Protokoll der Landratssitzung vom 14. Dezember 2000

Nr. 809

18 2000/148
Berichte des Regierungsrates vom 27. Juni 2000 und der Bau- und Planungskommission vom 1. Dezember 2000: Mutation 1999/1 des Koordinationsplanes Kanton Basel-Landschaft (Kantonaler Richtplan gemäss Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG); Festlegung von Standorten für zukünftige Inertstoffdeponien in der Region Liestal

Kommissionspräsident Karl Rudin stellt fest, der Begriff der "Inertstoffdeponie" sei bekannt geworden, als in Aesch die geplante Deponie mit grossem Widerstand abgelehnt wurde. Aus Natur- und Umweltschutzgründen spreche sich jeweils ein Grossteil der Bevölkerung gegen derartige Deponien aus, andererseits sprechen aber gerade auch Umweltschutzgründe oder die Möglichkeit, damit Geld zu verdienen, für derartige Deponien. Wir stehen der Tatsache gegenüber, dass das entsprechende Material vorhanden ist und irgendwo deponiert werden muss.

Die Grundlage für die Planung von Inertstoffdeponien bildet das Konzept für Aushub- und Bauschuttentsorgung des Kantons Basel-Landschaft aus dem Jahre 1998. Die Kantone müssen die vorgesehenen Standorte für Abfallanlagen in ihren Richtplänen ausweisen und für Ausscheidungen in den Nutzungszonen sorgen. Momentan sind zehn Teilregionen vorgesehen, in welchen der Planungsstand heute unterschiedlich fortgeschritten ist. Als Ziel sollte jede dieser Teilregionen ihr Entsorgungsproblem selbst lösen, da kurze Transportwege sinnvoll seien. Um das Deponievolumen zu vermindern, wäre ein Markt notwendig, welcher das aufbereitete Material abnehmen würde. Der Kanton stehe in Kontakt mit den Nachbarkantonen und die Kiesgrubenbesitzer in den Kantonen Solothurn und Aargau seien bereit, das saubere Material anzunehmen.

Die aktuelle Vorlage befasse sich mit der Teilregion Liestal und dort mit dem Standort Höli. Die Zufahrt zu diesem Standort würde über den bereits bestehenden Elbisgraben-Tunnel erfolgen. Dieses Projekt sei bereits auf der Stufe Festsetzung abgeschlossen und alle offenen Fragen geklärt. Grosse Differenzen bestehen nicht und der Standort sei beschlussfähig.

Die Bau- und Planungskommission beantragt dem Landrat mit 9:0 Stimmen bei einer Enthaltung, der Vorlage zuzustimmen.

Für Franz Hilber ist die Notwendigkeit einer Inertstoffdeponie unbestritten. Trotzdem sei es jedoch wichtig, das Bauschutt-Recycling zu fördern und dadurch eine Reduktion des Deponiematerials voranzutreiben. Ebenfalls sei eine verstärkte Unterstützung im Bezug auf die Deponierung von sauberem Aushubmaterial an Ort und Stelle sinnvoll. Das zu deponierende Material soll möglichst in der Region, in welcher es anfällt, deponiert werden. Er begrüsst daher das Konzept der dezentralen Deponien, jedoch seien bezüglich der Standortfragen Probleme mit den Gemeinden zu erwarten.

In der Region Liestal hingegen habe man sogar zwei Standorte gefunden, welche von der Bevölkerung mehrheitlich akzeptiert werden. Auf den ersten Blick scheine zwar der Standort Elbisgraben geeigneter zu sein, da die gesamte Infrastruktur bereits bestehe, jedoch wären laufende Kontroll- und Unterhaltsarbeiten der Entwässerungs- und Entgasungssysteme der Deponie Elbisgraben notwendig. Diese Unterhaltsarbeiten würden durch die Einrichtung einer neuen Deponie Elbis Nord stark erschwert. Auch existieren auf der Stufe des Zwischenergebnisses noch ungeklärte Fragen. Der Vorteil des Standortes Höli liegt darin, dass die Zufahrt der Deponie Elbisgraben mitbenutzt werden kann. Die SP spricht sich daher für eine Deponie am Standort Höli aus.

Dieter Schenk betont, das oberste Prinzip bei der Entsorgung von Bauschutt und Aushubmaterial müsse die Wiederverwendung oder die Deponie an Ort sein. Dies sei leider nicht immer möglich und die Deponie von derartigem Material unvermeidlich. Es mache aber wenig Sinn, mit dem Material durch den ganzen Kanton zu fahren und alles in Liestal zu deponieren. Liestal ist mit dem vorgeschlagenen Standort grundsätzlich einverstanden, jedoch nur für die Region Liestal und nicht für Material aus den übrigen Bezirken des Kantons.

Der Standort Höli sei in einem intensiven Auswahlverfahren festgelegt worden. Er liege im Wald und sei praktisch von nirgends einsehbar, weshalb auch der Widerstand nicht sehr gross sei. Allerdings wurden Bedenken aus Jagd- und Naturschutzkreisen angemeldet. Bei der definitiven Ausgestaltung sei diesbezüglich genügend Rücksicht zu nehmen. Dass letztlich aber auch der Naturschutz von einer derartigen Grube profitieren kann, zeige beispielsweise das Wiederaufforstungsprojekt des alten Lindenstocks, bei welchem ein beachtlicher Teil für den Naturschutz reserviert werden soll.

Die Deponie stellt für die Bürgergemeinde Liestal als Grundbesitzer eine willkommene Einnahmequelle dar. Die FDP stimmt den im Landratsbeschluss formulierten Anträgen zu.

Remo Franz betont, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich sei, handle es sich hier doch um ein sehr bedeutungsvolles Geschäft. Das Wesentliche sei bereits gesagt worden, als besonders wichtig bezeichnet er jedoch die Deponiemöglichkeit von Inertstoffen in allen Bezirken. Es gehe nicht an, Material durch den halben Kanton ins Elsass zu fahren und letztlich dadurch bei gewissen Verhandlungen auch immer wieder erpressbar zu sein. Er schätze es sehr, dass Liestal im Gegensatz zu anderen Gemeinden sofort bereit gewesen sei, das Problem zu lösen. Die CVP/EVP-Fraktion stimme diesem Geschäft zu.

Peter Holinger erklärt, in Liestal befasse man sich seit langem mit einer neuen Deponie für Inertstoffe. Tiefbauunternehmungen seien bereits vorstellig geworden und entsprechend früh fanden Gespräche mit der Bürgergemeinde Liestal statt. Die Gegend der Höli sei heute schon durch andere Deponien belegt und daher einerseits bereits ein Stück weit belastet, andererseits aber durch den bestehenden Tunnel gut erschlossen. Die Opposition beschränke sich auf einen kleinen Teil der Bevölkerung, vor allem auf Jägerkreise. Kurze Transportwege seien wichtig und er bittet den Landrat namens der SVP, dieser sehr gut evaluierten Vorlage zuzustimmen.

Roland Bächtold informiert, die Schweizer Demokraten stimmten dieser Vorlage ebenfalls zu. Es werde künftig mit Widerstand gegen neue Deponien zu rechnen sei, jedoch müssen wir den von uns produzierten Schutt auch irgendwo deponieren. Bezüglich der Transportwege sei es sicher wichtig, Deponien im eigenen Kanton einzurichten.

Daniel Wyss betont, es sei nicht einfach, Standorte für eine Deponie zu finden, und man sei nun froh über die vorgesehene Lösung. Die Grünen sind einverstanden damit, dass das Zwischenergebnis nun festgehalten werde.

Regierungsrätin Elsbeth Schneider bedankt sich herzlich für die Unterstützung dieses Projekts. Selbstverständlich werden in Zukunft möglichst kurze Transportwege angestrebt, dafür ist es aber notwendig, dass Behörden und Bevölkerung dieses Anliegen unterstützen. An dieser Stelle spricht sie der Gemeinde und vor allem der Bürgergemeinde Liestal ihren herzlichen Dank dafür aus, dass sie die vorliegende Planung ermöglicht haben.

Peter Brunner stellt den Landratsbeschluss zur Diskussion:

Titel und Ingress keine Wortbegehren

1. keine Wortbegehren
2. keine Wortbegehren
3. keine Wortbegehren

://: Der Landrat stimmt dem Landratsbeschluss einstimmig zu.

Landratsbeschluss
betreffend Mutation 1999/1 des Koordinationsplanes Kanton Basel-Landschaft (Kantonaler Richtplan gemäss Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG)); Festlegung von Standorten für zukünftige Inertstoffdeponien in der Region Liestal


vom 14. Dezember 2000

Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft beschliesst:

1. Gestützt auf Art. 6-12 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (RPG), Art. 17 der Technischen Verordnung über Abfälle vom 10. Dezember 1990 (TVA) und ' 65 der kantonalen Verfassung vom 17. Mai 1984 wird
a) der Standort für die Inertstoffdeponie "Höli", Gemeinde Liestal, als Festsetzung in den Koordinationsplan (Richtplan gemäss RPG) aufgenommen und der Koordinationsplan mit dem neuen Objektblatt VE. 4.4 ergänzt,
b) der Standort für die Inertstoffdeponie "Elbis Nord", Gemeinden Füllinsdorf/Liestal, als Zwischenergebnis in den Koordinationsplan (Richtplan gemäss RPG) aufgenommen und der Koordinationsplan mit dem neuen Objektblatt VE. 4.5 ergänzt,
2. Der Regierungsrat wird beauftragt, gestützt auf Art. 11 RPG dem Bundesrat die Mutation 1999/1 des Koordinationsplanes Kanton Basel-Landschaft zur Genehmigung einzureichen.
3. Dieser Landratsbeschluss untersteht dem fakultativen Planungsreferendum.


Für das Protokoll:
Andrea Maurer-Rickenbach, Landeskanzlei




Nr. 810

19 2000/149
Berichte des Regierungsrates vom 4. Juli 2000 und der Bau- und Planungskommission vom 27. November 2000: Bewilligung des Verpflichtungskredites und Erteilung des Enteignungsrechtes für die Sanierung der SBB-Niveauübergänge in der Gemeinde Grellingen

Karl Rudin informiert, bereits 1997 habe die Bau- und Planungskommission in Grellingen getagt, um die Gesamtsanierung der Niveauübergänge zu besprechen. Damals wurden drei Anhörungen durchgeführt, wobei der Kommission drei verschiedene Meinungen und Lösungsvorschläge vorgetragen wurden. Die Kommission beantragte dem Landrat daraufhin, Varianten ausarbeiten zu lassen, welche deutlich unter 20 Millionen Franken zu liegen kämen. Das Resultat dieser erneuten Abklärungen liegt nun in der heutigen Vorlage vor.

Die aktuelle Vorlage beinhaltet neben der Sanierung der SBB-Niveauübergänge eine Fussgängerunterführung und eine Korrektur der Gleisgeometrie. Die erneuten Planungen zeigten deutlich, dass eine Über- oder Unterführung der Gleise nur mit grossen Kosten zu realisieren sei. Trotzdem führte die Bau- und Planungskommission erneut drei Anhörungen in Grellingen durch, wobei ihr noch zwei verschiedene Lösungen vorgeschlagen wurden. Der Gemeinderat und das Komitee "SIVAG" beantragen der Kommission Rückweisung des Geschäfts an die Regierung mit der Auflage, ein neues Gesamtkonzept zur Aufhebung der Niveau-Übergänge und eine neue Fussgängerunterführung an einem anderen Ort, als in der Vorlage vorgesehen, zu erarbeiten. Laut Gemeinderat werde die Fussgängerunterführung beim Bahnhof von drei Vierteln der FussgängerInnen, vor allem von Schulkindern, nicht benutzt werden. Die Petitionäre für eine Fussgängerunterführung in Grellingen hingegen würden nach wie vor eine Fussgängerunterführung beim Bahnhof begrüssen.

Auch die Kommission sei der Ansicht, die Unterführung sei zum heutigen Zeitpunkt nicht erforderlich. Sie soll mit dem Gleisausbau auf eine Doppelspurlinie realisiert werden. Die vom Gemeinderat geforderte Fussgängerunterführung beim Moosweg stellt eine kommunale Wegverbindung dar und die Kommission ist der Meinung, dass diese heute schon realisiert werden könnte, jedoch von der Gemeinde bezahlt werden müsste.

Ebenso ist die Kommission der Meinung, die Gleisgeometrie könne im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau korrigiert werden. Die Birsbrücke, an welcher sich der Verkehr staut, müsse in nächster Zeit saniert werden und die Kommission glaubt, mit diesem Ausbau könne ein grosser Teil des Rückstaus verhindert werden. Bezüglich der Forderung der Gemeinde, die Niveauübergänge seien aufzuheben, stelle sich die Kommission auf den Standpunkt, die anfallenden Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Bau- und Planungskommission ist daher zum Schluss gekommen, dass keine weiteren Planungen mehr in Auftrag gegeben werden sollen.

Es seien nun wirklich alle Varianten für eine Aufhebung der Niveauübergänge untersucht worden und eine billige Variante existiere nicht. Aufgrund der Augenscheine vor Ort, der Anhörungen und der Beratung in der Kommission beantragt die Bau- und Planungskommission dem Landrat mit 9:0 Stimmen bei 2 Enthaltungen, nicht auf die Vorlage einzutreten.

Marc Joset erklärt, die SP-Fraktion könne sich dem Bericht der Bau- und Planungskommission und den Ausführungen ihres Präsidenten, Karl Rudin, anschliessen. Sie spricht sich für Nichteintreten auf die Vorlage aus, auch wenn eine Fussgängerunterführung beim Bahnhof für die SP noch immer ein wichtiges Anliegen darstelle, da FussgängerInnen aus dem südlichen Dorfteil eine direkte und sichere Verbindung zum Bahnhof erhalten sollen. Die vom Gemeinderat gewünschte Fussgängerunterführung beim Birssteg sei ebenfalls notwendig, liege jedoch in der Kompetenz der Gemeinde und ersetze die Massnahme beim Bahnhof nicht. Mit einer Haltestelle und einer Unterführung wäre es möglich, dass die Buspassagiere nicht mehr vor der Barriere warten müssten und dadurch je nachdem den Zug verpassen.

Im Zusammenhang mit der geplanten SBB-Doppelspurinsel werden die auch von der SBB befürworteten Unterführungen geschaffen. Die zuständige Regierungsrätin soll bei der SBB weiterhin darauf drängen, dass dieser Doppelspurausbau auch tatsächlich erfolgt.

Liz Rytz informiert, die Sanierung der Bahnübergänge habe offensichtlich schon seit vielen Jahren die Gemüter in Grellingen und Umgebung erhitzt. Die heutige Vorlage, welche nur eine Fussgängerunterführung und eine kleinere Gleisniveaukorrektur vorsieht, findet jedoch keine mehrheitliche Akzeptanz und wird weder vom Gemeinderat noch vom überparteilichen Komitee "SIVAG" akzeptiert. Beide verlangen nach einem Gesamtkonzept, mit welchem die Bahnübergänge aufgehoben werden sollen. Auch sei die Fussgängerunterführung am geplanten Standort nicht erwünscht.

In den bisherigen Planungen seien unzählige Elemente zu Einzellösungen und Konzepten zusammengetragen worden, unter anderem auch die Aufhebung der Niveauübergänge, jedoch mit einem Kostenresultat von 20 Mio. Franken. Ein Gesamtverkehrskonzept wäre für Grellingen sicherlich sinnvoll, Voraussetzung dazu wäre allerdings, dass sich alle Parteien bereits in der Planungsphase auf einer Ebene finden könnten, welche von der Finanzierbarkeit realistisch ist und von der Ausgestaltung her eine langfristige Strategie für die Region anvisiert.

Die bisherigen Planungen konnten das Ziel nicht erreichen und die Planungskosten für das Projekt (von 1995 bis heute) betragen insgesamt über 500'000 Franken. In der Privatwirtschaft würde kaum jemand so viel Geld für ein Planungsprojekt ausgeben, welches schliesslich keine Akzeptanz finden kann. Aus diesem Grund sei es auch sinnlos, neue Varianten zu präsentieren oder die Regierungsvorlage ohne mehrheitliche Akzeptanz in der Region Grellingen zu realisieren. Die FDP-Fraktion beantragt daher, nicht auf die Vorlage einzutreten.

Theo Weller gibt bekannt, auch die CVP/EVP unterstütze den Antrag auf Nichteintreten einstimmig. Mit der Einstellung, man wolle das Weggli und den Batzen, komme man in dieser Sache nicht weiter. Bereits vor einigen Jahren habe die Kommission bemerkt, dass sich die Leute in Grellingen nicht einig sind. Grellingen sollte sich auf ein Projekt einigen, und erst dann lasse die Bau- und Planungskommission wieder mit sich reden. Ein künftiges Projekt müsse bezahlbar sein und in einem angemessenen Verhältnis zum Verkehrsaufkommen stehen. Das Tiefbauamt habe im Übrigen ein umfassendes Konzept erstellt und alle möglichen Varianten genau studiert. Der Grellinger Gemeinderat habe seinerzeit deutlich eine Fussgängerunterführung unter der Bahnlinie hindurch gefordert, stelle sich nun aber trotzdem nicht hinter das vorliegende Projekt. Da es der Kanton in dieser Situation niemandem recht machen könne, wolle man dieses Spiel nicht länger mitmachen.

Peter Holinger erinnert daran, dass das Dorf Grellingen durch den Eggfluh-Tunnel entlastet sei. Weniger erfreulich sei die Situation mit den Bahnübergängen, welche zu den grossen Verkehrsproblemen im Dorf beitragen. Mit der Verdichtung des SBB-Fahrplan werde sich dieses Problem sogar noch verschärfen. Im laufenden Jahr sei speziell für Fussgängerüberquerungen eine kleine Barriere gebaut worden, wodurch eine Entflechtung des Fussgänger- und des Strassenverkehrs erreicht werden konnte. Die gesamten Probleme in Grellingen könnten natürlich nicht gelöst werden, wenn nur die Unterführungen allein betrachtet werden, denn das Hauptproblem werde damit nicht angegangen.

Auch die SVP will nicht auf die aktuelle Vorlage eintreten und erst später wieder an das Thema gehen, wenn Fakten zum Doppelspurausbau bekannt sind.

Roland Bächtold spricht sich seitens der Schweizer Demokraten für Nichteintreten auf die Vorlage aus. Nach der Beratung in der Bau- und Planungskommission müsse man einmal mehr feststellen, dass es um ein Gesamtverkehrsprojekt im Laufental gehe und es daher falsch wäre, nun an einzelnen Stellen ein Flickwerk zu beginnen. Eine Fussgängerunterführung am Moosweg wäre Sache der Gemeinde, jedoch würde er auch dieser nicht empfehlen, etwas zu unternehmen, bevor ein Konzept für die künftige Verkehrspolitik bekannt sei.

Daniel Wyss stellt fest, seit 1995 seien 600'000 Franken für die Planung ausgegeben worden, jedoch ohne ein Resultat zu erreichen. Der Kanton habe sich um eine Lösung bemüht, die drei Gruppen im Dorf seien sich nach vier Jahren aber noch immer nicht über eine gute Lösung einig geworden. Die nach Ansicht der Grünen wichtige Fussgängerunterführung am Bahnhof soll daher beim Ausbau auf Doppelspur realisiert werden, dies hoffentlich so, dass sie auch von Velofahrerinnen und Velofahrern benützt werden kann. Die Grünen unterstützen den Antrag der Kommission auf Nichteintreten.

Urs Steiner ist nach wie vor der Meinung, das 1995 ausgearbeitete Projekt für rund 28 Mio. Franken wäre das einzig richtige gewesen. Dieses Projekt wurde aus Kostengründen zurückgezogen, um eine neue Variante zu prüfen. Damals habe man in seinen Augen eine klare Chance verpasst, denn der Druck hätte aufrechterhalten werden sollen. Zu den verplanten 600'000 Franken erklärt er, schon vor 1994 seien beträchtliche Summen zur Lösung dieses Problems eingesetzt worden. Da es sich um ein echtes Problem handle, müsse dieses trotz allem einmal angegangen werden. Er selbst glaubt dabei nicht unbedingt an ein Gesamtkonzept, sondern eher an eine losgelöste Lösung für die einzelnen Problembereiche.

Urs Steiner betont, im Vorfeld der aktuellen Vorlage sei er von verschiedener Seite sehr stark kontaktiert worden, jedoch sei man sich in Grellingen selbst nicht einig. Er sehe daher nur die Möglichkeit, auf die Vorlage nicht einzutreten und das Thema irgendwann neu anzugehen.

Elsbeth Schneider stellt fest, die Regierung würde sich normalerweise gegen eine Rückweisung und Nichteintreten wehren. Jedoch könne sie die Äusserungen des Landrates, welche zum aktuellen Entscheid führten, grösstenteils nachvollziehen. Es ist ihr ein Anliegen, klar festzuhalten, dass der Gemeinderat ein Gesamtkonzept gewünscht habe, denn man habe in der Verwaltung auch Teilprojekte geprüft. Auch die Kommission habe sich für ein Gesamtkonzept ausgesprochen, jedoch sei vielleicht mit dieser Entscheidung eine Chance vergeben worden.

Ihr persönlich sei die Sicherheit der FussgängerInnen immer ein grosses Anliegen gewesen, denn wer die Situation vor Ort schon einmal gesehen habe wisse, dass bei geschlossener Barriere sogar Schulkinder über die Gleise rennen. Deshalb habe sie der Regierung beantragt, mindestens die Unterführung zu bauen, welche die Sicherheit massiv verbessert hätte. Mit der heutigen Rückweisung sei keine neue Planung in den nächsten Jahren vorgesehen.

://: Der Landrat spricht sich gemäss Antrag der Bau- und Planungskommission für Nichteintreten auf die Vorlage aus.

Für das Protokoll:
Andrea Maurer-Rickenbach, Landeskanzlei




Nr. 811

21 2000/170
Postulat von Maya Graf vom 7. September 2000: Ein Oeko-Label für den Baselbieter Wald

://: Das Postulat wird diskussionslos an den Regierungsrat überwiesen.

Für das Protokoll:
Andrea Maurer-Rickenbach, Landeskanzlei




Nr. 812

22 2000/169
Postulat von Roland Bächtold vom 7. September 2000: Bevormundung von Drogenabhängigen, die von der Fürsorge leben

Regierungspräsident Andreas Koellreuter begründet, warum der Regierungsrat das Postulat ablehne. Wenn man sich dies generell überlege, müsse man an weitere Menschen denken, welche ebenfalls am Rande der Gesellschaft stehen, so dass schlussendlich 20 bis 30 % der gesamten Bevölkerung verbeiständet oder bevormundet werden müssten. Dies könne keine Lösung der Probleme darstellen. Der Gedanke hinter dem Postulat sei für ihn schlicht nicht akzeptabel. Er wolle hier nicht weiter auf das Thema eingehen, bittet aber den Landrat, das Postulat wuchtig abzulehnen.

Roland Bächtold zeigt sich enttäuscht über die Ablehnung seines Postulats. Er hat das Gefühl, man wolle in dieser Sache gar nichts unternehmen, denn ihm gehe es lediglich um die von der Fürsorge unterstützten Drogenabhängigen, welche einen schönen Tag führen und die arbeitstätige Bevölkerung mehr oder weniger auslachen. Wer Zeit hat, Drogen zu kaufen und dem Drogengeschäft nachzugehen, müsse beaufsichtigt werden.

Man wolle den Süchtigen immer wieder helfen und für sie neue Programme aufstellen, jedoch stünden auch die SozialarbeiterInnen selbst mehr oder weniger am Rande der Gesellschaft. Man trete seit Jahren an Ort, denn zu viele Leute verdienen so viel Geld am Drogengeschäft, dass man nichts dagegen unternehmen wolle.

Roland Bächtold fordert den Landrat trotz der Ablehnung durch Andreas Koellreuter dazu auf, das Postulat zu überweisen.

://: Das Postulat wird abgelehnt.

Für das Protokoll:
Andrea Maurer-Rickenbach, Landeskanzlei




Nr. 813

Mitteilungen

Peter Brunner begrüsst die Sängerinnen und den Sänger Alexandra Nowosielki, Eva Miribung und William Wood, deren grosse Gesangskunst er bereits anlässlich einer kirchlichen Veranstaltung geniessen durfte. Er bedankt sich schon jetzt im Namen des Landrates, der Regierung und der Landeskanzlei dafür, dass sich die Sängerinnen und der Sänger spontan bereit erklärt haben, heute hier zu erscheinen und die Anwesenden gesanglich auf die kommenden Festtage einzustimmen.

Im Anschluss an die stimmungsvolle Darbietung wünscht Peter Brunner allen besinnliche Festtage und viel Glück, Gesundheit und Wohlergehen für das kommende Jahr. Er bedankt sich für die gute Zusammenarbeit im letzten halben Jahr und würde sich freuen, wenn sich möglichst viele der Anwesenden noch Zeit für den anschliessenden Apéro nehmen könnten.

Für das Protokoll:
Andrea Maurer-Rickenbach, Landeskanzlei



Ende der Sitzung: 17.10 Uhr

Die nächste Landratssitzung findet statt am 11. Januar 2001



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