Protokoll der Landratssitzung vom 1. Dezember 2016

Rahel Bänziger (Grüne) beantragt die Diskussion.

://: Dem Antrag wird stillschweigend stattgegeben.  

Rahel Bänziger (Grüne) dankt der Regierung für die ausserordentlich ausführliche Beantwortung. Es wurden viele Dinge beantwortet, die sie gar nicht gefragt hatte. Leider wurden aber auch einige der gestellten Fragen nicht beantwortet. Nicht beantwortet wurde zum einen die Frage nach Anzahl und Arten der Versuchstiere im Neubau der Tierversuchsstation am Biozentrum. Dies müsste eigentlich bekannt sein, da die entsprechenden Käfige oder Aquarien zur Verfügung stehen müssen. Zum anderen wurde nicht beantwortet, um wieviel sich die Anzahl der Versuchstiere erhöhen wird. Es wird mit einer Erhöhung der Käfiganzahl um 20 Prozent geantwortet, was bedenklich ungenau ist, wenn man bedenkt, dass in einem Käfig zwischen einem und acht Tieren gehalten werden können. Hier wären exaktere Zahlen erwünscht.

Weiter wurde nicht beantwortet, wieviel die Universität jährlich in die Erforschung von Alternativ- und Ersatzmethoden für Tierversuche investiert. Die Interpellantin fragte spezifisch nach konkreten 3R-Projekten, und nicht danach, wie viele Experimente dem 3R-Konzept entsprechen. Das tun doch hoffentlich alle. Es wird sehr ausweichend geantwortet. Nur die 3R-Projekte geben Auskunft über die effektiven Bemühungen, die Tierversuche zu reduzieren, zu verfeinern und zu ersetzen.

Zudem leuchtet nicht ein, weshalb die Käfigzahl um 20 Prozent zunimmt, wenn das 3R-Konzept wirklich effizient umgesetzt wird. Eigentlich müsste die Anzahl rückläufig oder zumindest stabil sein.

Grundsätzlich ist erfreulich, dass sich die Haltebedingungen nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Pfleger in der neuen Station deutlich verbessert haben. Zur Verbesserung der Haltebedingungen gehören aber nicht nur grössere Käfige und bessere Hygienebedingungen, sondern vor allem bessere Rückzugsmöglichkeiten, Beschäftigungen und artgerechte Haltung. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass je besser die Tiere gehalten werden, desto besser auch die Forschungsergebnisse sind.

Regierungspräsident Thomas Weber (SVP) gibt zu bedenken, dass der Weg, um an Informationen zu gelangen, etwas kompliziert sei. Die Fragen kommen vom Landrat an die Regierung, diese gibt sie an die Volkswirtschaftsdirektion und diese wieder an das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt weiter, wo man bei der Uni nachfragen muss. Der kürzere Weg wäre, direkt bei der Uni nachzufragen oder allenfalls über die IGPK Uni versuchen, zu den Antworten zu gelangen.

://: Damit ist die Interpellation 2016/159 erledigt.

 

Für das Protokoll:
Markus Kocher, Landeskanzlei