Protokoll der Landratssitzung vom 22. April 2004

Nr. 510

13 2003/297
Postulat der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission vom 27. November 2003: Schaffung einer Fachstelle für Psychiatrische Rehabilitation

RR Erich Straumann stellt fest, dass das Bedürfnis nach einer Fachstelle für Psychiatrische Rehabilitation im Rahmen der Folgeplanung 2 aufgetaucht ist. In der Reihenfolge der am wichtigsten erscheinenden Massnahmen wurde der Alterspsychiatrische Dienst an die erste Stelle, die Fachstelle für psychiatrische Rehabilitation an die vierte Stelle gesetzt. Der Regierunsgrat möchte von einer Änderung der beschlossenen Prioritätenliste absehen, zumal das Geld dafür, 420'000 Franken, nicht vorhanden ist.

Rita Bachmann ist mit dem Regierungsrat einer Meinung, dass die Alterspsychiatrie in erster Priorität zu realisieren ist, doch will die Präsidentin der VGK auch beachtet wissen, dass insbesondere die massive Zunahme der Berentung von psychisch Kranken ein enormes, noch anwachsendes Problem darstellt. In der Überzeugung, dass vor allem bei jungen Menschen, bei denen eine Rehabilitation noch möglich ist, angesetzt werden sollte, kam der Vorstoss in der Kommission zustande. Bekannt ist im Weiteren, dass psychisch Kranke vor Eintritt in eine Rehabilitation zu 25 Prozent noch in einem Arbeitsprozess der freien Wirtschaft tätig sind. Nach 15 Monaten Rehabilitation sind dagegen nur noch 5 Prozent erwerbstätig. Quintessenz: Erwerbestätige sind weniger abhängig von psychiatrischer Betreuung. Oder: Arbeit erhält gesund, Arbeitslosigkeit macht krank.
Der Landrat sollte bei seinen sicherlich wichtigen Sparanstrengungen bedenken, dass Sparen allein schnell einen Rückschritt mit grossen und teuren Folgeschäden bedeuten kann. Der Vorstoss sollte überwiesen werden, weil damit teure Renten bei jungen Menschen vermieden werden können.

Judith Van der Merwe bezeichnet das Postulat schlicht als gute Sache. Die IV-Berentung erweist sich als grosses Problem. Mit der Folgeplanung 2 wird nun eine Problemlösung aufgezeigt. Die Politik ist aufgerufen, endlich Hand zu bieten, auch wenn das Thema nicht an der ersten Stelle der Prioritätenliste steht. Theoretisch besteht ein Einsparpotenzial von 60 bis 70 Millionen Franken jährlich - dies mit einer Investition von gut 200'000 Franken.
Der Landrat ist aufgerufen, das Postulat zu überweisen.

Eric Nussbaumer gibt die Zustimmung der SP-Fraktion zum Postulat einer Fachstelle für Psychiatrische Rehabilitation, die in zentrales Element des Konzeptes darstellt, bekannt. Zwischen einer ersten und einer vierten Priorität besteht nicht eine Gott gegebene Frist von mehreren Jahren.

://: Der Landrat überweist das Postulat 2003/297.

Landratspräsident Hanspeter Ryser kündigt die Bürositzung für 13.40 Uhr an, wünscht guten Appetit und schliesst die Vormittagssitzung um 12 Uhr.

Für das Protokoll:
Urs Troxler, Landeskanzlei



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