Protokoll der Landratssitzung vom 29. November 2012

Nr. 911

Landratspräsident Jürg Degen (SP) erkundigt sich beim Interpellanten, ob er damit einverstanden sei, eine kurze Erklärung abgeben wolle oder die Diskussion verlange.


://: Der vom Interpellanten beantragten Diskussion wird stattgegeben.


Jürg Wiedemann (Grüne) sagt, dass die Antwort sehr gut daherkomme, vor allem wenn die letzten beiden Fragen so absolut richtig beantwortet seien. Dann ist das perfekt. Es gibt einfach eine Differenz zwischen dem, was in dieser Antworten zu lesen ist, und dem, was eigentlich unter vorgehaltener Hand auch in der Bevölkerung immer wieder zu hören ist. Da gibt es einen ganz klaren Unterschied. Jürg Wiedemann hält fest, dass es ihm extrem wichtig sei, dass es in den Spitälern des Kantons keine Zweiklassengesellschaft gebe. Er hätte extremste Mühe damit, wenn die zwei letzten Antworten nicht stimmen würden.


Regina Vogt (FDP) will sich kurz halten und sagen, dass diese Interpellation für einmal sehr gut beantwortet worden sei. Sie sei so beantwortet worden, wie sie es eigentlich in der Praxis auch erlebe. So ist es. So wird es wirklich gehandhabt. Es gibt keine Unterschiede zwischen Behandlungen, keine Unterschiede zwischen Medikamenten. Es ist lediglich so, dass halbprivate und private Patienten von den besseren Infrastrukturkosten profitieren oder von der Wahl ihres Arztes. Aber das andere ist so wirklich eine Tatsache. Es gibt keine Zweiklassenmedizin.


Michael Vollgraff (Grüne) möchte kurz als Arzt, der seit 20 Jahren an der Front stehe und täglich damit zu tun habe, Stellung nehmen. Offiziell sage er auch immer das, was die Regierung geantwortet habe: dass es keine Zweiklassengesellschaft gebe. Es gibt aber eine Zweiklassengesellschaft. Es gibt unterschiedliche Patienten. Es gibt solche, die in der Stadt leben, und solche, die auf dem Land leben. Die werden anders behandelt. Es gibt Patienten, die fordern, und es gibt Patienten, die fordern nicht. Die werden unterschiedlich behandelt. Es gibt Männer und Frauen. Die werden anders behandelt. Es gibt die Patienten, die zum Spezialarzt, und solche, die zum Hausarzt gehen. Das ist eine andere Behandlung. Er habe Patienten, die zu ihm in die Praxis kommen. Er habe Patienten, die im Gefängnis, im Asylheim seien. Die werden unterschiedlich behandelt. Es gibt Patienten, die werden überversorgt, und es gibt Patienten, die werden unterversorgt. Er sage nicht, dass das eine besser sei als das andere. Es gibt Schäden von einer Unterversorgung, aber es gibt auch viele Schäden von einer Überversorgung. Der wichtigste Unterschied, die wichtigste Zweiklassenmedizin wird in ein Paar, in 5, 10 Jahren, kommen. Dann wird unterschieden werden zwischen Patienten, die einen Hausarzt haben, und solchen, die keinen mehr haben.


://: Somit ist die Interpellation erledigt.


Für das Protokoll:
Valentin Misteli, Landeskanzlei



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