Navigieren auf baselland.ch

Benutzerspezifische Werkzeuge

Inhalts Navigation

Protokoll der Landratssitzung vom 9. Februar 2011

Landratspräsidentin Beatrice Fuchs (SP) erklärt, der Regierungsrat sei zur Entgegennahme des Postulats bereit.

Franz Hartmann (SVP) stellt seine Ausführungen unter das Motto: «Wünschbar oder notwendig?»


Diese Frage muss sich der Landrat mit Blick auf die Finanzen künftig vermehrt stellen. Die Ausgaben steigen wegen der immer stärker zunehmenden Zahl an Aufgaben. Mit dem vorliegenden Postulat wird wieder verlangt, solche Kosten zu generieren, geht es doch um finanzielle Unterstützung und um gezielte Förderung. Auch der Verwaltungsaufwand hat seinen Preis.


Zudem stellt sich die Frage, ob der behauptete Pflegenotstand tatsächlich droht, wenn man ein aktuelles Beispiel anführt: In einem Baselbieter Seniorenheim haben sich jahrelang externe Seniorinnen zur Verfügung gestellt, mit Insassen Spaziergänge im Rollstuhl durchzuführen - ohne Bezahlung nota bene. Eines schönen Tages wurde ihnen beschieden, sie bräuchten nicht mehr zu kommen, da sie die Anforderungen an das Pflegepersonal nicht mehr erfüllten.


Die SVP-Fraktion lehnt die Überweisung des Postulats ab.


Beatrice Herwig (CVP) ist der festen Überzeugung, dass es notwendig ist, auf allen Ebenen zu versuchen, neues Pflegepersonal zu rekrutieren bzw. das vorhandene möglichst lange im Beruf zu halten.


Wenn man Zeitungen liest oder die Verhältnisse in Spitälern und Pflegeheimen kennt, weiss man, dass schon heute eine Pflegenotstand besteht; dieser ist nicht wegzudiskutieren. Es muss daher auf allen Ebenen angesetzt werden, nicht nur bei der Berufsausbildung.


Viel Know-how geht verloren, wenn Pflegefachleute zu wenig lange im Beruf bleiben. Die berufliche Ausbildung sollte möglichst lange umgesetzt werden können.


Es mag sein, dass vielleicht einmal in einem Heim freiwillige HelferInnen nicht mehr als Pflegepersonal eingesetzt worden sind; aber wer die Verhältnisse in den Heimen kennt, weiss, dass die BewohnerInnen heute unter ganz anderen Krankheiten leiden als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Es werden bestimmt auch weiterhin Freiwillige eingesetzt werden, vor allem für Spaziergänge, fürs Vorlesen, für Aktivitäten mit den Bewohner(inne)n, aber sicher nicht in der eigentlichen Pflege.


Pia Fankhauser (SP) erklärt, die SP-Fraktion unterstütze das Postulat einstimmig. Franz Hartmann zeigt auf, wo das Problem liegt: Man will in die Pflege nicht investieren. Genau das führt aber zum Notstand.


Das Postulat verlangt einzig, dass die Massnahmen zur Förderung von Pflegeberufen genau angeschaut werden. Es handelt sich um einen bildungspolitischen Vorstoss. Wenn überhaupt gespart werden soll, wäre es bestimmt falsch, dies genau in diesem Gebiet zu tun.


Es geht nicht darum, bei einzelnen Altersheimen nach Einsparmöglichkeiten zu schauen, sondern darum, dass die in der Pflege ausgebildeten Menschen nicht einfach davonlaufen, weil unbedingt gespart werden muss.


Marie-Theres Beeler (Grüne) gibt bekannt, dass die grüne Fraktion das Postulat ebenfalls einstimmig unterstütze. Das Problem ist evident, und die wenigsten der im Postulat vorgeschlagenen Massnahmen sind direkt kostenwirksam für den Kanton.


Petra Studer (FDP) weist darauf hin, dass mit einem Postulat zum Prüfen und Berichten aufgefordert wird: Wie muss der Kanton Baselland handeln, um einen Pflegenotstand bzw. um Engpässe beim Pflegepersonal zu vermeiden?


Im Sinn dieses Abklärungsauftrags ist die FDP-Fraktion bereit, das Postulat zu überweisen.


Regierungsrat Peter Zwick (CVP) betont, die Regierung sei zur Entgegennahme des Postulats bereit. Tatsächlich bestehen einige Probleme in der Ausbildung des Pflegepersonals. Die beiden Basel betreiben diese Ausbildung gemeinsam in zwei Sparten. Eine davon umfasst die FAGE (Fachangestellte/r Gesundheit), also junge Leute, die mit 16 Jahren in den Pflegeberuf eintreten können und nicht wie früher bis 19 Jahren warten mussten; das ist wichtig und soll weiter im Sinne des neuen Berufsbildungsgesetzes gefördert werden. Darüber will der Regierungsrat Bericht erstatten.


Die gleichen Leute, die sich beschweren, dass in der Pflege hauptsächlich Ausländer/innen arbeiten, lehnen nun das Postulat zur Förderung dieser Ausbildung ab.


://: Der Landrat überweist das Postulat 2009/369 mit 61:16 Stimmen. [ Namenliste ]


Für das Protokoll:
Alex Klee-Bölckow, Landeskanzlei



Back to Top

















Weitere Informationen.

Fusszeile