Protokoll der Landratssitzung vom 16. Oktober 2008

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2008-070 vom 13. März 2008
Postulat von Pia Fankhauser Zenhäusern, SP-Fraktion: Behandlungskette im Gesundheitsbereich als Standard
- Beschluss des Landrats am 16. Oktober 2008: < überwiesen >

Nr. 756

Die Regierung nimmt das Postulat entgegen, gibt Peter Holinger (SVP) bekannt. Erheben sich Stimmen gegen die Überweisung?


Thomas de Courten (SVP) und die SVP haben den Vorstoss an der heutigen Fraktionssitzung intensiv behandelt, und man kam grossmehrheitlich zum Schluss, das Postulat sollte nicht überwiesen werden. Es geht um die Schliessung der Lücke zwischen Spitalversorgung und der Versorgung in der eigenen Gemeinde (Spitex oderAltersheim). Die SVP-Fraktion ist der Meinung, dass mittels der zur Zeit laufenden Gespräche eine gute Lösung gefunden werden kann, ohne dass die Regierung eingreifen muss. Die Sache sollte den entsprechenden Akteuren überlassen werden. Die Mehrheit der Fraktion lehnt den Vorstoss ab.


Pia Fankhauser (SP) erklärt anhand eines konkreten Beispiels, worum es geht: Eine Patientin, 85-jährig, wird nach einer Knieoperation an einem Freitag aus dem Spital entlassen. Sie braucht Spitexhilfe und Blutverdünnung. Das Arztzeugnis bescheinigt ihr Arbeitsunfähigkeit [Heiterkeit]. Sie hat ein Rezept für Blutverdünnung, kann diese Blutverdünnung aber nicht erhalten. Die Spitex war nicht informiert, dass sie zu Hause ist. Und die Patientin hätte nicht gewusst, wie die Medikamente spritzen, selbst wenn sie sie gehabt hätte. Solche Fälle zeigen auf, dass eine gewisse Standardisierung in der medizinischen Behandlungskette vonnöten ist, damit die Akteure, deren Kompetenz in keiner Weise in Frage steht, auch entsprechend handeln können. Es geht letztlich um eine Kontrollmöglichkeit. Und diese hat man nur, wenn zuerst standardisiert wird und dann letztlich nachgeprüft wird, ob alles nach Wunsch verlaufen ist. Dies bedingt lediglich, dass die Spitex ein kurzes Feedback ans Spital gibt, dass die entsprechenden Unterlagen /Informationen eingetroffen sind. Für das Spital gibt dies ihrer Ansicht nach auch keine Mehrarbeit. Sie plädiert für Überweisung ihres Postulats.


Jacqueline Simonet (CVP) redet als Einzelperson. Aufgrund sehr persönlicher Erfahrungen kann sie das Postulat von Pia Fankhauser nur unterstützen. Die Bevölkerung wird immer älter. Es gibt viele allein stehende Personen. Wir haben sehr gute Institutionen, aber die Koordination funktioniert sehr oft nicht. Es genügt nicht, dass man einer pflegebedürftigen, allein stehenden Person, die nicht mehr gehen kann sagt, man melde sie in einem Altersheim an. Es muss koordiniert werden, wer was nach einem erfolgreichen Spitalaufenthalt zu tun hat. Nur so ist gewährleistet, dass die Leute, nachdem sie möglicherweise vor dem sicheren Tod gerettet werden konnten, auch zu Hause wieder autonom sein können. Sie ist Pia Fankhauser sehr dankbar für den Vorstoss und bittet das Ratskollegium eindringlich um Überweisung des Postulats.


Regierungsrat Peter Zwick (CVP) erklärt, warum der Regierungsrat bereit ist, das Postulat entgegen zu nehmen: Seine Aufgabe als Gesundheitsdirektor ist es u.a., bei diesem Konzept koordinierend zu wirken, und diese Aufgabe möchte man auch wahrnehmen. Es wird zur Zeit in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein Konzept entwickelt. Gespräche mit dem VBLG haben stattgefunden. Eine Sitzung mit den Hausärzten zum Thema ist geplant. Mit dem Bericht zum Postulat soll dem Landrat aufgezeigt werden, was man auf die Beine gestellt hat.


Keine weiteren Wortbegehren


://: Mit 65 : 4 Stimmen bei 3 Enthaltungen stimmt der Landrat der Überweisung des Postulats 2008/070 von Pia Fankhauser an die Regierung zu. [ Namenliste ]


Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



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