2006-207


Seit 6 Jahren prüfte die Fachstelle für behindertengerechtes Bauen von Procap Baselland im Rahmen einer Leistungsvereinbarung mit der BUD die Baugesuche für öffentliche Bauten und für Wohnhäuser ab 6 Wohnungen gemäss §108 des Raumplanungs- und Baugesetzes Baselland in Bezug auf die behindertengerechte Bauweise. Heute sprechen wir von hindernisfreiem Bauen, da es ja nicht nur um behinderte, sondern auch um alte Menschen geht. Nach einer kurzen Ausbildung liegt die Kontrolle über die Umsetzung seit dem 15. Juni 2006 bei den Bauinspektoren. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Hindernisfreies Bauen ist nicht nur ein Abhaken einer Check-Liste, sondern setzt viel Fachwissen voraus. Die Technisierung nimmt auch bei den Hilfsmitteln zu, z.B. haben viele Gehbehinderte einen Rollator statt Gehstöcken, elektrische Rollstühle werden grösser, Menschen werden grösser und schwerer, sodass Normen sich verändern. Grosse Fensterflächen mit viel Licht führen zu Problemen für Sehbehinderte, glänzende Böden zu Unsicherheiten. Es ist zu bezweifeln, dass Bauinspektoren die Möglichkeit haben, sich dauernd über diese eher medizinischen Aspekte des Bauens zu informieren. Schon bei den Baugesuchen sind diese Gegebenheiten zu berücksichtigen und die Architekten auf Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen. Das oberste Ziel muss die grösstmögliche Selbstständigkeit von behinderten und alten Menschen sein.

Ich bitte den Regierungsrat zu prüfen und zu berichten:


Wie der Leistungsauftrag an die Procap Baselland betreffend Baubegleitung der Bauinspektoren durch eine Fachperson wieder erteilt werden kann.



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