2006-225


In den Niveaus A und E der Sekundarstufe I zählt das Fach Sport wie andere Fächer (z.B. Bildnerisches Gestalten, Deutsch, Geographie, Musik) auch als Promotionsfach. Auf der Sekundarstufe II hat das Fach an den Gymnasien seit Jahren in der FMS (früher DMS) und in der Maturitätsabteilung als Ergänzungsfach (EF) zählenden Charakter. Im Ausbildungsgang, der zur gymnasialen Maturität führt (Niveau P/Sek I, Maturabteilung/Sek II), scheint das Fach Sport eine andere Funktion und einen anderen Stellenwert zu haben als im Niveau A und E sowie in der FMS. Das Fach hat dort den Charakter eines "obligatorischen Freifaches", d.h. der Besuch ist obligatorisch, aber die Note zählt nicht. Diese Sonderstellung ist nicht mehr zeitgemäss. Weshalb haben Musik, Geographie oder Biologie einen anderen Stellenwert? Für die Einführung von Sport als Promotionsfach sprechen heute viele gute Gründe. Wer die Ziele nach ganzheitlicher Bildung und Chancengleichheit hochhält, kann das Fach Sport - auch wenn es um die Promotion geht - nicht länger ausklammern. Die gesellschaftliche und schulische Bedeutung des Fachs hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Wie die sprachliche, mathematische, kreative und musische Begabung soll auch die motorische Begabung in Zukunft bei der "Endabrechnung" eine Rolle spielen. Die jahrelangen Erfahrungen mit Sport als Promotionsfach in diversen Kantonen (z.B. LU, SO) und in BL (in der FMS/DMS und im EF) sind positiv. Die Leistungen im Fach Sport werden nach überprüfbaren Kriterien in den Bereichen Gestalten (z.B. Geräteturnen, Tanz), Leisten (z.B. Ausdauer, Hochsprung) und Spielen (z.B. Badminton, Volleyball) teilweise kantonalen Absprachen folgend beurteilt und rekursfest benotet.

Der Regierungsrat wird daher beauftragt, die Stundentafeln der Sekundarstufe I (Niveau P) und II (Gymnasium) so anzupassen, dass Sport neu den Promotionsfächern angehört.



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