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St. Wendelinskapelle, Kleinblauen 3
Der Bau der St. Wendelins-Kapelle neben dem Gutshof ist im Bezirk Laufen eine Besonderheit, die mit zusätzlichen Privilegien zu erklären ist, in diesem Fall einer Pfründe und dem damit verbundenen ius patronatus, dem Recht, sie an einen der Familie genehmen Geistlichen, hier einen Kaplan, zu vergeben. Am Glockenjoch ist die Jahreszahl 1666 zu erkennen, ebenso am Triumphbogen im Innern der Kirche. Seither blieb die Kapelle weitgehend von Eingriffen verschont. 1867 wurde das ehemalige Altarblatt durch das heutige ersetzt, das ursprüngliche ist verschollen. 1920 fand eine Renovation statt, 1984 eine weitere unter der Denkmalpflege des Kantons Bern.
Die Wendelins-Kapelle ist in das Schiff und den durch einen Triumphbogen abgeschnürten Chor gegliedert. Je zwei hohe Rundbogenfenster erhellen das Schiff. Die Fensterrahmen sind auf der Aussenseite mit einer Hohlkehle profiliert. Auf der Mitte des gegen den Chor abgewalmten Satteldachs sitzt ein Dachreiter auf. Die hohe Spitze bekrönt ein Kreuz. Giebelseitig schützt ein hölzernes Vordach mit zwei wohl aus dem 19. Jh. stammenden Pfeilern die ebenfalls aus dieser Zeit stammenden Eingangstür im nachgotisch profilierten Rahmen. Die hochrechteckige Öffnung darüber belüftet den Dachstock. Der Tonplattenboden des Schiffs wird durch eine Altarstufe von jenem des Chors getrennt. Dieselbe Grisaillemalerei, die die Rahmung des spitzbogigen Triumphbogens in behauenem Stein vortäuscht, fügt den Fenstern eine Übergiebelung und eine reicht abgestufte Fensterbank hinzu. Die Wandflächen sind im Putz marmoriert, im oben Drittel etwas dunkler als im unteren. Die Flachdecke zieht sich mit Bandrippen in Längsrichtung über den Innenraum hin. Sämtliche Gemälde wurden 1867 ersetzt. Die vorhandene Glocke wurde 1810 vom Baron Karl von Klöckler aus Altkirch gestiftet, der das Hofgut damals besass.
Kantonal geschützt seit 1984.