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Protokoll der Landratssitzung vom 19. Mai 2011

Nr. 2697

Regierungspräsident Jörg Krähenbühl (SVP) erklärt die ablehnende Haltung des Regierungsrats: Auf dem Kantonsstrassennetz gibt es rund 470 Fussgängerstreifen. Eine im Jahr 2008 durchgeführte Detailanalyse sämtlicher Fussgänger-Verkehrsunfälle auf den Kantonsstrassen in Kanton ergab, dass sich 26 Unfälle mit Fussgängerbeteiligung auf oder bei Fussgängerstreifen ereigneten.


Im Postulat wird die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sowie die Situation in anderen Kantonen erwähnt. Die gesamtschweizerischen Unfallzahlen 2010 werden erst im Sommer 2011 vorliegen.


Von den Verkehrsunfällen auf bzw. bei Fussgängerstreifen ereigneten sich im Baselbiet 64 Prozent tagsüber, 13 Prozent während der Dämmerung und 23 Prozent in der Nacht. Die Fussgängerstreifen im Kanton Basel-Landschaft sind grossmehrheitlich gut ausgerüstet. Sie verfügen über eine spezielle Strukturmarkierung, mindestens ein Signal «Standort Fussgänger», eine Erhöhung der Leuchtdichte im Bereich des Fussgängerstreifens sowie eine spezielle Platzierung der öffentlichen Beleuchtung, sodass nicht nur der Streifen selbst, sondern ebenfalls der Warteraum optimal ausgeleuchtet wird.


Bei den im Postulat vorgeschlagenen zusätzlichen Installationen handelt es sich um in die Fahrbahn eingebaute, leicht erhöhte Reflektoren, die das Licht der Fahrzeuge reflektieren oder die mit Lampen versehen sind, welche entweder selbst leuchten oder auf Anforderung der Fussgänger aufleuchten.


Das Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) der ETH Zürich hat im Jahre 2003 einen Forschungsbericht («Auswirkungen passiv beleuchteter Fussgängerstreifen auf die Verkehrssicherheit») zu solchen Reflektoren erstellt. Ergebnis der Studie war, dass die Reflektoren vom IVT nicht empfohlen werden können. Gründe hierfür sind zum einen, dass die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers auf den Streifen statt auf den querenden Fussgänger selbst gelenkt wird; zum anderen, dass der technisch erzielte Sicherheitsgewinn vollumfänglich in das Verhalten des Lenkers respektive des Fussgängers einfliesst und somit gegebenenfalls vermehrt unvorsichtig gehandelt werden könnte.


Reflektoren bringen tagsüber keine zusätzliche Sicherheit. Gemäss den zuvor erwähnten Unfallzahlen ist nicht nur die Sicherheit nachts, sondern auch tagsüber wichtig. Deshalb gilt es, weiterhin Massnahmen zu treffen, welche auch am Tag wirksam sind wie Inseln und wenn notwendig eine zusätzliche Signalisierung.


Ein weiterer Problempunkt ergibt sich beim Pflügen der schneebedeckten Strassen, was vor allem in höheren Lagen des Kantons eine gewisse Rolle spielt. Ebenfalls besteht eine Gefahr für Velofahrer, insbesondere wenn diese den vorstehenden Reflektoren ausweichen.


Ein Fussgänger, welcher auf einem Streifen die Strasse quert oder der sich noch im Warteraum befindende Fussgänger, soll vom Fahrzeuglenker möglichst frühzeitig erkannt werden. Die Beleuchtung soll vor allem die Passanten anleuchten, so dass der Fahrzeuglenker in erster Linie diesen wahrnimmt.


Klaus Kirchmayr (Grüne) dankt Regierungspräsident Jörg Krähenbühl für die eigentliche Erledigung des Postulats und kann der Argumentation vollumfänglich folgen. Auch der stellvertretende Kantonsingenieur konnte den Postulanten überzeugen, dass das Tiefbauamt diesen Fragen grosse Aufmerksamkeit widmet. Dies wurde auch von Gemeindevertretern bestätigt. Um die Abstimmung zu sparen, zieht der Postulant seinen Vorstoss zurück.


://: Damit ist das Postulat 2011/013 zurückgezogen.


Für das Protokoll:
Miriam Schaub, Landeskanzlei



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