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Protokoll der Landratssitzung vom 3. Mai 2007

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2006-284 vom 16. November 2006
Interpellation von Georges Thüring, SVP: Eggflue-Tunnel
- Beschluss des Landrats am 3. Mai 2007 < beantwortet >



Nr. 2432

Regierungsrätin Elsbeth Schneider hält in ihrer Antwort grundsätzlich fest, dass für die Tunnelbenutzer aufgrund des Tragwerkzustands im Tunnel keine akute Gefahr besteht. Risse treten in allen Betonbauwerken auf, ganz besonders auch in Tunnels. Der Tunnel ist zwar baulich nicht auf dem von Bund/ASTRA verlangten neusten Stand; was Lüftung und Fluchtwege anbelangt, besteht aus Sicht der Baudirektion, wie bereits deklariert, Handlungsbedarf. Diese Massnahmen werden 2007/2008 realisiert. Der Zustand aller Strassenbauwerke wird mit so genannten Bauwerkskontrollen (BWKs) periodisch und systematisch überwacht und in so genannten Inspektionsberichten auch laufend dokumentiert.


Zu Frage 1:


Die Bauwerkskontrolle 2002 stellt im Eggflue-Tunnel vereinzelte kleine Risse fest, so genannte Haarrisse an den Wänden, die in allen Tunnels auftreten und ganz normal sind. Die BWK 2006 fand in zwei Etappen statt; die erste im Mai, die zweite im Oktober. Im Mai 2006 wurde fest gestellt, dass sich bei zwei Elementen auf einer Länge von ca. 20 Metern die Haarrisse auf etwa 2 bis 3 Millimeter verbreitert haben. Zwischen Mai und Oktober 2006 blieben diese aber praktisch gleich, so dass von Seiten der Baudirektion eine akute Gefährdung ausgeschlossen wird und auch keine baulichen Sofortmassnahmen erforderlich sind.


Zu Frage 2:


Im Oktober 2006 wurden zusätzliche Messeinrichtungen an den betroffenen Elementen installiert. Es fand eine Breitenüberwachung der Risse auf Hundertstelmillimeter statt. Mit so genannten Konvergenzmessungen wird die Verformung der Röhren weiter beobachtet, Messungen erfolgen ca. alle sechs Wochen. Erste Ergebnisse der kurz vor Weihnachten 2006 durchgeführten Messungen zeigten, dass sich sowohl bei den Konvergenzmessungen wie auch bei den Rissbreitemessungen an den beiden betroffenen Elementen im Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember 2006 keine erkennbaren Veränderungen ergeben haben. Somit bestätigt sich, dass vom Tragwerk keine akute Gefährdung für die Tunnelbenützer ausgeht. Darüber ist man selbstverständlich sehr froh. Im heutigen Zeitpunkt jedoch kann aufgrund der kurzen Messperiode noch keine gesicherte Aussage über das generelle Deformationsverhalten der Tunnelelemente gemacht werden. Die Folgemessungen von Ende Januar haben die ersten geschilderten Ergebnisse aus dem Jahr 2006 weiter bestätigt. Die Entwicklung ist so langsam, dass sich keine Sofortmassnahmen aufdrängen.


Zu Frage 3:


Zur Abklärung möglicher Ursachen, aber auch Schadenszenarien wurden die Herren Professoren Anagnostou von der ETH Zürich und Dr. Houriet aus Tramelan beigezogen, beides versierte, ausgewiesene Ingenieure. Die Experten informierten sich denn auch vor Ort. Sie wurden von der Baudirektion beauftragt, Modellrechnungen durchzuführen wie auch eine Empfehlung darüber auszuarbeiten, ob, wann und in welchem Umfang bauliche Massnahmen erfolgen müssen oder sollen.


Zu Frage 4:


Die BUD orientiert die Öffentlichkeit aufgrund seriös abgeklärter Schadensursachen jederzeit umfassend über vorgesehene oder flankierende Massnahmen an Bauwerken. Diese müssen aber jeweils erst mit den involvierten Stellen abgesprochen und bereinigt werden. Der Kontakt zur Gemeinde Grellingen besteht bereits im Rahmen des Projekts Gewährleistung der Tunnelsicherheit. Im Januar fand eine Besprechung statt, die sich vor allem auch mit dem Thema Verkehrsführung befasste. Inzwischen wurde selbstverständlich auch die Öffentlichkeit informiert.


Zu den Fragen 5 - 8 betreffend Schadensentwicklung und allfälliger Auswirkungen auf den Verkehr lassen sich im heutigen Zeitpunkt keine seriösen Aussagen machen. Aufgrund der externen Expertise wird voraussichtlich ab Juni 2007 klar sein, ob schon im laufenden, erst im nächstenJahr oder eventuell sogar erst später bauliche Massnahmen notwendig sind.


Georges Thüring (SVP) bedankt sich in seiner kurzen Erklärung vorweg bestens für die Antworten. Hätte er diese bereits früher gehabt, meint er, so wäre seine Interpellation womöglich nicht nötig gewesen. Er hofft nun, 'in Ruhe' durch den Tunnel - und nicht durchs Dorf - nach Hause fahren zu können. Denn in letzter Zeit sei der Tunnel hin und wieder geschlossen gewesen, so dass u.a. der Lastwagenverkehr durchs Dorf geschleust werden musste, was speziell für Schulkinder auf dem Heimweg sehr gefährlich sei.


://: Damit ist die Interpellation 2006/284 beantwortet.


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



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