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Protokoll der Landratssitzung vom 10. Februar 2011

Nr. 2447

Landratspräsidentin Beatrice Fuchs (SP) fragt den Interpellanten an, ob er mit der Antwort zufrieden sei, eine kurze Erklärung abgeben wolle oder die Diskussion verlange.


Interpellant Jürg Wiedemann (Grüne) verlangt die Diskussion.


://: Der Diskussion wird stillschweigend stattgegeben.


Jürg Wiedemann (Grüne) geht davon aus, dass die meisten Landratsmitglieder die Durchführung einer Klassenstunde in allen Jahrgängen befürworten; auch der Bildungsrat befürwortet und unterstützt dies im Kern. Aus stundenplantechnischen Gründen hat der Bildungsrat entschieden, dass im ersten Jahr der Sekundarschule eine Klassenstunde durchgeführt wird - hingegen hat der Bildungsrat nicht entschieden, dass es im zweiten, dritten und vierten Jahr der Sekundarschule keine Klassenstunde gibt. Genau dies aber will das Amt für Volksschulen (AVS) nun weismachen.


Die Schulen haben einen Trick angewandt, indem sie die Klassenstunde im zweiten, dritten und vierten Jahr freiwillig angeboten und die Lektion einem Stundenpool entnommen haben, der in ihrem Kompetenzbereich liegt. Die BKSD bzw. das AVS hat die Schulen zurückgepfiffen und sie angewiesen, dies nicht mehr zu machen. Diese Weisung ist den Schulen ein Dorn im Auge und pädagogisch unsinnig. Es gibt in der Schule wohl keine wichtigere Lektion als die Klassenstunde.


Mit den Antworten kann Jürg Wiedemann sich deshalb überhaupt nicht einverstanden erklären. Er bittet die Regierung, darauf einzuwirken - auch Urs von Bidder hat vor einigen Monaten ein entsprechendes Postulat eingereicht -, dass die BKSD das Problem im Bildungsrat einbringt. Im Zusammenhang mit den neuen Stundentafeln soll dafür gesorgt werden, dass die Klassenstunden in jedem Jahr der Volksschulstufe angeboten werden.


Laut Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) hat Interpellant Jürg Wiedemann durch die Verwendung des Begriffs «Trick» deutlich gemacht, dass die Antwort und die Haltung des AVS korrekt sind. Im Übrigen sind die Schulen auch nicht zurückgepfiffen worden. Vielmehr sind einzelne Schulen, die nicht korrekt gehandelt haben, daran erinnert worden, dass die Vorgaben des Bildungsrates zu respektieren seien. Es ist richtig, die Fragen im Bildungsrat, wo die Stundentafeln definiert werden, anzusiedeln. Es liegt nicht in der Zuständigkeit einer einzelnen Schule, zu sagen, wie mit den Stundenkontingenten umgegangen werden solle. Auch ist es keineswegs so, dass im Bildungsrat vergessen wurde, die Klassenstunde vorzusehen. Im Rahmen seiner Beratungen hat der Bildungsrat darüber diskutiert und dies ausdrücklich abgelehnt.


Über den Wert und den Nutzen der Stunden - die der Bildungsdirektor grundsätzlich bejaht - kann diskutiert werden, aber dem AVS darf nicht unterstellt werden, es habe plötzlich eine Weisung erfunden. Das AVS hat lediglich darauf hingewiesen, dass alle Schulen sich an die korrekten Regeln zu halten haben.


Jürg Wiedemann (Grüne) kann die Aussagen des Bildungsdirektors nicht so im Raum stehen lassen.


Der Bildungsrat hat die Kompetenz, im Pflichtbereich Stunden zu verteilen. Den Schulen ihrerseits steht ein Pool zur Verfügung, und im Rahmen dieses Pools können die Schulen entscheiden, was sie anbieten wollen. Die Bedingung ist lediglich, dass es sich um Freifächer oder um Aktivitäten aus dem ergänzenden Bildungsangebot handelt. Wenn die Schulen aus diesem Stundenpool und auf einer freiwilligen Basis eine Klassenstunde anbieten, dann handelt es sich nicht um einen Trick - der Ausdruck war nicht gut gewählt - und ist völlig legitim. Möglicherweise fühlte sich jemand im AVS auf den Schlips getreten. Im Übrigen handelt es sich nicht nur um eine Schule, sondern um sehr viele Schulen, welche das Ganze seit Jahren so handhaben.


Keine weiteren Wortbegehren.


://: Damit ist die Interpellation 2010/101 erledigt.


Für das Protokoll:
Barbara Imwinkelried, Landeskanzlei



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