Gezielte Investitionen in die Grundkompetenzen des 21. Jahrhunderts

23.06.2021
Der Regierungsrat hat das bereits im Dezember 2020 vorgestellte Programm «Zukunft Volksschule» sowie die Vorlage zum Pädagogischen ICT-Support (PICTS) an den Schulen aller Stufen an den Landrat überwiesen. Die Anliegen von Schulbeteiligten und Gemeinden wurden aufgrund der Dringlichkeit der Vorlagen bereits vorgängig im Rahmen einer konferenziellen Anhörung eingeholt.
 
Die Massnahmen des Programms «Zukunft Volksschule» für die Primar- und Sekundarschule umfassen drei Schwerpunkte: die Stärkung der Kernfächer Deutsch und Mathematik, die optimierte Vermittlung von Medien- und Informatikkompetenzen in einem eigenen Lektionengefäss sowie die bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung der Primar- und Sekundarlehrpersonen. 

Im Fokus steht neben dem verbesserten Erwerb der für alle Schülerinnen und Schüler unabdingbaren Grundkompetenzen in Deutsch, Mathematik sowie Medien und Informatik insbesondere die Sicherung der Anschlussfähigkeit von schwächeren Sekundarschülerinnen und -schülern an eine Ausbildung der Sekundarstufe II. Für die Umsetzung der Massnahmen ab dem Schuljahr 2022/23 sollen Kanton und Gemeinden über einen Zeitraum von sieben Jahren insgesamt rund 62 Millionen investieren.

PICTS an den Schulen aller Stufen

Digitale Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien werden zunehmend wichtiger für die Gestaltung eines zeitgemässen Unterrichts. Dies erfordert jedoch eine differenzierte Kompetenzentwicklung und -erweiterung bei den Lehrpersonen. In engem Zusammenhang mit der Digitalisierungsstrategie der Bildungsdirektion und den Zielsetzungen des Programms «Zukunft Volksschule» soll deshalb die Spezialfunktion «Pädagogischer ICT-Support» (PICTS) an den Primar-, Sekundar-, Mittel- und Berufsfachschulen eingeführt und verankert werden. 

PICTS-Lehrpersonen fördern den pädagogischen Umgang mit digitalen Medien an ihrer Schule. Sie unterstützen mit ihrer Expertise die Schulleitung und ihre Kolleginnen und Kollegen in allen Belangen der Digitalisierung im schulischen Umfeld: Sie beraten konzeptionell und didaktisch, begleiten Projekte und stellen die niederschwellige schulinterne Weiterbildung in ihrem Bereich sicher. 

Kanton übernimmt Einführungskosten auch für kommunale Schulen

Für die PICTS-Spezialfunktion absolvieren Lehrpersonen eine spezifische Weiterbildung. Die damit verbundenen einmaligen Ausgaben in der Höhe von rund 1,6 Millionen Franken übernimmt der Kanton von 2022 bis 2026 für die Schulen aller Stufen. Für die kantonalen Schulen fallen zudem für die Jahre 2022 bis 2028 zusätzliche Personalausgaben von rund 11,4 Millionen Franken an. Die Gemeinden müssen für die betrieblichen Mehrkosten an den Primarschulen aufkommen, welche sich über den gleichen Zeitraum auf insgesamt rund 8,2 Millionen Franken belaufen.
Der Inhalt des Massnahmenpakets von «Zukunft Volksschule» und PICTS und deren Dringlichkeit werden von den Schulbeteiligten sehr unterstützt. Sie stellen wichtige Investitionen in die Sicherung der Grundkompetenzen der Baselbieter Schülerinnen, Schüler und Lernenden und damit in ihre Zukunftschancen dar. Damit diese so rasch wie möglich ihre Wirkung entfalten, sollen die Massnahmen bereits ab dem Schuljahr 2022/23 umgesetzt werden.

In Abstimmung mit dem Verband Basellandschaftlicher Gemeinden wurden die Anliegen der Gemeinden als Trägerinnen der Primarschulen vorgängig im Rahmen einer konferenziellen Anhörung aufgenommen und in den Vorlagen abgebildet. So erhält der Landrat bereits eine konsolidierte Entscheidungsgrundlage für den kommenden Beschluss über die kantonalen Ausgaben.