2007-226


Wer sich für eine energieeffiziente Gebäudehülle entscheidet, wird bei der Bebauungsnutzung bestraft.

Wir sollten mit der Energie gut haushalten und alles Mögliche zum verminderten Energiebedarf tun. Wenn ein Bauherr ein Haus plant, und er die Bebauungsnutzung ausschöpfen will, muss er bei einem Minergie oder Minergie-P Standardhaus auf einige Quadratmeter Wohnraum verzichten.


Die Bebauungs- und Nutzungsziffer wird anhand der Gebäudeaussenhülle gemessen und die grössere Wärmedämmung hat somit negative Auswirkungen auf die direkte Wohnnutzung. Je nach Gebäudegrösse und Wandkonstruktion können dies bei einem Einfamilienhaus 8 und mehr Quadratmeter ausmachen. Bei einem Mehrfamilienhaus ergibt sich eine entsprechend grössere Wohnflächeneinbusse.


Je besser isoliert wird, umso dicker werden die Wände. Bei einem Minergiehaus darf ein U-Wert von 0,2 und bei einem Minergie-P Haus der U-Wert von 0.1 nicht überschritten werden.


Um diese Normen erfüllen zu können, braucht es Wandstärken von 25 - 45 cm, je nach Material- und Systemwahl.


Nur weil ein Bauherr energiebewusst bauen möchte, wird er dafür bestraft. Das darf nicht sein: es sollte ein einheitlicher Standard der Aussenwandstärke zur Berechnung der Bebauung und Nutzung verwendet werden. Die energieeffizientere, freiwillige zusätzliche Wärmedämmung darf sich nicht negativ auf die nutzbare Wohnfläche auswirken.


Aus diesem Grund verlangen wir, dass im ganzen Kanton Baselland für die Berechung der Gebäudeflächen Aussenwände, unabhängig von ihrer effektiven Stärke, generell mit 25 cm der Nutzung und Bebauung angerechnet werden, so wie dies bereits seit einigen Jahren in Therwil gehandhabt wird.


Dies soll sowohl für die Wärmedämmung der Aussenwände, als auch für die Dachaufbauten durch Kompaktdachkonstruktionen in Anwendung kommen. Das gleiche muss bei einer Gebäudesanierung gelten.


Um dieses Privileg zu erhalten, müssen selbstverständlich auch die erforderlichen Messwerte, welche für den Minergie oder Minergie-P Standard vorgeschrieben sind, erfüllt werden.


Die Regierung wird aufgefordert, in diesen Punkten und im Sinne des Vorstosses, eine Vorlage zur Änderung des Baugesetzes auszuarbeiten.



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