Navigieren auf baselland.ch

Benutzerspezifische Werkzeuge

Inhalts Navigation

Protokoll der Landratssitzung vom 13. Dezember 2007

21
2007-095 vom 19. April 2007
Interpellation von Georges Thüring, SVP: Disziplinarprobleme an Baselbieter Schulen
- Beschluss des Landrats am 13. Dezember 2007: < beantwortet >



Nr. 273

Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) stellt seiner Interpellationsbeantwortung folgende Kommentare voran: In der vom Kanton in Auftrag gegebenen Studie «Sicherheit und Gewaltgefährdung an Baselbieter Schulen» stellte Dieter Bongers fest, dass bei den ausgewählten Schulstandorten - Gymnasien, Berufsfachschulen und Sekundarschulen - offene Gewalt nicht zu den primären Problemen gehört. Ernsthafte Gewaltsituationen sind an allen Standorten eher die Ausnahme und Einzelfälle. Grössere Sorgen machen sich die Schulleitungen über subtilere Gewaltformen wie Mobbing, Ausgrenzung, Blossstellung durch Bilder und Videos im Internet. Ein Problem stellt sich natürlich, wenn ernsthafte Drohungen an einer Schule ausgesprochen werden, wie es an der Berufsfachschule Liestal oder an der Sekundarschule Gelterkinden im ersten Quartal 2007 der Fall war. Damals fiel zwar nur je einer von insgesamt über 30'000 Schülern aus dem Rahmen. Trotzdem könne ein solches Ereignis schnell zur Annahme verleiten, es handle sich um ein flächendeckendes Phänomen.


Die Fragen sind sehr präzise gestellt und beziehen sich auf das Jahr 2006. Die beiden Fälle aus dem laufenden Jahr sind daher nicht berücksichtigt, wurden aber nun dennoch erwähnt. Grundlagen für die Antworten bilden im Übrigen die Stellungnahmen des Amtes für Volksschulen, der Schulleitungskonferenz Gymnasien, der Rektoren Berufsfachschulen, von Dieter Bongers aus seiner Beratungspraxis wie auch des Leiters Jugenddienst der Polizei Baselland.


Zu Frage 1:
Ein Fall wie er in Zürich passierte, ist sicherlich in der Schweiz einzigartig. Dem Regierungsrat ist bisher kein einziger solcher Fall im Baselbiet bekannt. Selbstverständlich könne man aber nicht für sich in Anspruch nehmen, dass man in einer anderen Welt lebe als in Zürich.


Zu Frage 2:
Auf Primarstufe fand im vergangenen Schuljahr 1 Ausschluss in Allschwil statt. Auf der Sekundarstufe I 56; betroffen waren 18 der insgesamt 26 Schulstandorte. An den Berufsfachschulen gab es 2 definitive Schulausschlüsse in Liestal, 5 befristete am KV Reinach und am KV Muttenz, dort zum Teil nur Ausschlüsse in einzelnen Fächern. An den Gymnasien gab es 2 definitive und 8 befristete Ausschlüsse.


Zu Frage 3:
2006 wurden 2 Drohungen von Schülern, die bei der Polizei angezeigt wurden, erfasst und dokumentiert. In Ziefen drohte ein Sekundarschüler im Rahmen einer schriftlichen Arbeit einem Lehrer mit Gewalt, dasselbe tat in Allschwil ein Sekundarschüler im Rahmen eines Fussballmatches. In beiden Fällen wurden Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren aufgenommen.


Zu Frage 4:
Gewaltdelikte von Schülerinnen oder Schülern gegenüber Lehrpersonen wurden im Jahr 2006 keine von der Polizei gemeldet. Es wurden aber 6 Übergriffe von Schülerinnen oder Schülern untereinander zur Anzeige gebracht.


Zu Frage 5:
Der Anteil von Ausländerinnen und Ausländern an bei der Polizei gemeldeten Fällen von Drohungen und Gewaltanwendungen unter Jugendlichen umfasst insgesamt, auf Täterseite: bei 6 Schweizern (alle männlich) 5  Ausländer (3 männlich, 2 weiblich), auf Opferseite: 5 Schweizer(4 männlich, 1 weiblich) 1 Ausländer (männlich).


Zu Frage 6:
Es ist eine Realität, dass in den Schulanlagen immer wieder gestritten wird, Ringkämpfe, Prügeleien vorkommen. Wichtig zu bemerken ist, dass an den allermeisten Schulen die Pausenaufsicht durch die Lehrpersonen gut funktioniert und es daher nicht zur strafrechtlich relevanten Übergriffen kommt. Polizei und Schulen sind sich aber im Klaren darüber, dass es im Bereich der Gewaltdelikte nicht erfasste Vorgänge gibt. Aussprachen mit der Polizei haben aber auch ergeben, dass häufig nach Prügeleien die Beteiligten schon längst wieder beste Freunde seien, während die Eltern immer noch via Anwälte miteinander kommunizieren. Zur Frage, was der Regierungsrat zu unternehmen gedenkt, verweist Urs Wüthrich auf die heute dem Landrat unterbreitete Vorlage, die mit klarer Mehrheit verabschiedet wurde.


Georges Thüring (SVP) möchte eine kurze Erklärung abgeben: Er bedankt sich herzlich für die schnelle Beantwortung - einmal ein flottes Tempo! [Heiterkeit] - und fragt ergänzend zu Frage 4, welche konkreten Massnahmen vorgesehen sind.


Die Landratspräsidentin weist den Interpellanten darauf hin, dass er nur eine kurze Erklärung deklariert hatte.


Regierungsrat Urs Wüthrich (SP) wird die Frage bilateral beantworten.


://: Damit ist die Interpellation beantwortet.


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



Fortsetzung

Back to Top




















Weitere Informationen.

Fusszeile