Vorlage an den Landrat

Dienstleistungen der Organisationen und Nutzung des Angebots


AHbB


Die AHbB ist ein Verein. Die Vereinsgeschäfte werden von einem Vorstand geführt, Präsident ist Daniel Stolz. Die Dachorganisation der AHbB ist die Aids-Hilfe Schweiz, über die die Verträge mit dem Bundesamt für Gesundheit und dem Bundesamt für Sozialversicherung abgewickelt werden. Die AHbB kann als sehr gut geführte und stabile Organisation bezeichnet werden. Sie ist mit den relevanten staatlichen Stellen und privaten Angeboten sehr gut vernetzt.


Im Jahr 2004 wurden 792 Personen telefonisch beraten (38% aus BL, 58% aus BS, 4% übrige). Die häufigsten Fragen betrafen die Übertragungsrisiken bei verschiedenen Sexualpraktiken und zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, Fragen zum Aids-Test, Fragen zu Medienmitteilungen und Berichten im Internet. Die AHbB wird demzufolge als professionelle Fachinstanz für diese Fragen von der Bevölkerung anerkannt.


Persönliche Beratungen fanden insgesamt 470 statt (32% BL, 63% BS, 5% übrige). Häufigste Anliegen waren hier Beratung in Krisen (z.B. Neuinfektion), Beratung zu Therapiewahl, finanzielle Belange, sozialversicherungs- und arbeitsrechtliche Fragen, Konflikte in Partnerschaft und am Arbeitsplatz. Von Seiten der Beraterin wurden der Umgang mit Sexualität und das HIV-Schutzverhalten regelmässig angesprochen. HIV-positive Personen können auch von weiteren Angeboten der AHbB profitieren wie Massage, Organisation von Selbsthilfegruppen oder einem psychotherapeutischen Angebot. Diese Angebote werden aus Spendengeldern finanziert.


Fachpersonen wurden 250 Mal im Jahr 2004 beraten. Es handelte sich dabei um Personen aus dem medizinischen Bereich, Arbeitgebende, Lehrpersonen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Polizistinnen und Polizisten.


Die AHbB bot im Jahr 2004 52 Weiterbildungen für total 1286 Personen an, z.B: bei Pflegeassistentinnen, Mitgliedern eines Samaritervereins, Mitarbeitenden aus dem Pflegebereich, Jugendtreffpunktleitenden, Eltern, Lehrpersonen, Betreuenden im Asylbereich etc. Die AHbB ist Dokumentationsstelle zu Aids-relevanten Themen und stellt zurzeit 48 verschiedene Broschüren in diversen Sprachen zur Verfügung.


Die AHbB betreibt auch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, um das Thema HIV/Aids in der Bevölkerung wach zu halten. Hervorzuheben sind die Aktivitäten rund um den Welt-Aids-Tag, der jeweils am 1. Dezember durchgeführt wird. Auch diese Tätigkeit wird mit Spendengeldern finanziert.


Mit zielgruppenspezifischen Angeboten werden gewisse Teile der Bevölkerung individuell angesprochen: Die AHbB führte im Jahr 2004 88 Schulbesuche (3 Lektionen) durch (80% BL, 20% BS). Sieben Kulturgruppen werden geschlechtsspezifisch angesprochen, einerseits durch das Angebot „Gesundheit und Migration". Dabei haben 1292 Kontakte und Beratungsgespräche stattgefunden. Andererseits durch das Angebot Aids-Prävention im Sexgewerbe, das Angebot „MSM" (men having Sex with Mev) und das Angebot „MSW" (Male Sex Work). Freier werden durch das Projekt „Don Juan" auf die Bedeutung der Verwendung eines Kondoms aufmerksam gemacht.


Das Dienstleistungsangebot der AHbB kann demnach als bedürfnisgerecht, zielgruppenspezifisch und als rege genutzt bezeichnet werden.




frauen_oase


Die frauen_oase ist eine Anlauf- und Beratungsstelle für drogenkonsumierende Frauen, die sich prostituieren. Trägerin ist der Verein Frau Sucht Gesundheit. Der Verein wird von Frau Cornelia Schmidt, Aidspfarrerin, präsidiert.


Die Arbeitsschwerpunkte der frauen_oase bestehen in der Beratung und Begleitung von Drogen konsumierenden Frauen. Ungeschützter Geschlechtsverkehr - der häufig erzwungen ist - und infizierte Spritzen führen dazu, dass Frauen auf dem Drogenstrich einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV oder Hepatitis C zu infizieren. Zudem besteht das Risiko, die Krankheit oder Infektion durch ungeschützten Geschlechtsverkehr weiter zu tragen (an Freier und deren weitere Partnerinnen).


Die Arbeit der frauen_oase umfasst vier Bereiche:
Psychosoziales Angebot: Die frauen_oase verfügt über einen Schutzraum für Frauen auf dem Drogenstrich, den diese Frauen anonym und unentgeltlich für Gespräche untereinander oder mit Mitarbeiterinnen der Stelle nutzen können. Sie bietet Kriseninterventionen für Frauen an, die Gewalterfahrungen gemacht haben. Die Frauen werden in ihrer täglichen Lebensführung begleitet und beraten. Diese Begleitung erfolgt ergänzend zum Angebot der zuständigen Institutionen, z.B. der Wohngemeinden. Durch gezielte Information, z.B. über das Verhalten auf dem Strich, werden die Frauen in ihrem Selbstvertrauen gestärkt. Der Raum befindet sich in der Nähe des Drogenstrichs im Kleinbasel und ist an vier Abenden in der Woche geöffnet.


Juristisches Angebot: Die Stelle berät Frauen im Zusammenhang mit der Prostitution und dem Umgang mit der Polizei. Sie hilft bei Problemen des täglichen Lebens wie Abklärungen in Mietfragen. Sie vermittelt Juristinnen, die Rechtshilfe leisten.


Materielles Angebot: In der frauen_oase gibt es kleine Mahlzeiten und Getränke, es bestehen Dusch- und Waschgelegenheiten. Sie unterhält eine Kleiderbörse und bietet Unterhaltungsmöglichkeiten wie Zeitschriften, Bücher und Fernsehen an.


Medizinisches Angebot: Es werden Informationsveranstaltungen zum Thema Prävention von HIV und Hepatitis C durchgeführt. Es wird eine medizinische Erstversorgung angeboten. Spritzen und Kondome werden gratis abgegeben. Zweimal pro Monat ist eine Ärztin mit psychiatrischer Zusatzausbildung während zweieinhalb Stunden anwesend. Sie bietet medizinische Präventions- und Beratungsgespräche an, führt Vorsorgeuntersuchungen durch und untersucht und behandelt akute Beschwerden.


Im Jahr 2004 haben 90 Frauen mit insgesamt 1599 Besuchen die Frauenoase besucht. Darunter waren 25 Frauen, die von diesem Angebot zum ersten Mal im Jahre 2004 Gebrauch gemacht haben. Gemäss der Statistik der Frauenoase waren lediglich 15 dieser Besuche von Frauen aus dem Kanton Basel-Landschaft (1%).


Diese unerwartet tiefe Zahl u.a. kann dadurch begründet sein, dass die Frauen ihren tatsächlichen Wohnort nicht angeben aus Angst, abgewiesen zu werden. Es wird vermutet, dass die tatsächliche Anzahl der Frauen aus dem Kanton Basel-Landschaft höher liegt. Die Geschäftsführerin der Frauenoase schätzt die tatsächliche Anzahl der Frauen aus dem Kanton BL auf 12-15 pro Jahr. Dennoch ist offensichtlich, dass die weitaus grössere Anzahl der Frauen nicht aus dem Kanton Basel-Landschaft stammt.


Die Themen in den Beratungen und Begleitungen sind sehr unterschiedlich verteilt, insgesamt sind Kinder, Gesundheit, Arbeit und Wohnen dominierende Themen.



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