Protokoll der Landratssitzung vom 2. Oktober 2014

Nr. 2207

Landratspräsidentin Daniela Gaugler (SVP) informiert, dass der Regierungsrat die Ablehnung der parlamentarischen Initiative empfiehlt. Einen schriftliche Begründung liegt vor. Auch bei dieser Vorlage stellt sich die Frage, ob der Landrat die parlamentarische Initiative vorläufig unterstützt und somit an die Bildlungs-, Kultur- und Sportkommission (BKSK) überweist.


Begründung des Regierungsrats


Christoph Hänggi (SP) findet, dass auch in diesem Fall eine Überweisung keinen Sinn mache. Die SP-Fraktion ist dagegen. Ein Punkt wurde bereits am Vormittag erwähnt, als die SP Verschiebung beantragte: Im Moment ist überhaupt nicht klar, wie der Lehrplan aussehen wird und die Sammelfächer ausformuliert sein werden. Entsprechend ist es Nein im Zweifelsfall, aufgrund der Unklarheit, worüber heute überhaupt entschieden werden soll.


Andererseits ist es aber auch ein Nein aus Überzeung. Unter Traktandum 4 soll die Petition «Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek-I-Lehrkräfte» als Postulat an die Regierung überwiesen werden. In diesem Zusammenhang würden die hier aufgeworfenen Fragen beantwortet. Der Votant bittet Urs Wüthrich, dies schnell anzugehen. Es sollte auch in seinem Interesse sein, im Falle einer Überweisung an die BKSK eine Diskussionsgrundlage zu haben.


Im Bericht wird dann sicher geklärt werden, wie die Sammelfächer an der Pädagogischen Hochschule FHNW unterrichtet werden. Offenbar findet diese Ausbildung an anderen Pädagogischen Hochschulen bereits statt. Auch die Fachhochschule Nordwestschweiz wird in Kürze in diese Richtung gehen. Es ist also schon einiges in die Wege geleitet. Der Rat torpediert diese Richtung mit den parlamentarischen Initiativen und mutet den Schulen zu, noch länger zu warten als ohnehin. Dadurch steht zu befürchten, dass man nächsten Sommer nicht bereit ist.


Um die Wogen zu glätten wäre es gut, wenn die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule wie angekündigt mit Übergangsfrist etc. aufgegleist wäre. Ebenso sollte aufgezeigt sein, wie der Unterricht in den Sammelfächern stattfinden wird, und dass man quasi auch als Lehrerteam in einer Übergangsfrist diese Fächer unterrichten kann. Mit einer entsprechenden Kommunikation würde in breiteren Kreisen gesehen, dass die Umsetzung des Lehrplans 21 möglich ist. Mit dem jetzigen Vorgehen riskiert man aber ein Chaos; mit der Unterstützung der Initiative wäre z.B. ein Fach Geografie als Einzelfach im Bildungsgesetz verankert. Natürlich gibt es hier solche, die es gerne sehen würden, wenn ihr Fach im Bildungsgesetz gesichert ist. Es ist aber nicht Sinn dieses Gremiums, solche Einzelinteressen durchzusetzen.


Die SP lehnt die parlamentarische Initiative ab und bittet die anderen Fraktionen, ihr zu folgen.


Landratsvizepräsident Franz Meyer (CVP) bittet Jürg Wiedemann um Entschuldigung. Obwohl Christoph Hänggi zuerst gedrückt hat, hätte der Initiant das Wort als Erster haben sollen.


Jürg Wiedemann (Grüne) vertritt die Position der Grünen Fraktion. Im Gegensatz zur ersten parlamentarischen Initiative bezieht sie inhaltlich klar Stellung dazu. Die Mehrheit der Fraktion ist für eine Überweisung.


Für die Grünen stellt sich vor allem die Frage, ob man Sammelfächer möchte - oder nicht. Es geht nicht darum, ob und wie sie umgesetzt werden. Hingegen soll aufgezeigt werden, was in der Zukunft gelten soll. Das nennt sich Bildungspolitik. Und in dieser Frage meinen die Grünen, dass die Sammelfächer zu einem Bildungsabbau führen würden und man stattdessen auf Einzelfächer setzen sollte.


Man schaue sich an, was heute grosse Firmen tun: Sie arbeiten in Teams, das vernetzte Denken ist unheimlich wichtig. Dieses vernetzte Denken versucht heute schon jeder Lehrer und jede Lehrerin einzubringen. Will man aber Qualität erhalten, ist vor einem Unterrichtsmodell zu warnen, bei dem jede/r von allem etwas kann, aber nichts richtig. Es ist wichtig, dass es gute Lehrpersonen sind, die in ihren Bereichen stark sind, und zusammen in einem Team sich vernetzen. So kommt Qualität heraus.


Besieht man sich ein einzelnes Fach: Geschichte soll neu in «Räume, Zeiten, Gesellschaften» unterkommen. Heute gibt es kaum eine Lehrperson, die genau diese Kombination vorweisen kann. Würde nun ein Lehrer die beiden Fächer «Räume, Zeiten Gesellschaften» und «Natur und Technik» unterrichten - müsste er Geschichte, Geografie, Physik, Chemie und Biologie beherrschen. Das wäre aber noch zu wenig, denn die Anforderung sind drei Fächer. Am Ende muss die Person 6 Fächer (im alten Mass) studieren und unterrichten, um mit der gleichen Qualität das anbieten zu können, was sie heute tut. Das kann nicht aufgehen. Und zeigt auch, wie wenig Fachausbildung die FHNW anbieten würde.


Falls die parlamentarische Initiative überwiesen wird, geht sie an die Bildungskommission. Dies gibt ihr die Möglichkeit, sie intensiv zu beraten. Sie wäre dort am richtigen Ort.


Sabrina Corvini-Mohn (CVP) schickt voraus, dass sie als Fraktionssprecherin keine leichte Aufgabe damit haben werde, in ihrer Stellungnahme die unterschiedlichen Meinungen ihrer Fraktion zu Sammel-, Kombi- und Integrationsfächern zu vertreten. Eine Mehrheit innerhalb der Fraktion sieht die Sammelfächer als Chance und argumentiert dabei mit dem vernetzten Denken. Eine Minderheit möchte die Fächer hingegen weiterhin einzeln unterrichtet wissen, also am bewährten System festhalten. Einig ist sich die Fraktion darin, dass eine hohe Bildungsqualität gewährleistet sein muss. Dies führt über die Qualität in der Ausbildung von Lehrpersonen bis zur Qualität in den einzelnen Lektionen. In dieser Hinsicht wurden am Vormittag, als intensiv darüber diskutiert wurde, mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. Diese Antworten erhofft man sich nun von der Petition, die heute als Postulat überwiesen werden soll (Traktandum 4).


Das Thema Sammelfächer sollte man in einem Gesamtzusammenhang sehen. Hierbei wird weniger an den Lehrplan 21 und Harmos gedacht, sondern an die Ausbildung von Lehrpersonen (die an der FHNW stattfinden soll, wobei an allen Pädagogischen Hochschulen, die Sek-I-Lehrpersonen ausbilden, das Kombiangebot bereits existiert). Auf der anderen Seite gibt es die bestehende Ausbildung an der Universität. Die CVP fragt sich nun, ob jemand, der heute Geografie-Lehrer an der Uni studiert, in Zukunft das betreffende Kombi-Fach überhaupt unterrichten kann. Deshalb legt die CVP den Fokus auf die Nordwestschweiz. Es muss klar sein, was die benachbarten Kantone machen. Es braucht aber auch eine schweizweite Gesamtübersicht, da die angebotenen Ausbildungen gesamtschweizerisch gültig sind. Man darf nicht in eine Sackgasse laufen.


Die CVP-Fraktion ist in der Mehrheit der Meinung, dass das Bildungsgesetz nicht der richtige Ort für eine solche Bestimmung ist. Aber auch die Gegner der Sammelfächer werden die parlamentarische Initiative heute unterstützen und überweisen, damit dort die eigentliche Diskussion darüber stattfinden kann. Ist man also gegen die Sammelfächer eingestellt, ist es wichtig, der parlamentarischen Initiative zuzustimmen, damit das Thema in der Fachkommission behandelt werden kann. Das Baselbiet soll weder als Insel dastehen, noch unter dem Druck der umgebenden Kantone etwas nachvollziehen müssen, wovon man sich keine eigene Meinung bilden konnte.


Michael Herrmann (FDP) sagt, dass seine Fraktion die parlamentarische Initiative unterstützen werde. In den letzten Jahren wurde viel über Integration, Harmonisierung, Schulstrukturen, Übernahme von Schulhäusern etc. diskutiert. Aber kaum je über die Qualität in der Bildung. Beim vorliegenden Thema geht es nun um die Qualität: Gewisse Lektionen werden zugunsten der Sammelfächer gestrichen, es wurde gesagt, dass dies zu Problemen bei der Lehrkraft-Ausbildung führen könnte, da plötzlich mehrere Fächer beherrscht werden müssen - dieses Thema ist für die FDP ungelöst und muss aufgrund seines potentiell negativen Einflusses auf die Bildungsqualität auf den Tisch kommen. Wird die parlamentarische Initiative überwiesen, geht das Geschäft an die Bildungskommission und kann zusammen mit der Petition (Traktandum 4) behandelt werden. Auch die FDP ist für eine Überweisung, dies scheint der richtige Weg zu sein.


Paul Wenger (SVP) sagt, dass die SVP die Initiative überweisen werde. Einige Ergänzungen hierzu: Die Sammelfächer sind aus Sicht des Votanten als auch seiner Fraktion ein neues Element der Bildungsphilosophie an den Schulen. Dazu sei eine Bemerkung zu den drei Ordnern erlaubt, die am Platz des Bildungsdirektors aufgebaut sind und dessen Inhalt dem Sprecher nicht bekannt ist. Links davon aber steht ein vereinzelter Ordner mit dem neuen Lehrplan. Geht man davon aus, dass zu dem einzelnen Ordner noch ganze Lernlandschaften (wie sie genannt werden) erarbeitet werden müssen, ist anzunehmen, dass sich der eine oder andere Ordner zusätzlich füllen wird...


Ein weiterer Punkt ist, dass der Kanton Aargau bei den Einzelfächern bleibt (Biologie, Chemie, Geografie, Geschichte, Physik) und sie an den Sekundar- und Bezirksschulen weiterhin als Pflichtfächer mit speziellen Promotionsordnungen unterrichtet ewrden. Wenn aber einer der Nachbarkantone das bestehende System beibehält, lässt sich nicht leichtfertig ohne Weiteres davon absehen. Weiter wurde von Sabrina Corvini erwähnt, dass ein fächerbezogener Ausbildungsgang für die Sek I, gesamtschweizerisch anerkannt und eindeutig auf Einzelfächer bezogen, weiterhin möglich ist. Es gilt zu klären, wie dies im Kanton Basel-Landschaft a) anerkannt und b) in einer Fächerkombination umgesetzt wird.


Die Abschaffung von Einzelfächern fände der Votant persönlich schlecht. Landet Geschichte als ein sehr zentrales Fach in einem Sammelgefäss, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Stoffvermittlung abnehmen wird. Das Verständnis für gewisse Zusammenhänge, wie dies z.B. das Fach Geschichte vermittelt, wird dann fehlen. Dies ist zu bedauern. Die SVP-Fraktion wird einer Überweisung zustimmen.


Agathe Schuler (CVP) redet als Einzelsprecherin. Für sie ist es ein fragwürdiges Vorgehen, wie im Rat Bildungspolitik betrieben wird - und zwar über grössere Strecken via parlamentarische Initiativen (es ist nicht die letzte aus dem Hause Wiedemann). Es wäre viel sympathischer, wenn die Vorlagen in der Direktion ausgearbeitet und dann vom Regierungsrat der Kommission vorgelegt, von ihr beraten und dann im Parlament beschlossen würden. Es scheint der Sprecherin problematisch, wenn Bildungspolitik in der Kommission entsteht. Es stört sie auch, dass ein neuer § 6 verlangt wird. Besieht man sich das Bildungsgesetz, handelt es sich dabei eher um einen allgemeinen Präambel-Paragrafen, der lediglich die Schularten bis zu Gymnasium und Erwachsenenbildung aufzählt. Das Einfügen eines Absatzes mit der Bezeichnung der einzelnen Fächer auf Sekundarschulstufe scheint nicht der geeignete Level zu sein.


Ein sachlicher Aspekt: Das Anliegen, Einzelfächer im Gesetz zu verankern, widerspricht dem Anspruch der Förderung vernetzten Denkens. Die Überweisung der parlamentarischen Initiative erachtet die Votantin als Schnellschuss, weshalb sie das Ansinnen ablehnt.


Daniel Altermatt (glp) weist darauf hin, dass es im Moment lediglich um die Überweisung der Initiative, nicht um deren Inhalt gehe. Die BDP/glp-Fraktion hätte es bevorzugt, wenn zuerst das ursprüngliche Traktandum 4 (die Petition) diskutiert und als Postulat überwiesen worden wäre. Anschliessend hätte, nach Antwort der Regierung, in Kenntnis der Sachlage weiterdiskutiert werden können. Somit bleibt, im Sinne einer vertieften Behandlung, nichts anderes übrig, als die parlamentarische Initiative zu überweisen. Dabei ist sich die Fraktion der Schwierigkeiten bei den konkreten Forderungen gewahr. Trotzdem wird sie die Initiative überweisen.


Hanni Huggel (SP) hat es wie ihren Vorredner sehr gestört, dass die Landratspräsidentin in eigener Kompetenz die Traktandenliste umgestellt und es damit verunmöglicht hat, dass zuerst über die Petition, und erst danach über die parlamentarische Initiative befunden werden kann. Es gibt noch mehrere Fehler. Im Traktandum über die Petition geht es um Qualitätssicherung in allen Fächern. Wird die parlamentarische Initiative überwiesen, wird im § 6 jede Möglichkeit eines Weiterdenkens bezüglich Fächerkombinationen etc. genommen. Besser wäre es, der Petitionskommission zu folgen: Es wurden in ihrer Runde Sek-Lehrkräfte angehört, die in erster eine gute Fächerausbildung wünschen und sich nicht von vornherein gegen Kombi-Fächer aussprechen.


Somit müsste man, findet die Sprecherin, zur vorliegenden parlamentarischen Initiative Nein sagen, weil die Petitionskommission das Thema eigentlich der Regierung überweisen möchte, damit diese etwas ausarbeiten kann, was dann wieder von der Bildungskommission beurteilt werden kann - und nicht umgekehrt.


Oskar Kämpfer (SVP) befremdet es ausserordentlich, wenn man mit dem von der Landratspräsidentin beschlossenen Vorgehen Mühe bekundet, nur weil man möglicherweise inhaltlich nicht weiter kommt. Es liegt, worauf bereits Agathe Schuler hingewiesen hat, eine umfassendere Thematik vor. Die Reaktionen vieler Lehrer deuten an, dass Kombifächer vermutlich nicht der richtige Weg sind. Zumindest gibt es keine Ergebnisse über eine längere Periode, die aufzeigen würden, dass damit wirklich etwas gewonnen wäre. Mit Schlagworten wie «rückständig» und «veraltet» lässt sich immer punkten. Resultate, welche die Kritik am Status Quo rechtfertigen würden, gibt es allerdings nicht.


Dies ist der Hauptgrund, weshalb für die SVP die Initiative der richtige Weg ist, die Bildungslandschaft nun langsam zu gestalten. Denn bis jetzt wurde das nämlich nicht gemacht.


Rahel Bänziger (Grüne) sagt, dass interdisziplinäre Forschung v.a. dadurch lebt, dass die beteiligten Forscher in ihrem Gebiet sattelfest sind und es in der Tiefe verstehen. Erst das ermöglicht eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen. Eines der besten Beispiele dafür ist die Nano-Technologie. Hier braucht es wirklich gut ausgebildete Chemikerinnen, Biologen, Medizinerinnen, Physiker, welche die Wissenschaft vorwärts zu bringen vermögen. Man hat versucht, den Forschenden die Nanotechnologie in einer Art Schnellbleiche beizubringen. Die Sprecherin bezweifelt den Erfolg dieser Massnahme. Die abnehmenden Studierendenzahlen in diesem Fach zeigen auch, dass sich immer weniger Leute dafür interessieren.


Einem Biologiefach wird die nötige Tiefe genommen, wenn es mit einem anderen Fach zusammengenäht wird. Dies gilt ebenso bei Vermischungen zwischen Chemie und Physik. Stets fordert man eine Stärkung der MINT-Fächer. Die aktuelle Entwicklung birgt jedoch die grosse Gefahr, dass genau das Gegenteil davon passiert und die naturwissenschaftlichen Fächer verwässert werden. Vernetztes Wissen lässt sich in allen Fächern erreichen. Jede/r Naturwissenschaftler/in sollte in der Lage sein, dies in seinem jeweiligen Gebiet zu tun. Dazu sind keine Sammelfächer nötig.


Für die Votantin bedeutet eine Stärkung der MINT-Fächer, sie in ihrer Einheit zu unterrichten, um die nötige Tiefe zu haben, damit im Rahmen interdisziplinärer Forschung Experten ihre Expertise fruchtbar einbringen können. In diesem Sinne sollte MINT gestärkt werden.


Claudio Botti (CVP) findet das bisher Gesagte richtig. Er macht sich aber über etwas anderes Sorgen. Werden Fächer zusammengelegt, wird eine Klammer aufgemacht: Was passiert mit der Lehrerausbildung, der Fachhochschule, welche Kosten löst das aus, werden die gleichen Ausbildungsplätze weiter benötigt oder braucht es zusätzliche? Was passiert mit dem jetzigen Lehrkörper, muss Millionen in den Ausbau ihrer Kompetenzen investiert werden? Diese Fragen sind nicht beantwortet, und es ist heikel, etwas zuzustimmen, wovon die Auswirkungen mit Folgekosten etc. nicht bekannt sind.


Der vorgezeichnete Weg bedeutet für den Votanten ein Qualitätsabbau. Es reicht nicht aus, dass jemand mit einer Matur Geschichte unterrichten darf. Dieses Wissen muss aufgebaut werden. Alles andere wäre nicht richtig.


Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) macht deutlich, dass auch diese parlamentarische Initiative in klarem Widerspruch zum Volkswillen stehe. Offenbar gilt Volkswille nur von Fall zu Fall, wie bereits Landrat Weibel betont hatte. Wenn er einem nicht passt, lässt er sich wieder mit parlamentarischen Initiativen übersteuern.


Dies gilt auch für diese Vorlage, die eine Anzahl bereits gefällter Beschlüsse aushebeln würde. Z.B. sind die Stundentafeln seit 2012 beschlossen. Es ist im Interesse der Planungssicherheit nicht sinvoll, dies wieder auf neue Wege zu leiten.


Vorbemerkung: Ein Untergang der Bildungslandschaft ist kaum zu erwarten, gibt es doch eine Reihe von Kantonen, die ihre Sekundarlehrkräfte in den Pädagogischen Hochschulen schon lange in Sammelfächern ausbilden - und die, zum seinem Ärger, in der Pisa-Studie deutlich vor dem Baselland rangieren. Also kann das System nicht ganz so schlecht sein.


Die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz ist die einzige, die diesen Schritt noch nicht vollzogen hat. Baselland ist eine Bildungsinsel. Somit ist auch der Hinweis im Titel der Initiative auf «kostentreibende Kombifächer» falsch - denn es wäre vor allem der Alleingang kostenintensiv. BL könnte dann einen eigenen Lehrmittelverlag gründen und eine eigene PH führen. Insofern ist der in der Initiative vorgeschlagene Weg hochproblematisch, weil er nicht nur die Planungssicherheit deutlich mehr erschwert als bei der vorherigen Initiative, sondern auch die Unruhe unter der Lehrerschaft befeuert. Der Regierungsrat appelliert deshalb, den Volkswillen zu respektieren und die parlamentarische Initiative nicht zu überweisen.


* * * * *


- Beschlussfassung


://: Der Landrat überweist mit 56:27 Stimmen die Parlamentarische Initiative «Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer» an die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission. [ Namenliste ]


Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei



Back to Top