Protokoll der Landratssitzung vom 9. September 2004

Nr. 702

16 2004/151
Berichte des Regierungsrates vom 22. Juni 2004 und der Erziehungs- und Kulturkommission vom 26. August 2004: Abschreibung des Postulates von Röbi Ziegler vom 24. Januar 2002 «Werbung für Augusta Raurica»

Der Präsident der Erziehungs- und Kulturkummission, Karl Willimann , kann es kurz machen. Das Ziel des Postulats war ein Werbeträger für Augusta Raurica in der Autobahnraststätte Pratteln. Dies hält die Regierung zwar für eine gute Idee an einem guten Standort. Die berechneten CHF 75'000 für die Vitrine und die jährlich CHF 9'000 für die regelmässigen Mietkosten waren aber allzu hoch.
Die heutige Werbung der Römerstadt ist effektvoll und mit ca. CHF 25'000 recht günstig. Sie hat einen weit grösseren Werbeeffekt als eine Vitrine an der Autobahn.
Darum will die Regierung von einer solchen Massnahme absehen, und die Kommission schliesst sich ihrer Argumentation an. Das Postulat ist abzuschreiben.

Röbi Ziegler wollte mit seinem «Postulätchen» nur eine Anregung liefern bei der zuständigen Verwaltungsstelle und keineswegs eine zweieinhalbjährige Abklärung auslösen.
Der Postulant nimmt das Ergebnis der Abklärungen zur Kenntnis. Er vergleicht es mit anderen parlamentarischen Erfahrungen, etwa in der Umweltschutz- und Energiekommission, wo die Verwaltung aus eigenem Antrieb nach kostengünstigeren als den vorgeschlagenen Problemlösungsansätzen sucht. In diesem Fall fehlte ein solches Engagement. Dass nicht nach billigeren Möglichkeiten, an der Raststätte für Augusta Raurica zu werben, gesucht wurde, lässt den Verdacht aufkommen, die Römerstadt sei ein wenig vom römischen Geist infiziert: Alles oder gar nichts!
Das sehr kleine Werbebudget von Augusta Raurica ist in der Tat erstaunlich. Mit dem Postulat wurde nicht gefordert, dass die Tafel in Pratteln mit Einsparungen im übrigen PR-Budget der Römerstadt finanziert werden sollte. Aber da Baselland Tourismus offensichtlich andere Finanzierungsmöglichkeiten für Werbemassnahmen gefunden hat, sollte das doch auch für Augusta Raurica möglich sein.
Mehr Werbung für die Römerstadt wäre bestimmt für den Baselbieter Tourismus insgesamt förderlicher als jeden April in einem Hochglanz-«Augenzwinkern» die Baselbieter Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass jetzt die Kirschbäume im Kanton blühen.
Das Postulätchen hat offenbar viel Arbeit ausgelöst. Der Postulant ist durchaus bereit, der Abschreibung zuzustimmen und den Archäologen so zu ermöglichen, sich wieder ganz ruhig mit ihren Scherben zu befassen. Dies um so mehr, als er gerade von Regierungsrat Urs Wüthrich die Kostenzusammenstellung für eine solche Werbevitrine zugesteckt erhalten hat (2 Grossplakate a CHF 15'000, 2 Aussenvitrinen a CHF 15'000, Replikate und Gestaltung CHF 15'000) - das ist wohl leicht römisch überteuert. Zumindest in der mentalen Pendenz beim zuständigen Regierungsrat ist die Idee noch nicht ganz aufgegeben, wie Röbi Ziegler gespürt hat.

Die von der Regierung genannten Kosten erstaunen Esther Maag . Das Beschichten von Metalltafeln sollte nicht mehr als ca. CHF 1'000 kosten; so liesse sich also mit einem wesentlich geringeren Aufwand etwas Wetterbeständiges produzieren. Immerhin ist Augusta Raurica die wichtigste Tourismus-Attraktion im Kanton.

://: Das Postulat 2004/151 wird abgeschrieben.

Für das Protokoll:
Alex Klee-Bölckow, Landeskanzlei



Fortsetzung >>>
Back to Top