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2006-11


In den 1940er und 50er Jahren wurden von Novartis, Ciba und Syngenta insgesamt 14'000 Tonnen Chemiemüll auf den Deponien Feldreben, Margelacker und Rothausstrasse in Muttenz abgelagert. Diese drei gemäss Buwal-Definition persistenten Deponien laufen aus. Trotz Ablagerungsstopp seit über 50 Jahren ist das Grundwasser in der Umgebung mit z.T. giftigen und krebserregenden Substanzen kontaminiert.

Von der Chemischen Industrie und der Gemeinde Muttenz in Auftrag gegebene und bislang nicht aktiv veröffentlichte Screening-Untersuchungen (Dossier 04E10, August 2005) haben besorgniserregende Resultate aufgezeigt: Im Grundwasser neben der Trinkwasserversorgung Hard wurden über 70 Chemikalien gefunden, darunter Tetrachlorethan, Dichloranilin, Dichlortoluol, Hexachlorethan, Trichlorpropan. Naphtylamin, DDT, Nitrochloranilin, Dimethylaminophenzon, Isopropylbenzol, Crotamiton und Perchlorethylen. Die gefundenen Konzentrationen liegen teilweise deutlich über den Grenzwerten der Altlastenverordnung. Gefunden wurden zudem viele unbekannte, nicht identifizierbare Substanzen, über deren Toxizität nichts ausgesagt werden kann und für die in der Altlastenverordnung ebenfalls keine Grenzwerte existieren. Im Grundwasser nachgewiesen wurde zudem eine ganze Reihe von Medikamenten, so z.B. das Sandoz-Schmerzmittel Optalidon, das Ciba-Geigy Dopingmittel Crotetamide, das Ciba-Geigy/Novartis-Krätzemittel Eurax, das Ciba-Geigy Schlaf- und Beruhigungsmittel Medomin.


Wenn über 70 z.T. krebserregende Substanzen im Grundwasser neben der Trinkwasserversorgung Hard gefunden werden, dann sagt der gesunde Menschenverstand: Chemiemülldeponien und Trinkwasser vertragen sich nicht. Es ist unverantwortlich, dass Novartis, Ciba und Syngenta, bewusst in Kauf nehmen, dass das Trinkwasser von 100'000 Menschen und damit die Gesundheit der Bevölkerung in der ganzen Region gefährdet ist.


Der Regierungsrat wird verpflichtet, sich dafür einzusetzen, dass die Chemiemülldeponien Feldreben, Margelacker und Rothausstrasse ausgehoben und vollständig saniert werden. Das Trinkwasser aus der Hard und dem Birstal (z.B. Pumpwerk Schanz) ist umgehend systematisch zu überwachen. Dies geschieht bei jedem einzelnen Brunnen mittels Sammelproben, Screenings und Einzelstoffanalysen, welche spezifisch auf die in der Deponie enthaltenen Schadstoffe ausgerichtet sind.



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