Protokoll der Landratssitzung vom 22. April 2004

Nr. 523

23 2003/301
Postulat von Esther Maag vom 27. November 2003: Lärmige Dreckschleudern reduzieren

Elsbeth Schneider begründet die ablehnende Haltung der Regierung: Die in der Nordewestschweiz importierten Laubbläser entsprechen den EU-Normen bezüglich Lärm, Luft und Sicherheit. In der Schweiz existieren noch keine Typenprüfungen für Rasenmäher und Laubbläser. Gemäss Auskunft des BUWAL stützt man sich in der Schweiz auf die EU-Richtlinien. Die Geräte werden im Allgemeinen als problematisch beurteilt. In unserem Kanton gibt es zur Zeit 10 Luftbläser. Sie werden aber nur dort eingesetzt, wo sie effizient sind, beispielsweise in Augusta Raurica, in ganz grossen Parkanlagen, in der Clavel-Stiftung oder in Schulanlagen.
Bei den kantonalen Betrieben wird bereits seit einiger Zeit das etwas teurere, aber praktisch benzolfreie Gerätebenzin eingesetzt. Damit kann die Benzol-Emission um 99 % reduziert werden. Laubbläser können sinngemäss mit Rasenmähern und Gartenhäckslern gleich gestellt werden. Der zeitliche Einsatz solcher Geräte wird in den Polizeireglementen jeder Gemeinde festgehalten. Einzelne Gemienden haben bereits heute den Einsatz von privaten Laubbläsern aufgrund der Reklamationen von Anwohnerinnen und Anwohnern in eigener Kompetenz reduziert. Dazu kommt, dass das Lufthygieneamt beider Basel in diesem Jahr eine Informationskampagne zum Thema Gerätebenzin macht. Gartenbaufirmen, aber auch Hobbygärtnerinnen und -gärtner sollen davon überzeugt werden, künftig den umwelt- und gesundheitsfreundlichen Kraftstoff zu benutzen. Eine weitere Alternative wäre die Benutzung von hand- oder elektrobetriebenen Geräten. Da von Regierungsseite nicht mehr als das bereits Veranlasste getan werden kann, bittet die Regierungsrätin, das Postulat nicht zu überweisen.

Esther Maag hat noch nie so viele schriftliche Reaktionen auf ein Postulat erhalten wie jetzt. Offensichtlich handelt es sich um ein Thema, welches viele beschäftigt. U.a. wird in den schriftlichen Rückmeldungen der Einsatz von Laubbläsern als " Blödsinn" oder "Unsinn" bezeichnet, der gestoppt werden sollte. Neben den Problemen Lärm und Luftverschmutzung ist als weiterer Negativfaktor die Zerstörung der Fauna der bodennahen Lebewesen zu nennen. Ein Artikel im Muttenzer Anzeiger weist u.a. darauf hin, dass die schützende Schicht, welche den Wasserhaushalt reguliert und den Boden locker hält sowie düngt, weggeblasen wird. Gleichzeitig ist die Laubdecke auch ein Schutz für Bodenlebewesen.
Abzusehen sei vor allem von den Benzolmaschinen und Zweitaktmotoren. Ein dritter Faktor ist der Lärm. Mehrere Gemeinden hatten diesbezügliche Raklamationen von Anwohnern und auch von Hotelgästen. Die Gemeinde Liestal wiederum bestätigt, dass sie dem Besen als Arbeitsinstrument viele positive Seiten abgewinnen kann. Die Arbeit mit dem Luftbläser kann nur mit Ohrenschutz stattfinden.
Nun gehe es nicht einfach nur darum, die EU-Richtlinien zu erfüllen. Entsprechende Untersuchungen empfehlen, wegen der negativen Auswirkungen auf die Natur - Lärm, Abgas, Gesundheitsschädlichkeit, Naturschädigung, Energieverbrauch - ganz auf Laubbläser zu verzichten. Durch das Aufwirbeln werden Bakterien in der Luft verteilt. Esther Maag findet, man sollte den Handlungsspielraum des Kantons ausnutzen, die bereits im Einsatz befindlichen Geräte wieder einstellen und auf das Kehren mit dem Besen zurückkommen. Sie bittet um Überweisung des Postulats.

://: Der Landrat lehnt das Postulat 2003/301 von Esther Maag grossmehrheitlich ab.

Für das Protokoll:
Brigitta Laube, Landeskanzlei



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