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Protokoll der Landratssitzung vom 3. November 2016

Der Regierungsrat lehnt laut Landratspräsident Philipp Schoch (Grüne) die Motion ab.

> Begründung des Regierungsrats

Caroline Mall (SVP) sieht ein, dass sie mit der Motion etwas über das Ziel hinausgeschossen hat. Sie möchte keineswegs in die Landeskirchen eingreifen. Der Religionsunterricht ist, insbesondere an den Primarschulen, ein fester Bestandteil des Schulalltags zu Randzeiten. Die Lehrpersonen profitieren also sehr davon, weil dann beispielsweise Halbklassenunterricht möglich ist. Aber es gibt immer mehr Kinder, die nicht mehr in den Religionsunterricht gehen wollen. Es gibt halt, wie in allen Fächern, auch im Religionsunterricht angenehmere und weniger angenehme Lehrpersonen. Mit der Motion sollte die Möglichkeit geschaffen, dass die Religionslehrpersonen nicht nur mit beratender Stimme am Konvent teilnehmen können, sondern auch dass die Schulleitung ein Auge auf sie halten sollte. Die vorgeschlagene Gesetzesänderung ist nun offenbar nicht möglich; dennoch ist es ein wichtiges Thema, bei dem man näher hinschauen sollte.

Die SVP-Fraktion ist für Überweisen der Motion.

Marie-Theres Beeler (Grüne) möchte darstellen, was die Religionslehrpersonen überhaupt erleben. Der Regierungsrat hat erläutert, wie der Religionsunterricht an den Schulen koordiniert wird und wie die Landeskirchen mit den Schulen als Partner zusammenarbeiten.

Die Fraktion Grüne/EVP folgt der Empfehlung auf Ablehnung, denn der Religionsunterricht wird nicht von der Schule, sondern von den Landeskirchen organisiert. Den Schülerinnen und Schülern wird die Teilnahme ermöglicht, die Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt und die genannte Sitzungsteilnahme ist möglich, um ein besseres Zusammenarbeiten zu unterstützen. In einem ganz intensiven Prozess seitens der Landeskirchen wurde abgeklärt, wie in einer mehrheitlich christlich geprägten Gesellschaft, in der sich aber die Religionsausübung wandelt, das Thema Religion in den Schulunterricht eingebaut werden kann. Die Landeskirchen haben daraufhin beschlossen, wo immer möglich ökumenisch zu unterrichten und ihre Lehrpersonen gemeinsam qualifiziert auszubilden; dazu sind neue Ausbildungsgänge geschaffen worden. Nicht nur aus Gründen der Schulorganisation, sondern auch wegen des ökumenischen Rahmens, in dem der Religionsunterricht sich abspielen soll, wurde so ein neues Konzept erarbeitet. Um dieses Konzept gut mit der Schule zu verknüpfen, müssen die Religionslehrkräfte mit beratender Stimme am Konvent teilnehmen können.

Die Überweisung der Motion ist weder sinnvoll noch möglich. Wichtig ist, dass die Landeskirchen im Kanton mit dem guten Kontakt, der zur Zeit zum AVS besteht, immer wieder Wege suchen, in einer sich verändernden Gesellschaft die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Schule im Bereich des Religionsunterrichts neu zu gestalten – und das geschieht auch.

Roman Brunner (SP) erklärt, die SP-Fraktion lehne den Vorstoss ab und folge der Argumentation des Regierungsrates. Er bittet die Motionärin, den Vorstoss zurückzuziehen.

Pascal Ryf (CVP) legt seine Interessenbindungen, wie vom Landratsgesetz gefordert, offen: Er ist einerseits Schulleiter, andererseits Präsident der Synode der römisch-katholischen Landeskirche. Somit kennt er beide Seiten: die der Religionslehrer und die der Schulleitungen. Aus beiden Sichten lehnen er und die CVP/BDP-Fraktion den Vorstoss klar ab.

Es ist sicher wichtig, dass ein Dialog stattfindet zwischen den Religionslehrpersonen und der Schulleitung; das gilt aber genau gleich für Psychomotoriklehrerinnen, VHT-Lehrer oder HSK-Lehrerinnen. Bei der Anstellung ist es wichtig, dass es Leute sind, die einerseits fundiert fürs Unterrichten ausgebildet sind – das ist Sache der Landeskirchen bzw. der Pfarrämter oder Kirchgemeinden – und die vernünftig einsetzbar sind im Rahmen der Stundenplangestaltung – das geschieht im Dialog zwischen den Schulen und den Kirchenvertretern.

Caroline Mall (SVP) zieht die Motion zurück.

://: Die Motion 2016/255 ist zurückgezogen.

 

Für das Protokoll:
Alex Klee-Bölckow, Landeskanzlei

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