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Bettagsmandat 2010

15.09.2010
Innehalten, nach- und voraus denken
 
Seit mittlerweile einigen Jahrhunderten ist es am Dank-, Buss- und Bettag Tradition, dass sich die Regierungen an die Bevölkerung wenden. Im Kanton Basel-Landschaft verbreitet der Regierungsrat seit 1832 mit dem Bettagsmandat seine Gedanken grundsätzlicher oder aktueller Natur.
 
Je unsicherer die Zeiten, desto inniger waren in der Vergangenheit die Aufrufe. Seit nunmehr bald drei Generationen dürfen wir in der Schweiz und in vielen Teilen Europas in Frieden leben, ohne die tägliche Angst vor kriegerischer Auseinandersetzung, aber auch ohne die tägliche Angst vor Seuchen oder Naturkatastrophen.
Gott sei Dank, aber auch dank politischer Einsicht, wirtschaftlichem Wohlergehen, medizinischem Fortschritt und infrastrukturellen Präventionsmassnahmen, um nur einige Beispiele zu nennen.
 
Diese - relative - Sicherheit, ganz im Gegensatz zu den Zeiten, als der Dank-, Buss- und Bettag eingeführt wurde, verleitet manche, unseren Frieden, unseren Wohlstand und unsere Wohlfahrt als selbstverständlich vorauszusetzen, gewissermassen als gottgegeben garantiert.
Unsere beschleunigte globalisierte Kommunikationswelt, in der überall auf dieser Welt jederzeitige Verfügbarkeit geradezu verlangt wird, erschwert es im Alltag, auch einmal inne zu halten, nach und voraus zu denken.
 
Weil dies so ist und solange dies so bleibt, braucht es den Dank-, Buss- und Bettag, heute und in Zukunft.
Damit wir alle zumindest einmal im Jahr uns selber entschleunigen, uns im Geiste zurücklehnen und uns wieder einmal bewusst werden, worauf es im Leben auch - und letztlich wohl einzig - ankommt, welche Werte wirklich nachhaltig, unvergänglich und nicht in Gigabytes oder Franken definierbar sind.
 
Die technischen Errungenschaften haben unsere globalisierte Welt überhaupt erst möglich gemacht. Viele, vor allem junge Menschen, können sich gar nicht (mehr) vorstellen, dass es überhaupt eine Welt vor der Erfindung des Internet und des Handys gab. Und viele dieser Menschen setzen als selbstverständlich voraus, dass die Entwicklung immer weiter geht und die Welt sich immer schneller drehen wird.
 
Nicht alle aber finden sich damit zurecht. Und insbesondere die älteren oder aus irgendeinem Grunde auf Hilfe angewiesenen Mitmenschen wissen, dass die technischen Errungenschaften zwar bedeutend und auch hilfreich sind, aber es daneben die zivilisierte, soziale, geistige und kulturelle - und eben auch spirituelle - Welt gibt, die nicht vernachlässigt werden darf, im Gegenteil.
 
Dies uns immer wieder zu vergegenwärtigen, ist eine staatsbürgerliche, solidarische Verpflichtung für uns alle, nicht nur am Dank-, Buss- und Bettag, aber an diesem Tag ganz besonders.
 
Solidarität, Toleranz, Respekt, Rücksicht und Dankbarkeit sind nur einige zeitlose Werte, die wir alle uns immer wieder in Erinnerung rufen und die unser (Zusammen-) Leben bestimmen müssen, damit wir auch in Zukunft in Frieden, Wohlstand und Wohlfahrt leben können.
 
Halten wir also inne und nutzen wir den Dank-, Buss- und Bettag, um uns zu besinnen, nachzudenken über unser eigenes Verhalten gegenüber den Nächsten und der Gemeinschaft. Überlegen wir uns vorausdenkend, was wir alle tun können oder unterlassen sollten, um im Geiste der zeitlosen Werte unseren Alltag und unsere Zukunft für uns persönlich und für unsere Gesellschaft lebenswert zu gestalten, und handeln wir danach.
 
Liestal, 6. September 2010
Im Namen des Regierungsrates
Der Präsident: Krähenbühl
Der Landschreiber: Mundschin

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