Vorlage an den Landrat

Entwicklung der Aids-Epidemie in den letzten Jahren


Nachdem die positiven HIV-Tests in der Schweiz in den Jahren 1992 bis 2000 von Jahr zu Jahr abgenommen hatten, stieg die Zahl im Jahr 2002 um rund 25% (von 632 auf 792). Diese Entwicklung konnte auch in anderen Ländern Westeuropas beobachtet werden. In den Jahren 2003 und 2004 war kein weiterer Anstieg der positiven HIV-Tests zu vermelden (2003: 756; 2004: 741). Es kann demnach von einem Verharren der neuen HIV-Fälle in der Schweiz auf hohem Niveau gesprochen werden. In den letzten 12 Monaten (Stand 30.6.2005) wurden aus dem Kanton BL 15 neue positive Tests gemeldet (BS: 33). Von diesen Neuinfektionen betroffen sind insbesondere homosexuelle Männer, Migrantinnen und Migranten (v.a. aus der Subsahara-Region) sowie heterosexuelle, erwachsene Schweizerinnen und Schweizer mit wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern. Die HIV-Epidemie ist aufgrund dieser Entwicklung der Stagnation auf hohem Niveau nach wie vor ein grosses gesundheitliches Problem für unser Land. Die Bemühungen zur Verminderung der Übertragungen müssen mit gleich bleibender Anstrengung fortgesetzt werden. Gemäss Bundesamt für Gesundheit ist bei einer Neuinfektion mit HIV mit Kosten von rund Fr. 630'000.-- zu rechnen. Aids ist nach wie vor eine nicht heilbare Krankheit. Mit der Einführung einer Impfung kann in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten nicht gerechnet werden.


Neue Aidsfälle (d.h. Personen mit HIV, die die typischen Symptome der Aids-Erkrankung zeigen): Die Zahl der jährlich neu diagnostizierten Aidsfälle war zwischen 1995 und 2002 rückläufig. Diese Entwicklung war vor allem auf die breite Anwendung von hochaktiven antiretroviralen Kombinationstherapien bei HIV-positiven Personen zurückzuführen, die diese Medikamente einnahmen, bevor die Krankheit ausbrach. Seit 2003 nimmt die Zahl der Aids-Neudiagnosen wieder leicht zu (2003: 282; 2004: 300). Im Kanton BL wurden in den letzten 12 Monaten 8 neue Fälle von Aids diagnostiziert (BS: 6). Seit 1983 sind im Kanton BL insgesamt 200 Menschen an Aids erkrankt und 145 verstorben (BS: 447 Erkrankungen, 337 Todesfälle).


Nach einem stetigen Anstieg erreichte die Sterblichkeit bei HIV-positiven Personen in der Schweiz im Jahr 1994 ein Maximum und nahm seither stetig ab. Auch dieser Rückgang ist vor allem mit der Anwendung der hochwirksamen antiretroviralen Therapien zu erklären. Nach dem Jahr 2001 nahm die Sterblichkeit nicht mehr wesentlich ab.


Die stabil hohe Zahl der Neuinfektionen pro Jahr führt dazu, dass auch in unserer Region immer mehr Menschen mit HIV bzw. AIDS leben. Dies hat zur Folge, dass der Beratungs- und Unterstützungsbedarf steigt.



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