Protokoll der Landratssitzung vom 9. September 2004

Nr. 697

13 2004/055
Interpellation von Bruno Steiger vom 19. Februar 2004: Grausames tierquälerisches Schächten in unserem Kanton. Schriftliche Antwort vom 23. März 2004

://: Die beantragte Diskussion wird bewilligt.

Bruno Steiger dankt für die Antwort der Regierung, bezeichnet diese jedoch ein Stück weit als scheinheilig. Läge es der Regierung tatsächlich daran, das Schächtverbot in unserem Kanton durchzusetzen, so dürften die beiden islamischen Schlachtbetriebe in Buckten und Therwil gar nicht existieren, da für reguläre Schlachtungen auch reguläre Schlachtbetriebe bestehen. Bruno Steiger ist nicht überzeugt, dass in den islamischen Schlachthöfen alles mit rechten Dingen zugehe, wenn nicht gerade eine Kontrolle durch den Kantonstierarzt stattfinde. Ausserdem sei der Kantonstierarzt in gewissen Tierschutzkreisen nicht gerade unbestritten.
Bruno Steiger kennt Schafhalter, welche in regelmässigen Abständen von Personen islamischen Glaubens angegangen werden, da sie ihnen Schafe abkaufen wollen. Dies geschieht oftmals auf eher aggressive Art und Weise. Das Problem des Schächtens werde von der Regierung wohl allzu sehr auf die leichte Schulter genommen und Bruno Steiger rechnet mit einer recht grossen Dunkelziffer. Rituelles Schächten stelle für ihn einen Missbrauch der Religionsfreiheit dar und es sei auch nicht richtig, dass Juden koscheres, geschächtetes Fleisch importieren dürfen. Wer sich nicht an unsere Regeln halten könne, müsse das Land eben verlassen.
Grundsätzlich soll die Regierung Probleme im Zusammenleben mit anderen Religionen nicht verharmlosen, sondern entsprechende Kritik anbringen.

://: Damit ist die Interpellation erledigt.

Für das Protokoll:
Andrea Maurer-Rickenbach, Landeskanzlei



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