Protokoll der Landratssitzung vom 30. Oktober 2003

Nr. 188

40 2003/050
Interpellation von Jacqueline Halder vom 6. Februar 2003: Feinstaubfilter von Dieselmotoren im öffentlichen Verkehr. Antwort des Regierungsrates

Frage 1:
Teilt die Regierung die Auffassung, dass Partikelfilter zur Norm für Dieselfahrzeuge im Baselbieter öffentlichen Verkehr werden sollten?

Zu Frage 1:
RR Elsbeth Schneider antwortet, die Regierung sei grundsätzlich damit einverstanden, dass bei Neuanschaffungen Dieselbusse ausgerüstet mit Partikelfilter gekauft werden.
Bei den im Linienverkehr eingesetzten OeV-Bussen sind diese Filtersysteme ab Werk lieferbar.

Frage 2:
Gibt es für die Regierung Möglichkeiten, der BLT, der AAGL und der Postauto NWS entsprechende Auflagen für eine Nachrüstung mit dem Filtersystem zu machen?

Zu Frage 2:
Die Hälfte der OeV-Busse im Kanton Basel-Landschaft werden kantonsübergreifend eingesetzt. Massnahmen, die den Busbetrieb verteuern erfordern die Zustimmung der jeweiligen Partnerkantone. Gegen entsprechende Abgeltungen können solche Massnahmen mit den Transportbetrieben vereinbart werden.
Die jährlichen Mehrkosten belaufen sich auf knapp1 Mio. CHF.

Frage 3:
Haben sich die BLT, die AAGL und Postauto NWS über den Einbau von PFS selber schon Gedanken gemacht?

Zu Frage 3:
Die Unternehmen bemühen sich laufend, immissionsarme Antriebstechniken einzusetzen. AAGL darf als Pionier der Einführung von PFS gelten. Derzeit sind 6 Busse der AAGL mit einem PFS-System ausgerüstet.
Bei Neuanschaffung werden nur noch Fahrzeuge mit diesem System gekauft.
Auch die BLT setzt bei ihrer Busflotte seit Jahren auf modernste Umwelttechnologie. Zwischen 1990 - 1995 wurden sechs Dieselbusse mit Russfiltern bestückt. Seit 1995 sind alle BLT-Busse mit Oxydationskatalysatoren ausgerüstet.
Im laufenden Jahr wird die BLT neue Busse mit CRT-Filtern beschaffen.
Die Postauto NWS hat in der Region Bern versuchsweise einige Busse mit PFS ausgerüstet.

Frage 4:
Wie hoch wären die Kosten für eine Ausrüstung?

Frage 5:
In welchem Zeitrahmen wäre eine solche Ausrüstung möglich?

Zu den Fragen 4 und 5:
Unter der Voraussetzung der technischen Freigabe des jeweiligen Buslieferanten kann die Ausrüstung der Fahrzeuge in wenigen Wochen erfolgen.
Pro Fahrzeug ist mit Kosten von rund Fr. 20'000.-- zu rechnen.
Allerdings sind die Filter derzeit noch problembehaftet; der stop and go-Verkehr führt immer wieder zur Verstopfung. Je nach Einsatzgebiet müssen die kostspieligen Filter bereits nach 25'000 km - anstatt wie im Normalfall nach 60'000 km - ausgewechselt werden.
Bei Neubeschaffungen laufen Mängel und Zusatzaufwendungen über die Garantie der Buslieferanten, dies trifft jedoch nicht zu bei der Nachrüstung der Busse.

Jacqueline Halder bedankt sich für die Ausführungen und bemerkt, sie anerkenne die Bemühungen der Regierung und Busbetreiber, gebe jedoch zu bedenken, dass sowohl im Luftreinhalteplan als auch im Umweltbericht die Schwebestäube als eines der grösseren Probleme aufgeführt sind.

://: Damit ist die Interpellation erledigt.

Für das Protokoll:
Ursula Amsler, Landeskanzlei



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