Protokoll der Landratssitzung vom 27. November 2014

Nr. 2419

Jürg Wiedemann (Grüne) beantragt die Diskussion.


://: Der Diskussion wird stattgegeben.


Jürg Wiedemann (Grüne) dankt der Regierung für die Beantwortung. Die Antworten lösten in der Fraktion weitere Fragen aus. Bereits heute morgen liess der Interpellant der Regierungsrätin einige davon zukommen, worauf er bereits wieder eine Antwort erhielt.


Ein Punkt, der in der Grünen Fraktion eine Irritation auslöste, möchte er aber hervorheben. Dies betrifft die Frage 8. Wäre das Rheinwasser tatsächlich radioaktiv verseucht, weil die Atomkraftwerke ihr Wasser in den Rhein lassen, gäbe es zwei Möglichkeiten. 1. Weiterhin versickern lassen, worauf das Grundwasser verseucht wäre. 2. Versickerung stoppen, worauf der Grundwasserberg zusammenfiele, mit der Folge, dass die Chemikalien der Feldrebengrube in der Hard auftauchen würden. Die Regierung weist in ihrer Antwort auf mögliche Massnahmen hin: eine weitere Aktivkohlenfilteranlage oder eine Flockungsfiltration. Dies führt den Votanten zur Überlegung: Wäre es so einfach, radioaktiv verseuchtes Wasser zu reinigen, hätte man das in Fukushima doch schon längst angewendet. Dort wird aber seit einem Jahr radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gelassen - und Japan ist technologisch alles andere als zurückgeblieben. Fazit: Es scheint kaum denkbar, dass es so einfach ist.


Rahel Bänziger (Grüne) fragt sich bei der Antwort zu Frage 8, ob man wirklich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera habe, zwischen Chemiemüll und Radioaktivität. So einfach ist es laut der Votantin nicht, Radioaktivität aus kontaminiertem Wasser herauszufiltern. Aktivkohle ist ein eher einfaches und billiges Material, das auch in Fukushima vorhanden wäre. Auch das Flockungsmittel, mit dem versucht wird, die Radioaktivität als schwer lösliches Salz aus dem Grundwasser herauszufiltern, scheint für Cäsium 137 keine gute Lösung zu sein.


Es ist zu hoffen, dass es noch andere Möglichkeiten für eine Dekontamination des Wassers gibt. Es wäre interessant zu wissen, wie genau die Aufbereitung bei so grossen Wassermassen funktionieren und wie genau die Regierung in einem solchen Moment handeln würde.


Regierungsrätin Sabine Pegoraro (FDP) bittet um Nachsicht, dass sie die Verhältnisse in Fukushima nicht im Detail kennt und auch nicht darüber berichten kann. Die zuletzt gestellte Fragen müsste sie erst intern klären lassen. Eine vorgängige (oder nachträgliche) Mail wäre dafür hilfreich.


://: Damit ist die Interpellation 2013/458 erledigt.


Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei



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