Navigieren auf baselland.ch

Benutzerspezifische Werkzeuge

Inhalts Navigation

Protokoll der Landratssitzung vom 17. November 2016

Klaus Kirchmayr (Grüne) beantragt die Diskussion.

://: Der Diskussion wird stattgegeben. 

Klaus Kirchmayr (Grüne) merkt an, die Sanierung des Schänzli-Tunnels sei bereits von verschiedener Seite im Landrat thematisiert worden. Es konkretisiert sich, nach dem Informationsveranstaltungen in einer grösseren Breite durchgeführt worden sind, dass es während der Sanierung in der Hagnau bzw. des Schänzli-Tunnels ein gröberes Verkehrsproblem geben wird – und dies langanhaltend. Das ist heute unbestritten.

Umso wichtiger wäre es, während dieser Zeit glaubwürdige Entlastungsmassnahmen zu haben. Glaubwürdige Entlastungsmassnahmen beziehen sich nicht nur auf zusätzliche Umfahrungen auf Asphalt. Da wird alles probiert, mit teilweise wilden Ecken, die teilweise gefahren werden müssen. Der ÖV sollte ebenfalls miteinbezogen werden, um Entlastung zu schaffen.

Der Interpellant ist dankbar für die vorliegenden Antwort. Sie zeigt, dass die Trassen für eine Tangentiallinie bspw. von Aesch nach Liestal oder Sissach möglich wäre. Weniger erfreulich ist die Antwort, dass sich offensichtlich kein Rollmaterial finden lässt. Es ist sehr erstaunlich, dass es in der ganzen Schweiz oder in Deutschland kein Rollmaterial, keine vier Kompositionen geben soll, um bspw. mit einem eingeschobenen Viertelstundentakt – dafür ist der Platz vorhanden – von Aesch direkt nach Muttenz via Güterbahnhof nach Liestal zu fahren. Das wäre eine sehr gute Chance für das Baselbiet – endlich eine eigene S-Bahnlinie, welche nur dem Baselbiet zu Gute käme.

Die Baudirektion wird aufgerufen, bei den Verkehrsträgern nochmal zu insistieren, diese Tangentialverbindung nochmals zu prüfen. Es soll mit Nachdruck nach Rollmaterial gesucht werden. Das muss möglich sein. Die Karten wären gut, um den Bund zur Finanzierung dieses Angebots heranzuziehen. Ein Live-Test wäre möglich, ob die Tangentialverbindung auch nach der Sanierung eine plausible Erweiterung des Angebots der S 3 sein könnte.

Regierungsrätin Sabine Pegoraro (FDP) weist darauf hin, dass bereits heute ein Verkehrsprobleme bestehe. Das Problem wird nicht erst mit der Sanierung entstehen. Es wird sich jedoch wahrscheinlich verschärfen.

Zu den Entlastungsmassnahmen: Was Landrat Klaus Kirchmayr will, ist erst möglich mit den baulichen Massnahmen, welche im Rahmen von FABI, Step 2020-2015 gemacht sind. Zunächst muss die Schienenkapazität ausgebaut werden. Man kann nicht einfach einen Zug zur Entlastung einschieben. Das führt sofort mit anderen Zügen zu Konflikten.

Es wurden alle Optionen geprüft. Einfach ist es jedoch nicht. Das vorliegende Angebot ist das, was mit den heutigen Ressourcen möglich ist. Das andere wäre möglich, wenn der Doppelspurausbau Laufental umgesetzt und das Wendegleis in Aesch gebaut ist. Dann sind Verbesserungen im Angebot möglich. Ohne Kapazitätsausbau bei den Schienen ist das nicht möglich. Der Ausbau lässt sich nicht schnell und nicht in der jetzigen Situation machen. 

Klaus Kirchmayr (Grüne) dankt für die Klarstellung. Nach dem Verständnis des Votanten existiert die Tangentenlinie im Dreispitz-Areal. Die Erstellung des Wendegleises in Aesch sollte aufgrund des Platzes und den entsprechenden Auflagen zumindest provisorisch relativ einfach möglich sein. Die Investition wäre relativ klein, um ein wirklich nachhaltiges Angebot für die sieben Jahre Bauzeit zu realisieren. Das Geld wäre sehr gut investiert, denn jede Staustunde, welche damit eingespart werden, lohnt sich. Ein solches Angebot zwischen Aesch und Liestal würde zu massiven Entlastungen führen. Man sollte es versuchen.

Regierungsrätin Sabine Pegoraro (FDP) sagt, es würde die Diskussion sprengen aufzuzeigen, was eine kleine Änderung am Fahrplan für Auswirkungen habe. Sie ist aber gerne bereit, Klaus Kirchmayr bei Gelegenheit die komplexen Zusammenhänge aufzuzeigen.

Man würde das gerne umsetzen, wenn es so einfach wäre. Viele Probleme wären damit gelöst. Es könnte eine wirkliche Alternative angeboten werden. Leider geht es nicht so einfach.

://: Somit ist die Interpellation 2016/205 erledigt.

 

Für das Protokoll:
Peter Zingg, Landeskanzlei

Weitere Informationen.

Fusszeile