Vorlage an den Landrat


4. Begründung / Bedarf

4.1 Instandhaltungs-, Instandsetzungsstrategie des Hochbauamtes


Die öffentlichen Bauwerke weisen einen grossen kulturellen und volkswirtschaftlichen Wert auf. Deshalb kommt der Bauwerkserhaltung eine grosse Bedeutung zu. Der Betrieb von Bauwerken ist an bestimmte Werte wie ökonomische Vorgaben, ökologische Verantwortung, technische Funktionstauglichkeit und ästhetischen Anspruch gebunden. Die Grundsatzerfüllung erzeugt die Notwendigkeit der Durchführung einer gezielten Erhaltungsplanung der Bauten zur Sicherstellung der Betriebstauglichkeit und Werterhaltung. Auf der Grundlage von überwachenden Massnahmen wie Beobachtung, Inspektion und Funktionskontrollen sind durch Instandhaltungsmassnahmen wie Reparatur, Revision, periodische Wartung, Ersatz von Einzelkomponenten die Aufrechterhaltung der Gebrauchs- und Funktionstauglichkeit der Bauwerke sicherzustellen. Die Gebäude resp. Instandhaltungsobjekte unterliegen aber einer steten materiellen Alterung durch physikalische, chemische und biologische Prozesse (Korrosion, Reibung, Alterung, Ermüdung). Durch alle vorgenannten Massnahmen sollen die Lebensdauer der Instandhaltungsobjekte verlängert, Ausfälle verlangsamt oder reduziert werden. Diese Massnahmen sollen in einem üblichen Rahmen und Aufwand (ca. 0,7 - 1% des Gebäudeversicherungswertes) nach Bedarf oder vorbeugend umgesetzt werden. Mit Erreichen der materiellen Alterungsgrenze wird die Funktion meist eingeschränkt oder es kommt zum Ausfall. Dieser Zeitpunkt stellt das Ende der technischen Lebensdauer dar.


Zur Wiederherstellung der Gebrauchs- und Funktionstauglichkeit und Gewährleistung der Sicherheit sind grössere Instandsetzungsmassnahmen rechtzeitig einzuleiten. Diese Massnahmen umfassen meist den Teilersatz von ganzen Systemen oder Bauteilen bis zum Ersatz von ganzen Teilen eines Bauwerkes. Oft sehen Instandsetzungsmassnahmen nicht nur vor ein Bauwerk in Teilen in einen dem ursprünglichen Neubau vergleichbaren Zustand zu versetzen, sondern es werden gleichzeitig Anpassungen und Modernisierungen vorgenommen. Diese erweiterten Massnahmen haben zum Ziel, das Bauwerk geänderten gesetzlichen Grundlagen, zeitgemässen oder veränderten Anforderungen anzupassen. Alle in dieser Vorlage vorgeschlagenen Massnahmen sind primär Instandsetzungsmassnahmen, ergänzt durch Anpassungen zur Sicherstellung der bisherigen Funktionalität mit optimaler, aktueller Technologie. Daher handelt es sich um gebundene Ausgaben, die nicht der fakultativen Volksabstimmung unterstehen.




4.2 Notwendigkeit der Massnahmen/Alternativen


Alternativen zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit und der Gebrauchstauglichkeit bestehen nicht. Durch die vorgeschlagenen Massnahmen und Erneuerungen bei den vier Sanierungsprojekten wird erreicht, dass ein durch beschränkte Einzelmassnahmen wieder intakt gestelltes System die Gebrauchstauglichkeit der Gebäudehülle für weitere ca. 25 Jahre interventionsfrei ermöglicht.


Beim Gymnasium Münchenstein handelt es sich um einen Totalersatz der Gebäudehülle. Es muss das ganze System ersetzt werden, weil sämtliche Bauteile der Hülle irreparable Schäden und Mängel aufweisen oder vor dem Ausfall stehen.


Bei einem Verzicht der vorgeschlagenen Massnahmen (alle Objekte) ist in naher Zukunft mit einer deutlichen Verschlechterung des baulichen Zustands zu rechnen. Der Schädigungsprozess an den Bauteilen wird zunehmen. Es müsste mit unfangreicheren Instandhaltungsmassnahmen besonders an den Betonteilen und mit Folgeschäden gerechnet werden. Ferner könnten die geplanten Energieeinsparungen und Verbesserung der Behaglichkeit nicht erreicht werden. Als Folge würden die jährlichen Unterhaltsausgaben zunehmen.



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