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Schulhaus, Dorfstrasse 15
1843 wurde in Blauen ein neues Schulhaus errichtet. Zuvor fand der Unterricht in einem Privathaus statt. Die Gemeinde liess unter Aufsicht und Leitung von Auguste Quiquerez das Projekt entwerfen und ausführen. 1849 wurden letzte Arbeiten ausgeführt, am Bau selbst steht die Jahreszahl 1846 auf dem Türsturz des Haupteingangs.
Geschichte
Während zweier Etappen wurde der Bau auf der Westseite durch Anbauten vergrössert. Diese Anbauten waren mit umfangreichen Umbauten im Innern verbunden, die zum weitgehenden Verlust der inneren Raumstruktur und Ausstattungsteile führte. Erster Anlass der Umbauten war ein Brand im Jahr 1886. Während den darauffolgenden Wiederherstellungsarbeiten fügte man an der Westseite einen Anbau für die Toiletten hinzu. 1937/38 wurden die beiden Lehrerwohnungen vergrössert, das Dach renoviert sowie die WC-Anlagen erneuert. Die dazugehörigen Pläne lieferte die Bauunternehmung Alfred und Reinhard Scherber aus Zwingen. 1975/76 fand ein Umbau des Inneren und eine Renovation des Äusseren statt. Bis 2004, als der Neubau im Sodacker fertiggestellt wurde, diente es weiter als Schulhaus. 2011/12 wurden vier Wohnungen und eine Dachwohnung eingebaut, wobei die äussere Kubatur und Fassadengestaltung weitgehend erhalten blieben, während die Westseite durch einen neuen, hölzernen Laubentrakt ergänzt wurde. 2020 wurden die Fassaden saniert und zusätzliche Parkplätze mit Velounterstand erstellt.
Beschreibung
Der dreigeschossige Bau mit Kniestock über einem Kalksteinsockel unter knapp vorkragendem Vollwalmdach erinnert an einen italienischen Palazzo. Die Mauerflächen oberhalb des Sockels sind verputzt. Das gebänderte Erdgeschoss hebt sich von den flach verputzten Obergeschossen ab. Bis auf die Eingangstür in der Mittelachse sind die Eingänge und Öffnungen im Erdgeschoss rundbogig. Die Gewände aus Berner Sandstein sind aufwendig profiliert, ebenso das klassizistische Portal in der Mitte. Die Obergeschosse werden von kolossalen Sandsteineckpilastern ionischer Ordnung gerahmt. Das Vollwalmdach krönt ein Dachreiter für die Schulhausglocke. Die Glocke von 1848 stammt vom Glockengiesser Johann Jakob Schnegg aus Basel.
Würdigung
Das Schulhaus hat einen prägenden Charakter für das Dorf Blauen, deutlicher als in anderen Gemeinden. Prominent steht es in der Ortsmitte. Die äusserst aufwendige Fassadengestaltung und das beträchtliche Volumen machen es zu einem bedeutenden Vertreter für den ländlichen Schulhausbau des 19. Jh. Zusammen mit dem Nachbarhaus und dem Guten Brunnen bildet es einen wichtigen Punkt im bedeutenden Ortsbild von Blauen.
Kantonal geschützt seit 1978.