit und mit einem alkalischen Gel, ein Öl-Harz-Gemisch, gereinigt. Anschliessend erfolgte ein Nachwaschen mit einer weichen Bürste. Darauf wurde mechanisch mit Glasfiber-Bürsten nachgereinigt. Zur Konservierung der Wappen wurde ein Polymerisatharz verwendet. Intakte Partien wurden mit Alkydharzfarbe retuschiert. Beschädigte oder zerstörte Partien wurden zur besseren Lesbarkeit mit Alkydharzfarbe überfasst, d.h., es wurde nur dort übermalt, wo die Farbe zu wenig stark ist.
Kantonal geschützt seit 1999.