2007-85


Im Juni 2006 versprach die Regierung des Kantons Baselland an einer Medienveranstaltung die Offenlegung sämtlicher Untersuchungen des Trinkwassers aus der Hard. Die Hardwasser AG hat am 30. März 2007 der Grünen Fraktion und dem Forum besorgter TrinkwasserkonsumentInnen einen 84-seitigen Bericht mit Trinkwasseranalysen 2006 ausgehändigt. In diesem Bericht fehlen jedoch mehrere Dutzend zum Teil krebserregende Chemikalien, die alle in einer Konzentration unter 100 ng/Liter Wasser auftreten. Die 100 ng-Grenze ist willkürlich, weil die Giftigkeit der einzelnen Substanzen sehr unterschiedlich ist und weil viele Substanzen bezüglich Giftigkeit einen Summationseffekt haben.

Auch auf Nachfragen haben die Hardwasser AG und die IWB sich geweigert, die fehlenden Daten auszuhändigen. Mit dieser Weigerung verhindern die Hardwasser AG und die IWB eine fundierte Überprüfung der Trinkwasseruntersuchungen 2006 durch unabhängige Experten.


2005 fanden IWB und Hardwasser AG im Trinkwasser rund 50 Substanzen mit einem Gehalt unter 100 ng/L. Deshalb muss davon ausgegangen werden, dass die Gesamtmenge der verheimlichten Chemikalien im Trinkwasser mehrere Tausend Nanogramm pro Liter Wasser ausmache. Die Gesundheit der Konsument/innen könnte gefährdet sein, weil die Gesamtmenge beachtlich ist und weil viele der verheimlichten Chemikalien unbekannte Substanzen sind, über deren Toxizität nichts ausgesagt werden kann. Es ist völlig unbekannt, wie diese auf Mensch und Umwelt wirken. Zudem werden offensichtlich auch zahlreiche Chemikalien (z.B. Methansulfonanilid) verheimlicht, welche als Beweis dienen könnten, dass die Chemiemülldeponien das Trinkwasser der Hard belasten. Im Januar hat die Hardwasser AG den Trinkwasserbrunnen B25 still gelegt, weil dessen Wasser mit Methansulfonanilid kontaminiert war, einem Zwischenprodukt aus der Herstellung eines Geigy-Fungizids, das aus den Chemiemülldeponien von Novartis zu stammen scheint.


Die Regierung wird gebeten, gegebenenfalls mit einer Gesetzesänderung, dafür zu sorgen, dass die Hardwasser AG und die IWB sämtliche Untersuchungsdaten der Trinkwasseranalysen ohne Schwellenwert offen legen und diese schriftlich der Regierung, dem Parlament und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.


Zur Umsetzung dieses Vorstosses wird die Behandlungsfrist nach der Überweisung auf sechs Monate verkürzt.



Vom Landrat am 18. Oktober 2007 (Traktandum 16) modifizierter Text:
Der letzte Satz ("Zur Umsetzung dieses Vorstosses wird die Behandlungsfrist nach der Überweisung auf sechs Monate verkürzt.") wird gestrichen.



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