Vorlage an den Landrat

5. Das Konzept mit durchgehendem Tunnel


Grundlage für die oben beschriebene Projektüberarbeitung (vgl. Kapitel 3.3 und 3.4) war eine Konzeptstudie, in der verschiedene Varianten zur Erhöhung der Tunnelsicherheit - bis hin zum Verzicht auf einen Tunnel - geprüft wurden. Als zweckmässige, realisierbare und richtlinienkonforme Varianten standen zwei Lösungen im Vordergrund. Nebst der schliesslich gewählten und beschlossenen Variante mit einer Deckenöffnung ungefähr in der Tunnelmitte war dies ein durchgehender Tunnel mit Rauchabluftkanälen über den Tunnelröhren und entsprechenden Lüftungszentralen. Bei dieser Lösung ist die Fahrraumlüftung wie folgt vorgesehen:


Normalfall
Die beiden Tunnelröhren werden im Normalbetrieb entweder durch die Kolbenwirkung des Verkehrs oder mit Hilfe der Strahlventilatoren längsbelüftet.


Ereignisfall
Für den Ereignisfall in den beiden 2.2 km langen Tunnelröhren ist eine örtlich konzentrierbare Absaugung der Brandgase und der Verrauchung aus dem Fahrraum erforderlich. Dafür sind begehbare Rauchabluftkanäle über dem Tunnel mit Brandfallklappen im Abstand von 100 m sowie entsprechende Lüftungszentralen bei den Portalen und in der Tunnelmitte notwendig. Zusätzlich zur Absaugung müssen die beiden Tunnelröhren mit Strahlventilatoren ausgerüstet werden. Diese dienen sowohl der Lüftung bei besonderen Verkehrsverhältnissen im Normalbetrieb als auch zur Unterstützung und Kontrolle der Längslüftung im Ereignisfall.


Im aufgelegten Bauprojekt ohne Abluftkanäle unterquert der Tunnel die Mühlerainstrasse in geringstem Abstand. Damit nun die Abluftkanäle über dem Tunnel erstellt werden können, muss das gesamte Längenprofil des Tunnels angepasst und bis 2.50 m tiefer gelegt werden. Zudem ist der Raumbedarf der Ventilatorzentralen und der Nebenräume erheblich grösser als im aufgelegten Bauprojekt vorgesehen. In jedem Fall ist eine rasche und zuverlässige Detektion und Alarmierung zwingend erforderlich, damit die automatischen Programme ausgelöst und die Einsatzkräfte mobilisiert werden können. Dazu sind komplexe elektromechanische Mess- und Steuereinrichtungen mit zusätzlichen Kosten erforderlich. Allein diese knappe Darstellung aufgrund der Konzeptstudie zeigt, dass ein durchgehender Tunnel mit Rauchabluftkanälen wesentlich komplexer und somit auch aufwändiger ist als die einfachere Lösung mit zwei getrennten Tunnels.



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