2007-150 (2)


Am 14. Juni 2007 reichte Landrat Rolf Richterich die oben genannte Interpellation 2007/150 ein.



III. Antworten des Regierungsrates

Allgemeines


Mit der Umsetzung der Gewährleistung Tunnelsicherheit in allen Hochleistungsstrassentunnel ist es zwingend notwendig, dass Verkehrsteilnehmer zu den optischen Einrichtungen auch über die Radiogeräte über Ereignisse und Verhalten bei Ereignissen informiert werden können.


Die bestehenden Normen schreiben die Details für die Installationen vor. Die Realisierung und Finanzierung liegt für Tunnels im Perimeter der Nationalstrassen ab 2008 beim Bund (NFA). Für Tunnels auf kantonalen Hochleistungsstrassen bei den Kantonen.




Zu den einzelnen Fragen


Frage 1
Welche nationalen Zielsetzungen hinsichtlich Radioempfangs in Tunnels sind vorhanden oder geplant?
Alle Tunnels (länger 600 m) sollten mit den UKW- Sender DRS I, II und III, sowie den Lokalsendern ausgerüstet werden. Die Kosten werden gem. Frage 8 verteilt. In allen Tunnels muss auf allen Kanälen die Einsprechung sichergestellt sein.
Gemäss Schweizer Norm SN 505 197/2, Projektierung Tunnel, Strassentunnel heisst es:
Tunnel mit einer Länge über 600m sind mit einer Funkanlage auszurüsten. Die Funkanlage muss ausserdem ermöglichen, das Programm von öffentlichen und privaten UKW-Sendern inkl. Verkehrsfunk zu übertragen.


Frage 2
Welche Erfahrungen sind in den bereits mit mehreren Radiosendern ausgerüsteten Tunnels und mit spezifischem Tunnelradio gemacht worden?
Im Kantons Basel-Landschaft sind die Tunnels Chienberg, Arisdorf und Ebenrain erst seit ca. 6 Monaten ausgerüstet, daher noch keine Erfahrung.
Gesamtschweizerisch sind bis heute nur positive Erfahrungen bekannt.


Frage 3
Aufgrund welcher Überlegungen oder Richtlinien erfolgte die Installation von den genannten vier Radiosendern im Chienbergtunnel?
Swisscom Broadcast hat im Auftrag der SRG die Anfrage an den Kanton gerichtet. Basel One und Basilisk haben für die Tunnel Belchen und Arisdorf den Kanton angefragt.


Frage 4
Nach welchen Kriterien erfolgte die Senderauswahl?
Die Senderauswahl erfolgt durch die SRG und die Lokalradiobetreiber.


Frage 5
Welche Möglichkeiten bestehen heute im Kanton Basel-Landschaft hinsichtlich Ausstrahlung von gezielten Nachrichten in Tunnels?
Ab der Verkehrsleitzentrale der Polizei Baselland (VLZ) können in die eingebauten UKW-Kanäle Nachrichten eingespielt werden. Bei diesen Nachrichten handelt es sich um professionell aufgenommene Konserventexte in mehreren Sprachen, welche bei einem Ereignis eingespielt werden können.
Eine direkte Einsprechung mittels Mikrophon ist auch möglich, wird allerdings selten bis nie benutzt.


Frage 6
Bei welchen weiteren Tunnels im Baselbiet ist eine Zusatzausrüstung analog Chienbergtunnel vorgesehen?
Es sind dies:

Frage 7
Wie hoch sind die Mehr- / Minderkosten für die Installationen im Chienbergtunnel im Vergleich mit einer bisher üblichen Ausrüstung?
Die Kosten der neuen Anlagen (Breitbandverstärker-Technologie) sind in etwa gleich hoch wie die kanalselektiven Anlagen der vergangenen Jahre. Bei neuen Anlagen werden die Tunnelstationen mit Breitbandverstärker ausgerüstet; somit muss die Kopfstation nur noch mit den entsprechenden Empfangsmodulen ausgerüstet werden. Die Empfangsantennenanlage muss abhängig von den einzuführenden Rundfunkkanälen (Senderstandorten) angepasst oder erweitert werden.


Frage 8
Wie ist die Kostenverteilung für die Installation und den Betrieb im Chienbergtunnel geregelt?
Die Grundinfrastruktur für die UKW-Versorgung (Tunnelstationen mit Breitbandverstärker, Antennenkabel, Kopfstation, Koppelnetzwerke, UKW-Einsprechung) ging zu Lasten ASTRA und Kanton.
Die Empfangsmodule, die Empfangsantennen etc. der einzelnen Rundfunkkanäle gingen zu Lasten der Betreiber.


Frage 9
Was kostet der flächendeckende Radioempfang analog Chienbergtunnel?
Für die Tunnelanlagen Belchen, Schweizerhalle, Schänzli und Eggflue ca. CHF 610'000.--.


Frage 10
Welche Änderungen sind durch die Neuregelung der Kompetenzen aufgrund NFA absehbar?
Für die Tunnelanlagen Eggflue, Reinach und Chienberg, liegt die Verantwortung beim Kanton. Das heisst, bis auf den Tunnel Eggflue ist kein weiterer Handlungsbedarf im Kanton.
Die Nationalstrassen-Tunnel werden sofern notwendig normgerecht durch den Bund nachgerüstet.


Liestal, 15. Januar 2008


Im Namen des Regierungsrates
die Präsidentin: Pegoraro
der Landschreiber: Mundschin



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