2006-318


In der Schweiz leben 25% der Jugendlichen über ihre Verhältnisse und sind verschuldet; ihre Zahl nimmt jedes Jahr zu. Eine neue Studie zeigt: Bereits bei 13-Jährigen sind Schulden von über 500 Franken keine Seltenheit mehr.

Jugendliche sind für Werbung besonders empfänglich. Die Wirtschaft hat die Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen längst entdeckt und versucht mit immer neuen Strategien, Produkten und Trends eine verstärkte Konsumorientierung und Kundenbindung zu erreichen. 17% der Jugendlichen pflegen ein süchtiges Konsumverhalten.


Das Thema Schulden stellt eines der grössten Tabus in unserer Gesellschaft dar.


Dies führt dazu, dass Jugendliche und junge Erwachsene viel zu lange in der Krise verharren, bis sie Hilfe suchen. Auch innerhalb der Familie sind ernsthafte Gespräch zum Thema oft tabu.


Wer in der Jugend auf Pump gelebt hat, tut dies oft auch im Erwachsenenalter, zum eigenen Schaden und demjenigen der Gesellschaft.


Vor diesem Hintergrund ist die Präventions- und Aufklärungsarbeit besonders wichtig. Es gilt rechtzeitig praxisnah über das Thema Geld zu informieren, Kaufverhalten aufzuzeigen und auf typische Schuldenfallen hinzuweisen, um so die Handlungskompetenz junger Menschen zu stärken. Für Jugendliche wäre es hilfreich, in der Schule im Rahmen einer interaktiven Präventionskampagne über die Themen Budget, Finanzierung, Schulden, Werbung und Kredite informiert zu werden.


Weil die Sensibilisierung für diese Problematik früh beginnen muss, schickt beispielsweise die Stadt Zürich Betreibungsbeamte in die Schulklassen. Sie sollen die SchülerInnen über die Schuldenfalle und deren Konsequenzen aufklären. Auch die nationale Präventionskampagne von maxmoney wird erfolgreich genutzt.


Ich bitte den Regierungsrat konkrete Projekte zur Bekämpfung der Verschuldung von Jugendlichen auszuarbeiten. Dabei ist zu prüfen , ob unser Kanton eigene Präventionsangebote aufbauen oder sich an erfolgreichen Konzepten und Massnahmen anderer Kantone beteiligen will.



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